Drei Schritte für einen Artikel mit Zug und Kraft

  • Einen Artikel (oder ein Skript) entwirfst du am besten in drei Schritten.

  • Gib dir mindestens zwei Tage Zeit.

Einige Kunden senden mir Textentwürfe zu mit der Bitte, sie aufzubereiten. Mir fällt auf, dass es oft an der Botschaft fehlt oder nenne es meinetwegen Quintessenz. Als Leser frage ich mich dann: „Where is the beef?“ Mit deinen Artikeln willst du deinen Lesern einen Vorgeschmack auf die künftige Zusammenarbeit geben. Damit du eine gute Figur machst und dein Ziel erreichst, habe ich drei Empfehlungen für dich:

1. Schritt: Deine Kernaussage

Mach dir klar, was dein Leser mit deinem Artikel (Podcast, Video, …) gewinnen soll, bevor du anfängst, den Inhalt auszuarbeiten. Willst du zum Beispiel

  • eine Anleitung geben?
  • Empfehlungen/Tipps aussprechen?

  • etwas erklären und Verständnis für einen Zusammenhang wecken?

  • einen Standpunkt beziehen und zu einer Diskussion beitragen?

  • oder deinem Leser ermöglichen, sich und seine Situation einzuschätzen?

Bleiben wir bei dieser Auswahl verbreiteter Artikel-Typen. Jetzt musst du noch deine Aussage festlegen. Am Anfang stehen demnach zwei Entscheidungen: Was ist deine Aussage und was für ein Stück hast du im Sinn – eine Anleitung, eine Empfehlung, eine Erklärung, eine Diskussion oder einen Test, um sich zu verorten?

2. Schritt: Deine Absicht bestimmt den Aufbau

Mit der Entscheidung für einen Artikel-Typ hast du bereits eine Blaupause für den Aufbau:

  • Eine Anleitung zu schreiben, bedeutet, eine Aufgabe in Schritte zu zerlegen und sie in eine Reihenfolge zu bringen. Eine Liste der Form „erstens, zweitens, drittens, …“ ist eine sinnvolle und erfolgversprechende Form.
  • Mit einer Tipp-Liste sprichst du Empfehlungen zu einem Thema aus. Falls es eine sinnvolle Reihenfolge gibt – prima. Das muss aber nicht sein. Tipp-Listen sind ausgesprochen zugkräftig – ein wahrer Klassiker unter den Blogartikeln.
  • Für die Erklärung eines Zusammenhangs ist der Einstieg mit einer Story aus deiner Praxis eine elegante Lösung. Du holst den Leser in seiner Welt ab und er erkennt sich wieder. Mit Hintergrund, Fakten und Empfehlungen kannst du fortfahren.
  • Wenn du einen Standpunkt beziehst, will dein Leser wissen, was „die anderen“ denken und sagen. Führe also gängige Argumente auf und erkläre, weshalb du sie bejahst oder ablehnst. Begründe am Ende deine Position.
  • Eine Selbsteinschätzung ist so etwas wie Selbst-Test in Artikelform. Bei der Selbsteinschätzung kommt es darauf an, dem Leser Symptome zu beschreiben und zu erklären, was sie bedeuten und was er tun sollte.

Sammele die Argumente und Tipps, die du deinem Leser präsentieren willst, und bringe sie in eine Reihenfolge.

3. Schritt: Schreiben

Versuche bitte nicht, deinen Artikel in einem Aufwasch herunterzuschreiben. Du würdest dir mindestens drei Aufgaben zugleich zumuten: Inhalt, Aufbau und Wortwahl. Auch Berufstexter teilen sich die Aufgabe in Schritte ein. Für mich funktioniert es am besten so:

1. Tag: Idee und Konzept. Den Artikel einmal niederschreiben. Eine Headline entwerfen.
2. Tag: Den Artikel überarbeiten. Die SEO-Texte schreiben.

Zwei Tage sind für mich die Untergrenze. Wenn ich früh genug anfange und mehr Zeit für meinen Artikel haben – umso besser. Je größer der zeitliche Abstand, umso höher die Chance auf kritische Distanz. Für mich hat es sich als ineffizient erwiesen, einen ganzen Tag mit einem Artikel zu verbringen. Einmal schreiben, einmal überarbeiten – das ist in Ordnung. Jenseits dessen beginnt die Phase des Verschlimmbesserns. Welche Erfahrungen machst du?

Als Trainer, Berater oder Coach erlebst du meist Phasen intensiver Arbeit beim Kunden gefolgt von Phasen geringerer Belastung. Überlege doch mal, Artikel in ruhigeren Phasen zu entwerfen und den Feinschliff zu einem späteren Zeitpunkt vorzunehmen.

Viel Erfolg!

 

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