Blogartikeln Spannung einhauchen: Dos and Dont‘s.

  • Weshalb die Muster von Hitchcock & Co. im Netz nicht weiter helfen
  • und wie du doch noch Spannung erzeugen kannst.

„Wie kann ich Spannung in meinen Blogartikeln erzeugen?“, hat mich ein Kunde gefragt. Der Trick liegt darin, dass Beste an den Anfang zu stellen und zugleich für den Schluss aufzuheben.

Wenn das Wort „Spannung“ fällt, denke ich spontan an Thriller. An Verfolgungen und Verschwörungen. An Verstrickungen, Täuschungen und überraschende Wendungen. Autoren und Regisseure arbeiten mit Cliffhangern, falschen Fährten und Andeutungen. Oft wissen wir als Leser oder Zuschauer mehr als der Held und müssen hilflos zusehen, wie er in die Falle tappt. Lieber hin- oder wegschauen? Manchmal weiß man es nicht.

In der Online-Welt haben wir ein völlig anderes Szenario.

 

Spannend ist das Thema, weniger die Aufbereitung

Leser schätzen es, wenn ein Artikel unterhaltsam geschrieben ist. Schon wahr. Doch vor allem wollen Leser die Impulse und Informationen: schnell konsumierbar, einfach und knapp. „Snackable“ fällt mir dazu ein.

Deshalb empfehlen zahllose Blogautoren, das Wichtigste gleich an den Anfang zu stellen – denn dass der Leser bis zum Ende durchhält, ist unwahrscheinlich. Sie führen Inhaltsverzeichnisse ein und wählen sorgfältig ihre Zwischenüberschriften, um dem Leser Orientierung zu geben.

Blogartikel werden in der Regeln nicht deshalb gelesen, weil sie so kunstvoll gestrickt sind, sondern weil der Leser etwas erfährt, was für ihn wichtig ist. Deshalb sind sie für ihn spannend.

 

Spannung im Blogartikel erzeugen – doch noch ein Tipp

Und dennoch. In letzter Zeit finde ich Artikel, die für mehr Unterhaltung in Blogs werben. Da schließe ich mich doch gerne an.

Ein Mittel, Spannung zu erzeugen, ist das „Foreshadowing“, zu Deutsch: die Andeutung. Der Autor enthüllt dem Leser gleich zu Beginn ein Detail. Doch die Bedeutung erklärt sich erst, wenn der Leser bis zum Ende des Artikels am Ball bleibt.

Viele Autoren versuchen einen ähnlichen Kunstgriff, indem sie zu Beginn ihres Artikels eine Frage stellen nach der Form: „Was ist einem Krimi und einem erfolgreichem Coaching gemeinsam?“ Mir ist das zu offensichtlich. Zu direkt. Vielleicht habe ich die paradoxe Frage zu oft gelesen.

Wie findest du alternativ einen erzählenden Einstieg? Ich stelle mir als Beispiel einen Auftrittsberater vor, der schreibt:

„Wochenlang hatte mein Klient seine Präsentation ausgearbeitet. Er war bis ins Detail vorbereitet. Der Einwurf aus der ersten Reihe brachte ihn völlig aus dem Konzept. Er konnte nicht ahnen, dass er genau deshalb den erfolgreichsten Vortrag seiner Laufbahn halten würde.“

Im Folgenden schreibt der Berater darüber, dass der Einwurf den Klienten dazu brachte, von seinen Motiven in der betreffenden Frage zu sprechen. Von seinen Wünschen und Ideen. Auf die Art gelang es dem Klienten erstmals, eine Verbindung zu seinen Zuhörern herzustellen und sie reagierten begeistert.

So ungefähr könnte das aussehen. Andeutung meint: Ein Detail enthüllen, aber nicht gleich das ganze Bild. Magst du es versuchen? Übrigens: Hier findest du noch mehr Ideen für Textanfänge.

 

 

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