Von Smartphones und neuem Nutzerverhalten: Wie sich die Bedeutung Ihrer Homepage verändert.

  • Weshalb die laufende Kommunikation im Vergleich zur Homepage immer wichtiger wird.
  • Weshalb Sie spätestens jetzt unbedingt in einem sozialen Netzwerk aktiv werden sollten.

Mal angenommen, Sie interessieren sich für einen Dienstleister und besuchen dessen Homepage: Wie häufig steuern Sie seine Startseite an? Einmal? Zweimal?

Für Ihre Website-Besucher können wir das Gleiche annehmen: Sie besuchen Ihre Homepage, weil sie sich über Sie informieren wollen. Von der Startseite aus (= Homepage), arbeiten sie sich durch Ihre Seiten. Wenn Ihre Seite insgesamt überzeugt und Ihre Besucher einen Bedarf haben, nehmen sie Kontakt auf. Wenn nicht, speichern sie Ihre Seite vielleicht unter den Favoriten ab. Oder sie abonnieren Ihre Artikel – was günstiger ist. Denn dann bleiben Sie in Kontakt.

Ihre Abonnenten sehen von da an vor allem Ihre Artikel. Sie lesen sie in ihrem Reader, in einer App oder als Newsletter. Praktischerweise sind Ihre Kontaktdaten stets beigefügt. Wenn eines Tages der Bedarf da ist, können Ihre Abonnenten direkt eine Nachricht an Sie versenden. Der Umweg über die Homepage oder Website ist überflüssig.

Pech für Ihre Homepage:
Internet-Nutzer bleiben in den Social Media

Sie schreiben keine Artikel? In Ordnung. Noch ist nichts verloren. Doch bedenken Sie: Internet-Nutzer gehen mehr und mehr dazu über, sich in ihrem bevorzugten Netzwerk einzuwählen und dort zu bleiben. Ein Facebook-Nutzer etwa findet in Zuckerbergs Netzwerk seine privaten Freunde, seinen Fußballverein, seine Kollegen und seine Lieblingsfirmen. Weshalb sollte er eine Website besuchen? Er findet doch alles, was er braucht!

Wenn Sie in keinem Netzwerk präsent sind, existieren Sie für viele Internet-Nutzer einfach nicht.

Noch mal Pech:
Smartphone-Nutzer verwenden vor allem Apps

Einen weiteren Schub bekommt die Entwicklung durch die noch immer steigende Zahl der mobilen Internetnutzer.

Für den typischen Smartphone-Nutzer erschließt sich das Netz überwiegend per App, wobei der Standard-Nutzer meist zwischen drei und zehn Apps regelmäßig nutzt – das bevorzugte Nachrichtenportal, vielleicht die Wetter-App, zwei oder drei Social Media Apps, die App des öffentlichen Nahverkehrs und das TV-Programm. Freie Recherchen bei Google sind möglich, aber mühsam. So bleibt unser Standard-Nutzer in seinen Kanälen und verbringt dort seine Zeit.

Und Ihre Homepage kommt wieder nicht zum Zug!

Für meine Website kann ich sagen, dass

  • knapp 32 Prozent der Nutzer mobil sind.
  • 21 Prozent steigen mit Direktaufruf über die Homepage (= Startseite) sein.
  • 49 Prozent finden über die Google-Suche zu mir. Meine Artikel spielen hier die wichtigste Rolle.
  • Und 19 Prozent über Social Media. Auch hier sind die Artikel die wichtigsten Aufhänger.

Gerade einmal 20 Prozent rufen also meine Website direkt per www-Adresse auf und sehen meine Homepage! Was für ein krasser Gegensatz zu dem Aufwand, den manche Trainer und Coaches betreiben, um ihre so empfundene Empfangsseite zu gestalten!

Die Bedeutung Ihrer Homepage richtig einordnen

Meine Empfehlung heißt deshalb:

  • Wenn Sie eine neue Website planen, widerstehen Sie der Versuchung, sich ein Denkmal zu setzen. Sie wissen, ich mag Websites. Ich habe ein ganzes Buch darüber geschrieben. Gestalten Sie Ihre Website ordentlich. Doch irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem mehr Einsatz einfach nicht mehr Erfolg verspricht. Ihre Website ist ein wichtiger Baustein Ihres Marketing, aber nicht der einzige.
  • Manche Trainer und Coaches denken darüber nach, eine eigene App programmieren zu lassen. Ich bin in der Sache skeptisch, denn diese Apps müssen sich im sogenannten „Relevant Set“ der drei bis zehn wichtigsten Apps eines Nutzers behaupten. Ob das gelingt? Sehr viel Bindung und Sichtbarkeit rechne ich mir nicht aus.
  • Es bleibt die Chance und die Aufgabe, mit Hilfe der bekannten Netzwerke und deren Apps Sichtbarkeit zu gewinnen. Wenn Sie sich bisher in Zurückhaltung geübt haben, ist spätestens jetzt der Zeitpunkt erreicht, mindestens ein Netzwerk in das persönliche Marketing aufzunehmen – ob Facebook, LinkedIn oder XING, das hängt von Ihren Zielen und Ihrer Positionierung ab.
  • Es reicht allerdings nicht, einfach ein Profil anzulegen. Sie müssen sich auf den Netzwerken schon bewegen – sei es, dass Sie an Diskussionen teilnehmen, eigene Artikel vorstellen oder einfach Kontakte zu Ihren Netzwerk-Partnern pflegen. Nur wenn Sie aktiv sind, erscheinen Sie in den Apps mit eigenen Beiträgen oder aufgrund von Empfehlungen Ihrer Netzwerk-Partner. Eine starke Vernetzung zahlt unmittelbar auf Ihre Sichtbarkeit ein!

Tipp

Gut möglich, dass Sie in diesen Tag Ihr Marketing für das nächste Jahr planen. Denken Sie bitte nicht zu statisch und verplanen Ihre Kapazitäten komplett auf Profile und Website-Texte. Ihre Bekanntheit und Ihr Image entwickeln sich in der Bewegung. Es kommt sehr viel mehr auf die laufende Kommunikation an.

Zum Weiterlesen:

Was Sie außerdem interessieren könnte