Weshalb die Risiken an anderer Stelle liegen, als du denkst

  • Dein Artikel ist daneben gegangen – oder nicht?
  • Drei Sorgen von Bloggern und was jeweils zu tun ist.

Viele Neu-Blogger machen sich Sorgen, dass sie mit ihren Artikeln eine schwache Figur machen könnten.

Das kann ich gut verstehen. Ich erinnere mich an meine Aufregung zu Beginn, immer wenn ich den Senden-Button gedrückt hatte. Doch rückblickend muss ich sagen: alles halb so wild. Lass uns mal nachsehen, was wirklich passieren kann.

Gehen wir davon aus, dass du Weiterbildungsprofi bist. Du bist Solo-Selbständiger und beschäftigst dich mit Persönlichkeitsentwicklung, Change Management, Verkauf und Ähnlichem mehr.

Drei Sorgen und was jeweils zu tun ist

Kein Mensch liest deinen Artikel

Du hast dir Mühe gegeben und Zeit investiert – und die Resonanz liegt bei null. Das große Schweigen ist nicht schön. Jedoch ist es nicht das Schlimmste, was dir passieren kann.

Falls dein Artikel nicht gut ist, bekommt es kaum einer mit.

Versuche die Ursachen herauszufinden:

Das Thema

Ist das Thema deinen Kunden „nah“? Spricht es ihnen aus dem Herzen?

  • Geht es auf eine ihrer Wünsche, Fragen oder Sorgen ein?
  • Hilft dein Artikel deinen Lesern, ihre Situation einzuordnen oder sogar ein Problem zu lösen?
  • Gibt er ihnen einen Eindruck davon, wie es ist, mit dir zu arbeiten?

Solltest du jedes Mal „Nein“ sagen, prüfe dein Thema.

Menschen lesen eine ganze Menge, wenn sie das Lese-Angebot als nützlich einschätzen. Sorge dafür, dass dein Artikel deine Leser abholt!

(Lies dazu auch: Blogthemen finden, Sog erzeugen sowie Deine Leser binden)

Die Überschrift

Die Überschrift ist so etwas wie der eingebaute Anzeigenteil eines jeden Artikels: Sie ist das erste, was dein Leser sieht. Anhand der Überschrift entscheidet er, ob es sich für ihn lohnt, in deinen Artikel einzusteigen (Lies dazu auch: So wird deine Überschrift magnetisch).

Eine schwache Überschrift untergräbt den Erfolg eines ansonsten großartigen Artikels!

Im Netz findest du reichlich Vorlagen für Überschriften. Schau mal nach. Spannend finde ich außerdem den „Thrive Headline Optimizer“. David Goebel hat ihn in einem Artikel vorgestellt: Der Optimizer wählt für deinen Artikel aus mehreren Varianten die Überschrift aus, die am besten funktioniert.

Dein Artikel ist noch nicht in deinem Netzwerk angekommen

Dein Artikel findet reichlich Leser, wenn ihn andere in ihren Netzwerken empfehlen. Wichtig ist, dass Menschen aus deinem Netzwerk auf deinen Artikel aufmerksam werden und eine Leseempfehlung bei LinkedIn, Facebook & Co. aussprechen.

Daraus ergeben sich als Handlungsmöglichkeiten für dich:

  • Habe Geduld! Kündige deinen Artikel noch einmal in deinen Netzwerken an. Deine besten Empfehlungsgeber waren vielleicht offline, als du deinen Artikel publiziert hast.
  • Mache dich unabhängig vom Zufall und sprich gute (!) Bekannte mit der Bitte an, deinen Artikel wohlwollend zu lesen und weiterzugeben.
  • Experimentiere mit unterschiedlichen Postings: Schreibe mehrere Posting-Texte als Ankündigung für deinen Artikel und beobachte, welcher die meisten Reaktionen bewirkt.

Du stehst noch am Anfang und dein Netzwerk ist klein? Komfortabel ist das nicht, doch für die geringe Leserzahl gibt es dann eine gute Erklärung. Bleibe am Ball und baue dir dein Netzwerk auf.

