Als die Maria durch den Dornwald ging, hatte der alte Mann in der ersten Reihe Tränen in den Augen. Ich war auf der Bühne zusammen mit meinem Chor und wir präsentierten unser Weihnachtskonzert.

Woran er wohl dachte? Vielleicht an die Zeit als die Kinder noch klein waren. Oder er hatte seine Frau in diesem Jahr verloren. Vielleicht war er einfach gerührt, weil er schon so viele Jahre erlebt hatte: gute und schlechte; und immer hatte die Maria Weihnachten eingeläutet; unveränderlich, schön und tröstend.

Die Frau ein paar Sitze weiter war auf ihrem Stuhl eingenickt.

Das Konzert ging weiter. Irgendwann hatten wir den modernen Teil erreicht. Höhepunkt war ein jazziges Stück, ein Klanggemälde mit treibendem Beat, dramatischen Tonsprüngen und starken Dynamiken. Stellen Sie sich die Glocken einer Domkirche vor: majestätisch und einnehmend. So in etwa. Wir hatten fleißig geübt und waren gut in Form. Es war eine Pracht!

Die Frau saß jetzt kerzengerade!

Der Mann wirkte höflich-interessiert 😉

So ist das mit Weihnachen. Jeder hat sein eigenes. Ich wünsche Ihnen genau das Ihre.

Fröhliche Feiertage und einen guten Start in das neue Jahr! Schön, wenn wir uns im nächsten Jahr hier wieder sehen.

Herzlich, Kerstin Boll

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