Oder: Bist du sicher, dass du deine Wunschleser anziehst?

  • Vier Quellen der Selbsttäuschung
  • und ein Weg zu den richtigen Lesern.

Schon seit 2007 gibt es meinen Blog. Und wahrscheinlich gibt es keinen Fehler, den ich noch nicht gemacht habe ;-) Nun ja. „Leben und Lernen“ heißt mein Motto. Vielleicht aber willst du die eine oder andere Schleife vermeiden.

So machst du deinen Blog bekannt, ohne etwas zu erreichen

Hier sind meine „besten“ Fehlgriffe:

Blogparade

Du nimmst an einer Blogparade teil und schreibst einen sehr schönen Artikel (Was ist eine Blogparade?). Dank dieses schönen Artikels besuchen dich viele neue Leser auf deinem Blog.

Dumm nur, dass der Initiator der Blogparade so rein gar nichts mit deinen Ziellesern zu tun hat. Die vielen neuen Leser werden in hundert Jahren keine Kunden von dir.

Eine Blogparade ist eine gute Sache, wenn dich dein Beitrag bei deinen Ziellesern bekannt macht.

Mehrdeutiger SEO-Begriff

Wie du weißt, konzentriere ich mich auf Trainer, Berater und Coaches und verwende demnach häufig das Wort „Trainer“.

Das ist ganz natürlich, nicht? Nie habe ich mir Gedanken darum gemacht, mich jedoch immer über die vielen jungen, männlichen Besucher auf meinem Blog gewundert.

Irgendwann dämmerte es mir: Es sind Sportler, oftmals Fußballer. Seither hoffe ich, dass sich der „Weiterbildungsprofi“ als Begriff durchsetzt. Der ist zumindest eindeutig.

Achte gerade bei deinen zentralen SEO-Suchworten auf eindeutige Begriffe. Auch der „Coach“ ist vieldeutig.

Fan im eigenen Haus

Soeben hast du deine Webseite und deinen Blog neu gestaltet. Du bist begeistert und außerdem musst du noch ein paar kleine Fehler ausbügeln. Aus vielerlei Gründen bist du ständig auf deiner Seite.

Die neue Seite scheint gut anzukommen. Es ist großartig: Google Analytics meldet dir reichlich Besuch und lange Besuchsdauern.

Bei der Einleitung ahnst du, wo der Hase im Pfeffer liegt: Du bist dein treuester Fan.

Sorge dafür, dass du deine eigenen Zugriffe aus deiner Analyse ausschließt (Interne Zugriffe ausschließen).

Verliebt in den Zuspruch

Jeder Blogger freut sich über zahlreiche Kommentare und gutes Feedback.

Was aber, wenn die Kommentare einem Artikel gelten, der nichts mit deinem Angebot zu tun hat? Und was ist, wenn der freundliche Zuspruch aus der Feder von Kollegen stammt?

Auf meinem Blog sind die Artikel über Trainerhonorare oder Bounce Rates sehr beliebt. Da ich schon so lange selbständig bin, kann ich etwas dazu sagen. Mit meinem Angebot hat das wenig zu tun.

Was mache ich jetzt? Die schönen Artikel und die schönen Kommentare löschen? Eine Zwickmühle. Sehr schwierig!

Bleibe mit deinen Artikeln lieber bei deinem Thema, damit du gar nicht erst in einen Zwiespalt gerätst.

Reichweite gewinnen bei den richtigen Lesern

Wie machst du nun deinen Blog bei den Menschen bekannt, die du tatsächlich erreichen willst?

1. Schritt

Mache dir bewusst, was du mit deinem Blog erreichen willst.

Der Satz klingt banal. Doch in der Praxis zeigt sich, dass er es in sich hat.

  • Willst du ein bestimmtes Angebot in den Vordergrund stellen – ein Produkt oder ein Dienstleistungspaket? Oder willst du dir einen guten Namen für ein Thema machen?
  • Sprechen deine Zielgruppe und dein Angebot dafür, rein online vermarktet zu werden? Oder bieten sich analoge Maßnahmen als Ergänzung an? Inwiefern zahlen deine Blogartikel auf die Kundengewinnung ein?
  • Wen willst du mit deinen Artikeln überzeugen: Personalleute? Assistenten und Referentinnen? Einkäufer? Sofern du in umfangreichen Projekten arbeitest, sprichst du in der Regel mit vielen Menschen.

2. Schritt

Triff eine plausible Annahme

Entwerfe eine Kontaktkette, die einen vernünftigen Eindruck macht und zu dir passt. Gemeint ist dies:

  • Überlege dir, wo dir Neukunden das erste Mal begegnen. Hältst du Vorträge? Schreibst du Bücher? Kommst du mit Facebook, LinkedIn oder Xing gut zurecht? Machst du Telefonakquise?
  • Was passiert, nachdem dein möglicher Neukunde das erste Mal etwas von dir erfahren hat? Aufgrund eines einzelnen Posts oder einer Anzeige wird er kaum bei dir buchen. Er will wissen, wer du bist, was du für ihn tun kannst und ob er mit dir sicher an sein Ziel kommt. Was bietest du ihm an?

3. Schritt

Teste und verwerfe

Du willst teure Fehler vermeiden und auf direktem Weg zu deinem Ziel? Du hast dich umgehört und festgestellt: Es gibt bewährte Wege. Viele machen zum Beispiel gute Erfahrungen mit dem Bloggen. Doch ist das auch dein Weg?

Für die Marketingabteilungen in Unternehmen sind A/B-Tests völlig normal. Sie stellen eine These auf, testen sie und verwerfen sie wieder, wenn sie sich als falsch erweist. Nach und nach nähern sie sich einem Szenario an, das sie sich als Zukunftsbild ausgemalt haben.

Bei Solopreneuren hingegen existiert die unausgesprochene Hoffnung, dass man sich durch scharfes Nachdenken, Gefühl und viel Erfahrung sämtliche Umwege ersparen kann. Wenn man es nur richtig macht, klappt das schon, so die unterschwellige Idee.

Derart zugespitzt formuliert, ist offensichtlich, dass das nicht sein kann. Mein Tipp geht dahin, dir zu überlegen, was dir persönlich liegt: telefonieren, schreiben, auf der Bühne stehen oder was auch immer. Aus dem Set der Aktivitäten, die zur dir passen, baust du deine Kontaktkette. Sie wird zu deiner Marketingmaschine, die du schrittweise verbesserst. Denn es ist tatsächlich so: Viele Wege führen zum Kunden.

Doch zurück zu deinem Blog: Wenn du sicher sein willst, dass du kein Stroh drischst, sondern deine Zielleser erreichst, geht nichts an einer Messung vorbei. Zum Glück ist das DSGVO-konform möglich. Nutze deine Chance.

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