Vom Hölzchen aufs Stöckchen?

Vom Hölzchen aufs Stöckchen?

In drei Schritten zum perfekten Aufbau eines Blogartikels

Wie behalte ich den roten Faden? Ich bin so in meiner Welt verhaftet, ich verliere ihn manchmal aus dem Blick.“ Der Aufbau eines Blogartikels ist das Thema. Viele Kunden haben mich schon darauf angesprochen, so auch mein Gesprächspartner: Es ist ihm ein ehrliches Bedürfnis, nützliche und lesenswerte Inhalte zu veröffentlichen. Doch wie gelingt ihm das, wenn gerade so richtig in Schwung ist und in seiner Begeisterung vom Weg abkommt?

Die Frage ist gut und wichtig:

Mit einer klaren Struktur liest sich dein Artikel leichter. Zugleich zeigst du mit einem schlüssigen Aufbau, dass du inhaltlich in Sattel sitzt und routiniert zu deinem Thema sprechen oder schreiben kannst.

So kommst du zum perfekten Aufbau eines Blogartikels:

Deine Haltung und Erwartung wirken

Ein erfolgreicher Blog lebt davon, dass der Betreiber etwas erzählen will. Im besten Fall hat er eine Botschaft oder eine Mission. So viel Energie ist großartig und unbedingt unterstützenswert! Wenn du dich angesprochen fühlst, solltest du deinen Enthusiasmus nur noch in den richtigen Kanal lenken, damit du in deinem Enthusiasmus nicht an deinen Lesern vorbeischießt.

Bist du mit deinem Fokus bei deinem Leser …

Gemeint ist dies: Aufgabe eines Business Blogs ist, deine Leser mit dir und deiner Arbeit bekannt zu machen. Zugleich willst du erreichen, dass sie sich für dich entscheiden und dich beauftragen.

Versuche also, dein Business aus der Sicht deiner Kunden zu betrachten: Welche Fragen haben sie? Was müssen sie vorab wissen? Welchen Fehlern sitzen sie immer wieder auf? Weshalb suchen sie Lösungen immer wieder am falschen Ende?

Stelle dir nun ein Kennenlerngespräch mit einem Neu-Kunden vor. Er stellt eine Frage, du antwortest. Vielleicht gibst du ihm zwischendurch einen Tipp und antwortest auf die nächste Frage, und so weiter. Mit deiner Aufmerksamkeit bist du bei deinem Kunden. Du möchtest, dass er zufrieden aus dem Gespräch geht. Deshalb konzentrierst du dich auf ihn.

… oder bei dir?

Alleine am Schreibtisch kann es passieren, dass der Fokus bei dir, dem Autor liegt. Du bist versucht, zu erzählen, was du interessant findest.

Der serviceorientiert Vier-Augen-Modus hilft dir weiter: Indem du in Gedanken Kundenfragen beantwortest, gehst du Schleifen und Wendungen aus dem Weg. Deine persönliche Botschaft kommt dennoch an, denn du antwortest immer aus deiner Sicht. Keine Sorge also, dass dein Weltbild oder deine Mission auf der Strecke bleibt.

Mit etwas innerer Distanz zu deinem Blogartikel ist es einfacher, den Aufbau zu planen.

Du schaust gewissermaßen von oben darauf und bist persönlich weniger verwickelt. Dies führt zu einem weiteren positiven Effekt: Mit einem kleinen bisschen Abstand fühlst du dich weniger angreifbar, wenn jemand an deinem Artikel herumnörgelt.

Der positive Subtext eines klaren Aufbaus

Zwischen dem Schreiben und der persönlichen Begegnung gibt es Parallelen – und Unterschiede:

  • Beim Schreiben kommunizierst du in eine Richtung. Falls dein Leser aussteigt, weil er etwas nicht versteht, hast du keine Chance, ihn zurückzuholen. Dein Blogartikel muss ohne dich auskommen. Ein klarer Aufbau hilft dir in dieser Frage: Er sorgt für Verständlichkeit.
  • In der persönlichen Begegnung senden und empfangen wir viele Signale, über die Worte hinaus. So kannst du an der Gestik und Mimik deines Gegenübers ablesen, wie sicher er sich mit seinem Thema fühlt. Sicherheit wirkt vertrauenswürdig. Bei einem unsicheren Sprecher wirst du hellhörig.

Diese Begleitinformation fehlt deinem Blogartikel. Als Ersatz bietet sich eine klare Struktur an: Kannst du dein Thema organisieren, hast du es gründlich durchdacht. Punkt für dich.

