Zur Positionierung als Coach oder Trainer: Sieben Fragen an Ihren Berater

  • Damit Sie wissen, was Sie in der Beratung bekommen
  • Checkliste für die Auswahl eines Positionierungsberaters

Ach ja, die Positionierung. Trainer, Berater und Coaches haben es wirklich nicht leicht: Wenn sie sich einmal dafür entschieden haben, ihr Profil zu schärfen, stehen sie gleich vor dem nächsten Problem: An wen wenden sie sich? In den letzten Jahren haben eine ganze Reihe Positionierungsberater die Weiterbildungsbranche für sich entdeckt. Der Markt ist bunt geworden.

Positionierung als Coach: So wählen Sie Ihren Berater aus

Ich habe ein bisschen sortiert und eine Checkliste aufgestellt. Wenn Sie mit einem Berater reden, fragen Sie ihn doch einmal:

 

Phase der Selbstständigkeit

Es gibt Existenzgründungsberater und solche für erfahrene Weiterbildungsanbieter. Und es gibt Berater, die beides anbieten.

Bei Existenzgründern geht es darum, eine Zukunft zu entwerfen, die es noch nicht gibt. Bei erfahrenen Trainern und Coaches kann der Berater auf die Erfahrung des jeweiligen Kunden zurückgreifen: Gutes können Trainer und Berater weiter spinnen, Überholtes lassen und Neues einfügen. Die Beratungsmethodik ist deshalb unterschiedlich.

Mein Tipp: Prüfen Sie, ob Sie der Berater in Ihrer Phase der Selbstständigkeit abholen kann. Wie geht er methodisch vor? Klingt seine Antwort schlüssig für Sie?

 

Branchenschwerpunkt des Positionierungsberaters

Manche Positionierungsberater beraten über alle Branchen hinweg. Einige sind auf Weiterbildungsanbieter spezialisiert. Dritte sind ganz auf Coaches fokussiert.

In der Positionierungsberatung kommt immer auch das Marktumfeld zur Sprache. Mir ist es wichtig, etwas über Akteure, Trends und Branchenspezifisches wie gängige Honorare zu wissen. Ich weiß ehrlich nicht, wie ich anders beraten sollte. Meine Meinung dazu ist: Fragen Sie Ihren Berater, wie sehr er in Ihrer Branche beheimatet ist.

Der Fokus auf Coaches alleine ist mir zu eng: Die Mehrzahl meiner Kunden sind Trainer, Berater und Coaches in Personalunion. Sie sind darüber hinaus oft sogar noch Mediatoren, Moderatoren und anderes mehr. Dafür gibt es einen Grund: Ihre Auftraggeber buchen sie für Projekte, in denen sie je nach Aufgabe das richtige Werkzeug aus ihrem Koffer ziehen. Eine Rolle alleine wäre zu wenig.

 

Die Dauer

Auch hinsichtlich der Beratungsdauer gibt es viele Varianten: Einige Beratungen dauern nur zwei Stunden, andere nehmen mehrere Wochen in Anspruch.

Was passt, hängt davon ab, was der Trainer oder Coach erreichen will.

  • Ist er mit sich und seiner Positionierung weitgehend klar, können zwei Stunden ausreichen, um der Positionierung den letzten Schliff zu geben oder sie geringfügig zu aktualisieren. In einer Kurzberatung stellt der Trainer oder Coach seine Positionierung im Prinzip auf die Probe: Er setzt sich auf den heißen Stuhl und holt sich Feedback ein.
  • Oft geht es jedoch darum, etwas wirklich Neues zu entwickeln: Manches Alte wird aussortiert. Gelegentlich sind lieb gewonnene Selbstbilder darunter. Neues kommt hinzu.

Eine Positionierungsberatung hat zuweilen Züge eines Change-Prozess. Und wer wüsste besser als Sie, liebe Leser, dass ein Change seine Zeit braucht.

Ich finde: Eine Positionierung sollte passen wie ein guter Anzug und der Trainer oder Coach muss sich darin wohlfühlen. Wird sie nicht gelebt, bleibt sie ein Papiertiger. Deshalb finde ich es gut, sich für die Positionierung Zeit zu nehmen und lieber ein Gespräch mehr als weniger zuzulassen.

 

Die Form

In Sachen Form können positionierungswillige Trainer und Coaches aus einer ganzen Fülle an Angeboten wählen: Von der persönlichen Beratung bis zum E-Mail-Kurs gibt es alle Varianten.

