Weshalb Sie die Leidenschaft besser aus Ihrem Trainermarketing tilgen und ein Tipp für eine Alternative

In den Selbstdarstellungen von Trainern, Beratern und Coachs begegne ich ihr dutzendfach: der Leidenschaft. Ich weiß nicht, wer das aufgebracht hat, aber ohne Leidenschaft geht es anscheinend nicht:

„Mit Kompetenz und Leidenschaft Menschen begeistern“
„Souveränität Leidenschaft Orientierung“
„Wir trainieren mit viel Leidenschaft …“
„Trainer aus Leidenschaft“
„Vertrieb ist meine Leidenschaft“
„Verkaufen leben – das ist mein Motto und meine Leidenschaft“
„Mit Leidenschaft und Engagement führen wir unsere Seminare durch“

Keine drei Minuten hat mich die Recherche gekostet. Was aber bedeutet dem Personalentscheider die Leidenschaft des Weiterbildners? Gehen Sie doch einmal von sich aus. Mal angenommen, Sie hätten mich mit einem Artikel beauftragt. Was wäre Ihnen wichtig?

  • … dass Sie einen gut lesbaren Text bekommen, der Lust darauf macht, Sie kennenzulernen?
  • … dass ich Sie verstanden habe und der erste Entwurf bereits sitzt?
  • … dass ich zügig und zuverlässig liefere?
  • … oder, oder,

Würden Sie mich wegen meiner Leidenschaft für das Schreiben beauftragen? Trainer, Berater und Coachs sind umgängliche Menschen, weshalb ich gerne für sie arbeite. Keiner will, dass ich mich quäle, aber an die Idee können wir ohne Umschweife einen Haken setzen 😉

Immer diese Leidenschaft

Wechseln wir die Szene und steigen in die Schuhe Ihres Kunden. Nach allem, was ich über Personalentscheider gelernt habe, wollen sie mit einem Auftrag an Sie eine Aufgabe vom Tisch bekommen und zwar zuverlässig. Der Weiterbildner sollte außerdem gut zur Kultur des Unternehmens passen. Ihre Leidenschaft zu betonen, ist wenig hilfreich, denn …

  •  … Leidenschaft steht im Kontext mit einem Zustand von Kontrollverlust. Das kann kein Auftraggeber ernsthaft wollen.
  •  … die „Leidenschaft als Trainer“ ist zu einem Stereotyp geworden. Jeder ist irgendwie unheimlich leidenschaftlich bei der Arbeit. Ein Unterscheidungsmerkmal gibt die Leidenschaft jedenfalls nicht mehr ab.
  •  … vielleicht steht die viel zitierte Leidenschaft für Antrieb oder Engagement und ich hab’s nicht mitbekommen. Dass Sie Ihre Weiterbildung mit Energie betreiben, erwartet Ihr Auftraggeber jedoch als Selbstverständlichkeit. Das müssen Sie nicht eigens erwähnen.

Ihre Motivation ist wichtig – für Sie selbst. Ihr Kunde hat andere Anliegen. Erzählen Sie ihm etwas Neues und Bedeutsames über sich. In der Profilberatung frage ich Kunden, welchen Auftrag sie aus Überzeugung abgelehnt haben. Oder welche Persönlichkeiten sie gerne kennenlernen würden und weshalb. Die Antworten deutet auf persönliche Werte hin. Das ist Rohmaterial, mit dem Sie arbeiten können.

Was Sie außerdem interessieren könnte