Social Media für Management Trainer und Business Coachs

„Facebook ist nicht das Internet“, ruft David Stingl in die Blogger-Gemeinde hinein und lädt gleichzeitig zu einer Blogparade.
25 Millionen deutschen Facebook-Nutzern zum Trotz sehe ich das auch so. Mit Blick auf meine Kunden halte ich Facebook einfach nicht für die erste Wahl.

Spiel und Spass – der Herzschlag von Facebook

Facebook hat seinen Ursprung im Privaten. Der typische Nutzer ruft nach dem Log-in seine Profilseite auf und bleibt dort. Er will wissen, was seine Freunde so machen, und was es Neues gibt – vielleicht vom Fußball-Club. Unterhaltung und Zerstreuung stehen in seiner Erwartung ganz oben. Wenn er sich emotional angesprochen fühlt, verteilt er Kommentare und Likes. Auf Werbung hat er keine Lust. Das müssen immer mehr Werbeleute einsehen.

Vor dem Hintergrund fragen mich Trainer, Berater und Coachs nach einer Social Media-Strategie, die zu Kunden führt.

Wer bei Facebook ein starkes Netzwerk aufbauen will, muss seine Kontakte für die Interaktion gewinnen. Dass Siege und Niederlagen des Fußballclubs emotionalisieren, sieht jeder ein. Aber Führungsmodelle in Anpassung an die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern? Das ist ein typisches Thema, mit dem es ein Management-Trainer zu tun hat.

Um seine Leser bei Facebook zum Handeln zu bringen, müsste er seine in der Regel recht abstrakten Themen wie Kommunikationsblockaden, Fehler in der Führung oder Schwierigkeiten bei Entscheidungen in einer spielerischen, heiteren Form aufbereiten, am besten mit Fotos, Grafiken, Illustrationen, Spielen, Umfragen und Ähnlichem.

Das geht – ohne Zweifel. Nur in den allermeisten Fällen ist der Aufwand für einen einzelnen Selbständigen zu hoch.

Deshalb arbeiten viele Trainer und Coachs bei Facebook mit Lesehinweisen und persönlichen Stellungnahmen. Das kann man tun. Nur: Die Kommunikation von Tipps oder Fakten widerspricht der DNA des Netzwerks. Weshalb gehen Trainer und Berater dann nicht gleich zu Xing? Ich meine: Zur Not kann man mit einer Zange einen Nagel in die Wand schlagen. Aber ein Hammer ist einfach besser.

Xing – Tor zur Geschäftswelt

Xing ist ausdrücklich ein Geschäftsnetzwerk. Unternehmer, Entscheider, Personal-Leute und Weiterbildner – alle sind da. Ein Management-Trainer oder Business-Coach trifft bei Xing genau seine Zielgruppe. Mit Millionen von Jugendlichen, die vor allem Spass suchen, muss er sich gar nicht erst herum schlagen.

In einem Geschäftsnetzwerk darf man sich geschäftsmäßig geben. Hin und wieder eine spielerische oder humoristische Note einzubringen, ist prima. Aber keine Notwendigkeit. Werthaltige Informationen anzubieten, ist völlig in Ordnung.

Sinn und Zweck der Plattform Xing ist es, Geschäftskontakte anzubahnen und zu pflegen. Wer sich so verhält, befindet sich auf dem richtigen Gleis.

Von den vielen Millionen möglichen Kontakten bei Facebook darf man sich nicht irre machen lassen. Welcher Selbständige braucht eine Reichweite von 25 Millionen? Die Frage muss erlaubt sein, denn viele Trainer und Berater setzen in ihrer Vermarktung auf ihr persönliches Netzwerk. Und die 300, 500 vielleicht auch 1.000 guten Kontakte finden sie bei Xing allemal.

Immer wieder höre ich: „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Alle sind bei Facebook – da müssen wir auch hin.“ Und dann kommt der Hinweis, dass die heute Jugendlichen irgendwann einmal Kunden sein werden.

Ein heute 22-Jähriger wird vielleicht mit 28 aus dem Studium kommen und seine erste Stelle antreten, wo er – wenn es gut läuft – ein erstes Training bekommt. Der Auslöser dürfte die Personalabteilung sein. Bis er selbst Führungskraft wird und Entscheidungen trifft, dauert es noch einmal vielleicht vier Jahre. So oder ähnlich.

Wer diesen Studenten als Kunden von Morgen gewinnen will, nimmt zehn Jahre Marketing auf sich: sechs Stunden pro Woche, 50 Wochen im Jahr, 10 Jahre lang. Ich finde, das ist eine Entscheidung, die gut überlegt sein will. „Alle tun’s“ ist mir als Argument einfach zu wenig. Wer genau soll gewonnen werden? Das will ich genauer wissen.

Das eigene Blog – Eigenheim im Netz

Andererseits: Eine Internetpräsenz nur bei Xing wäre mir auch nicht recht. Generell finde ich die Mitgliedschaft auf einer Plattform alleine zu heikel, denn sie ähnelt einem Mietverhältnis: Der Eigentümer kann immer mal die Hausordnung ändern (Facebook). Plattformen kommen (Pinterest) und gehen (Posterous, MySpace). Jemand hat sich einmal bitter beschwert, weil sein Profil mit samt seiner vielen Hundert Kontakte gelöscht wurde. Er hatte versehentlich eine Namenskonvention nicht eingehalten und seinen überall gebräuchlichen Spitznamen angegeben.

Ein eigenes Blog gehört für mich dazu. Es ist wie ein Eigenheim von dem mich niemand vertreiben kann. Ein Blogbetreiber ist Herr in seinem Haus und bestimmt die Regeln. Er kann Themen setzen und sich so präsentieren, wie er es für richtig hält.

Blog und Xing – ein starkes Duo für den Einstieg

Bei selbständigen Trainern und Beratern sind die Mittel für das Marketing meist knapp bemessen. Wenn sie dann auch noch am Anfang ihres Social Media-Marketings stehen, empfehle ich in der Regel die Kombination aus Blog und Xing. Beide zusammen sind ein starkes Duo.

 

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