Nutze den Schwung der ersten Tage des Jahres und lasse Überholtes hinter dir!

  • Vier Einflüsterungen, die dich bremsen,
  • und wie du sie einfängst.

Die Zielbar hat zu einer Blogparade unter dem Titel „Entscheidungen treffen“ eingeladen und gefragt, wie wir Entscheidungen treffen. Nicht ganz unabhängig, meine ich. Wir stehen unter dem Einfluss wohlmeinender Freunde – und manchmal vom kleinen Mann im Ohr. Unserem Erfolg als Selbständige tun diese „falsche Freunde“ gar nicht gut. Ich habe mir einmal vier davon vorgenommen.

Das neue Jahr liegt wie ein wunderbares Versprechen vor uns. Es will gewonnen, erobert und gelebt werden. Worauf warten wir noch? Es ist Zeit, aufzubrechen! Also los.

Wären da nicht die Stimmen, die uns festhalten wollen. Kennst du sie auch? Sie raunen uns zu, an Ort und Stelle zu bleiben. Sei wachsam, wenn du Sätze wie diese hörst:

Erfolgsblockaden, die uns Selbständigen im Weg stehen

„Warum denn? Es läuft doch gerade so gut.“

Dein Geschäft brummt. Du bist aus-, wenn nicht überbucht. Wie Perlen an der Schnur reihen sich die Anfragen aneinander. Du fühlst dich stark und sicher. Offenbar hast du alles richtig gemacht. So kann das weiter gehen!

Das Angebot fortentwickeln? Neue Kontakte knüpfen? Sich um Trends kümmern? Dafür ist jetzt keine Zeit.

Wenn dein Geschäft gut läuft: Kompliment! Genieße es. Und sei zugleich darauf vorbereitet, dass das Business nun einmal keine gerade Straße ist. Jeder, der schon länger selbständig ist, kann ein Lied davon singen.

Es kommt der Tag, an dem das Telefon schweigt und das Postfach seltsam leer bleibt. Die Fehlersuche fällt dann schwer: Es könnte eine konjunkturelle Delle sein, die gar nichts mit dir zu tun hat.

Vielleicht sind jedoch deine Kontakte in den Unternehmen ersetzt worden und die Neuen wollen mit anderen Partnern arbeiten. Oder dein Angebot ist über die Jahre ein bisschen langweilig geworden und deine Kunden wünschen sich frischen Wind. Oder du hast dich vor lauter Arbeit aus deinen Netzwerken zurückgezogen. Vielleicht hast du dich auf einen großen Kunden verlassen, der dir nun weggebrochen ist.

Keines dieser Beispiele habe ich mir ausgedacht. Kunden haben mir davon erzählt, Partner und teilweise habe ich es selbst erlebt. An das Gute gewöhnt man sich so leicht. Möglicherweise ist das die schwierigste Übung, in der Hochphase an künftige Risiken zu denken.

Bleib wachsam, auch wenn es gut läuft!

„Du musst einfach am Ball bleiben“

Die Geschichte vom Frosch im Sahnekrug kennst du bestimmt. Wie oft hat man sie dir schon erzählt? Das Tier ist im Topf gefangen und strampelt verzweifelt um sein Leben. Dabei wird die Sahne zu Butter und der Frosch kann sich befreien.

Dein Auftragsbuch ist nur mäßig gefüllt. Heißt das, dass du einfach durchhalten musst?

Was ist, wenn der Frosch im Milchtopf sitzt?

Richtig ist, dass Existenzgründer eine Durststrecke überwinden müssen. Gegenüber pauschalen Durchhalteparolen bin ich dennoch skeptisch. Ich möchte zumindest sicher sein, in der Sahne zu sitzen und nicht in der Milch.

Prüfe also deine Geschäftsidee auf ihren (Fett-) Gehalt. Gute Geschäftsideen sind einfach und klar. Sie beschreiben einen Kundenbedarf und bieten dazu eine Lösung an. Ein Bedarf liegt vor, wenn der Kunde selbst die Notwendigkeit sieht, zu handeln, und wenn er das nötige Budget hat.

Ich habe schon viele Trainer und Coaches getroffen, die sich über Jahre in einer schwierigen Existenz verfangen hatten, weil sie sich in eine Idee verliebt hatten und sie nicht loslassen wollten. Wenn deine Idee einfach keine Resonanz findet, schau nochmal genau hin, was deine Kunden wirklich suchen. Frag sie mal.

Lass los, was überholt ist!

„Das kann ich doch nicht machen“

Dich festlegen? Eine Position beziehen? Und wie!

Das Meer derjenigen, die dies, das und jenes tun, ist unübersehbar. Du glaubst nicht, wie erfrischend es ist, wenn ein Trainer sagt: Der bin ich. Das kann ich. Und das nicht.

Lass dir eine Geschichte erzählen: Eben rief ein Kunde bei mir an: „Frau Boll, die Website funktioniert. Ich habe ein Gespräch mit XYZ. Und wissen Sie was? Ihre These stimmt: Die Leute scannen Begriffe. „Komplexität“, „Kundenservice“ und „Vertrieb“ waren die wichtigen Worte.“

Namen will ich nicht nennen. Aber ich verspreche dir, dass der mögliche Auftraggeber ein Unternehmen ist, dessen Namen auch du kennst.

Habe Mut, eine Position einzunehmen.

„Ich mag aber beides“

Du kannst mehrere Ideen gleichzeitig verfolgen. Auch hier gilt: Du bist Chef deiner Firma und entscheidest.

Mach dir klar, dass du deine Energie für eigene Weiterbildung, Angebote und Unterlagen sowie Vermarktung auf mehrere Töpfe verteilst. Es kann passieren, dass in keinem genug drin ist – und dass deine Umwelt nicht versteht, was du tust.

Manchmal bauen Trainer und Coaches ein Entweder-Oder auf, wo keines nötig ist. Trotz der Vielfalt gibt es in ihren Projekten einen roten Faden. Die Kunst ist, ihn zu finden, und ein Dach über das gesamte Angebot zu spannen. Überlege, in welchen Situationen deine Kunden auf dich zukommen und welche Probleme du für sie löst. Hier steckt oft die Gemeinsamkeit, die alle deine Einzelleistungen zusammenfasst.

Triff deine Entscheidung bewusst mit allen Vor- und Nachteilen.

In meinem Artikel geht es mir weniger um große, dramatische Entscheidungen als um die täglichen, kleinen Kurskorrekturen: um den Mut, unbequemen Dingen in die Augen zu sehen, oder um die Energie, vertraute Pfade zu verlassen. Welche Blockierer fallen dir noch ein? Ich bin gespannt und freue mich über deinen Kommentar!

 

 

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