Was passt, hängt nun wirklich vom Trainer oder Coach ab.

  • Sprechdenker und beziehungsorientierte Menschen sind im persönlichen Gespräch gut aufgehoben.
  • Manchen bekommt die Telefonberatung gut. Der Rückzug und das Ausschalten äußerer Reize helfen sogar, sich zu konzentrieren. Das hängt vom Typ ab. Eine Telefonberatung kann eine gute Lösung sein.
  • Echte Schreibdenker kommen mit Selbstlernkursen gut zurecht. Im Verlauf des Kurses sollten sie natürlich Feedback des Beraters bekommen – sonst könnten sie ja gleich ein Buch lesen. Aber das ist eigentlich die Regel.

Meine Wahrnehmung ist, dass es in der Beratung vor allem auf eine gelöste Atmosphäre ankommt. Kunden sagen oft ganz wunderbare Dinge, nebenher, ohne sich dessen bewusst zu sein. Der Berater muss sie „nur noch“ auffangen. Das funktioniert sowohl am Telefon wie auch im direkten Gespräch.

 

Das greifbare Ergebnis

In den meisten Fällen bekommt der Trainer oder Coach nach der Beratung etwas ausgehändigt: einen Mitschnitt in Form eines Videos oder Podcasts oder eine Dokumentation.

Mein Favorit ist die Dokumentation, aus folgendem Grund: Nur sie lässt zu, die vielen gesprochenen Worte auf einen Punkt zu bringen und zu verdichten. Der Kunde kann sie lesen, auf sich wirken lassen, mit dem Berater und vertrauten Menschen diskutieren – und eben gerade ziehen.

Hat der Kunde einen Life-Mitschnitt, muss er im Zweifel die ganze Aufzeichnung anhören oder ansehen – mit allen Schleifen und Wendungen. Ich finde das unpraktisch. Das aber ist – zugegeben – eine Meinung.

In die Kategorie „greifbares Ergebnis“ gehört auch die Frage, was sich an die Beratung anschließt: Bietet der Berater eine Folgeleistung an?

Gerade hat mir ein Neukunde sein Leid geklagt: Eine Positionierungsberatung hat er schon mehrfach durchlaufen. Nur danach passierte nichts mehr. Auf noch mehr Positionierungsberatung hatte er keine Lust. Nun ja, wen wundert es?

Mein Tipp deshalb: Fragen Sie, was Sie bekommen und was im Anschluss an die Beratung passiert. Werden Texte für die Website geschrieben? Werden Themen für die laufende Kommunikation entwickelt? Oder geht es um Telefonakquise? Und wer macht das? Eine Positionierung sollte wirksam werden.

 

Das Beratungsverständnis

Je nach Herkunft und Persönlichkeit hat jeder Berater seine Handschrift. Meine Berufskollegin Heide Liebmann etwa ist ausgebildeter Coach und bezieht in ihre Beratung etwa das persönliche Umfeld des Kunden ein.

Auch ich will für meine Kunden eine starke Ausgangsposition finden, doch ich habe vor allem Trends in der Weiterbildung im Sinn sowie einen klugen Auftritt auf einem zersplitterten, reifer werdenden Markt. Zudem bin ich vom Online Marketing beeinflusst. Das bedeutet: Ein Kunde ist für mich ein Entscheider auf der Reise. Er hat Fragen und sucht Sicherheit. Antworten für ihn und sogenannte „Trusts“ nehmen für mich in der Beratung einen großen Raum ein.

Wahrscheinlich gibt es in diesem Punkt unzählige Varianten. Fragen Sie Ihren Berater, aus welchen Quellen er schöpft und was seine Beratung prägt.

 

Das Menschliche

Die Chemie muss stimmen. Ich bin unbedingt dafür. Eine Positionierungsberatung hat sehr persönliche Züge. Der Trainer oder Coach braucht Vertrauen, um sich zu öffnen. Und der Berater sollte ein bisschen Spaß an seinem Auftrag haben und Lust auf den Kunden. Das beflügelt die Kreativität ganz enorm und kommt dem Beratungsergebnis zugute.

Habe ich einen Punkt vergessen? Oder sind Sie anderer Meinung? Schreiben Sie mir: Ich freue mich über Nachrichten von Ihnen.

 

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