Fiese Kommentare

Die Angst vor negativen Kommentaren ist eine der größten Sorgen bei Neu-Bloggern.

Man kann es nicht oft genug sagen: Auf deinem Blog bist du der Chef oder die Chefin. Unsachliche, blöde, beleidigende oder unhöfliche Kommentare musst du nicht freischalten!

In den vielen Jahren, die ich schon blogge, ist mir übrigens noch niemand wirklich dumm gekommen. Das hat einen Grund: Keiner gerät wegen Tipps für Content Marketing und Bloggen aus der Fassung.

Die Gefahr für unangemessen negative Reaktionen steigt in dem Maße, wie du dich weltanschaulich-polarisierenden Themen zuwendest und die Leserzahl deines Blogs steigt. Du hast es in der Hand: Die Themen wählst du!

Falls jemand jedoch berechtigte Kritik äußert, solltest du das aushalten. Das gehört zum guten Ton. Auch wenn es dich wurmt: Bedanke dich für den Impuls und gehe zur Tagesordnung über. Während du dich noch beschämt fühlst oder dich ärgerst, sind die anderen mit dem Kopf schon beim nächsten Thema. Mache also möglichst wenig Wind. Dann fällst du am wenigsten auf.

Übrigens: Das Faktenkontor und na news aktuell haben PR-Profis nach den wichtigsten Ursachen für Kommunikationskrisen gefragt: Das Vertuschen eigener Fehler ist mit deutlichem Abstand der wichtigste Auslöser!

Dein Artikel wirkt sich negativ auf dein Image aus

Stellen wir uns vor, ein Personalentscheider liest deinen Artikel – und mag ihn nicht. Er findet ihn schlecht.

  • Ist der Artikel wirklich schlecht oder vertritt der Entscheider eine andere Weltanschauung? Wenn letzteres gilt, hast du womöglich sogar Glück gehabt und bist um eine kräftezehrende, unangenehme Verhandlung mit ungewissem Ausgang herumgekommen.
  • Ist dein Artikel tatsächlich fachlich fragwürdig? Das wäre allerdings übel! Halte dich an Themen, bei denen du inhaltlich fest im Sattel sitzt.
  • Ein Leser hätte sehr wohl als Kunde zu dir gepasst, doch er erkennt dich nicht als den Richtigen oder die Richtige. Auch das ist ein echtes Übel! Tritt einen Schritt zurück und beschäftige dich mit den Fragen, Themen und Wünschen deiner Kunden.

Auch das gibt es: Ein Artikel, den du einmal richtig fandest, passt jetzt nicht mehr zu dir: Du hast deine Meinung geändert. Die Welt dreht sich nun einmal und du mit ihr. Ob seit der Veröffentlichung zwei Wochen oder drei Jahre vergangen sind: Artikel, zu denen du nicht mehr stehst, darfst du aus dem Kreis deiner aktiven Artikel löschen. Das solltest du sogar. Prüfe regelmäßig deine Artikel, die du freigeschaltet hast.

Das größte Risiko …

Du merkst: Fast alles lässt sich heilen. Auf Dauer schlimm wäre es, von Dingen zu schreiben, von denen du keine Ahnung hast. Dass das keine gute Idee ist, versteht sich allerdings von selbst.

Eine viel größere Gefahr sehe ich darin, dauerhaft an deinen Kunden vorbeizuschreiben. Von der Hand zu weisen, ist dies nicht: Selbst etablierte Unternehmen wissen oft nicht genau, was ihre Kunden beschäftigt.

Ich vermute, dass in dem Nicht-Genau-Wissen ein großer Teil der Verunsicherung liegt, die viele Weiterbildungsprofis beim Schreiben spüren. Doch aus dieses Risiko kannst du steuern, indem du deine Kunden fragst und herausfindest, wo bei ihnen der Schuh drückt.

Habe ich jetzt alle Varianten „erwischt“? Ich fürchte, es gibt noch mehr. Welche Sorgen von Bloggern kennst du? Und wie sollten Blogger damit umgehen?


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