Die Struktur ist wichtiger denn je

Vor einiger Zeit fiel mir ein Sachbuch von 1940 in die Hand. Darin zu lesen, war eine Erfahrung: Wie viel Zeit sich der Autor genommen hat, um seine Gedanken zu entwickeln! Heute sind wir ein anderes Tempo gewöhnt. Ich bin richtig kribbelig geworden – was mich als Kind meiner Zeit ausweist. Schnelle Schnitte und verdichtete Informationen sind üblich. So sind wir es gewöhnt.

Mit einem geradlinigen Aufbau beschleunigst du das Tempo deines Artikels. Du sorgst dafür, dass dein Leser zügig zum Fazit und damit zum Höhepunkt deines Artikels kommt.

Drei typische Muster für den Aufbau eines Blogartikels

Die Tippliste

Stell dir die Tippliste als eine Kreuzfahrt mit einem Ausflugsdampfer vor: Du bist der Kapitän und bringst deine Passagiere zu den Höhepunkten deines Reisegebiets.

Tipplisten versprechen schnelle, leicht lesbare und nützliche Informationen. Deshalb sind sie seit Jahren beliebt und bleiben in Mode. Denk doch mal über Highlights deines Fachgebiets nach.

Die Story

Mit einer Story öffnest du deinem Leser die Augen für etwas, das er vielleicht schon tausendmal gesehen, aber nie verstanden hat. Um im Reisebild zu bleiben: Bei einer Story bist du Reiseführer und enthüllst die Geheimnisse einer Sehenswürdigkeit.

Für den Aufbau eines Blogartikels bietet sich als Reihenfolge an:

  • Steige mit einer Geschichte ein. Deine Kunden bleiben anonym, wenn du mit offensichtlich fiktiven Figuren wie „Frau Freundlich“ oder „Herrn Hektisch“ arbeitest. So wird deutlich, dass du eine typische, jedoch keine individuelle Szene wiedergibst.
  • Gehe im zweiten Abschnitt zu den Hintergründen über: Wie lässt sich das, was du gerade erzählt hast, fachlich einordnen?
  • Im dritten Abschnitt ist Platz für deinen Kommentar: Was bewegt dich an der Geschichte? Was findest du beeindruckend, berührend, ärgerlich, erstaunlich oder faszinierend? Welche Folgen siehst du für die Beteiligten? Lass es deine Leser wissen.
  • Gib im vierten Abschnitt einen Tipp oder schließe mit einem Fazit.

Die Entdeckungsfahrt

Mit einer Entdeckungsfahrt führst du deinen Leser an einen Ort, den er alleine nie aufsuchen würde. Du bist so etwas wie ein Expeditionsleiter.

Versuche es einmal mit folgendem Aufbau:

Worum geht es?
Steige mit etwas ein, das an der Oberfläche liegt und von allen gesehen wird.

Worum geht es wirklich?
Was liegt dahinter? Worin liegen die Bedeutung und die Tragweite deines Themas? Was hat dein Leser mit dem Thema zu tun?

Das muss dein Leser wissen
Erläutere, was dein Leser zum Verständnis braucht.

Vorsicht, Fehler!
Was geht häufig schief? Worüber kann dein Leser stolpern?

Vorteile
Welchen Benefit siehst du für deinen Leser? Nicht immer gibt es einen, doch es ist schön, wenn du einen ausmachen kannst. Bis hierher hast du deinen Leser tief in dein Thema eingeführt und auch die dunklen Stellen ausgeleuchtet. Wenn du ihm jetzt etwas Positives mitgibst, gibt das deinem Blogartikel einen schönen Schwung.

Tipp / Fazit
Schließe deine Artikel mit einem Tipp oder einem Fazit ab.

Denke auch an die visuelle Umsetzung deiner Struktur

Gib deinem Artikel mit Überschriften und Zwischenüberschriften eine logische Struktur. Die visuelle Gliederung hilft deinem Leser, sich zu orientieren. Zugleich kannst du anhand deiner Gliederung testen, wie gut du dein Thema aufgebaut hast.

Meine Kollegin Manuels Seubert hat einen tollen Artikel dazu geschrieben:
Grafisch schreiben: 6+1 Tipps gegen Fließtext-Langeweile

So organisierst du dich

  1. Mindmap

Bestimmt hast du eine Idee, worüber du schreiben willst. Nimm ein Blatt Papier oder öffne dein Programm und schreibe deinen Kernbegriff in die Mitte. Gruppiere deine Ideen darum herum.

Mach dir klar, was für ein Stück du schreiben und welche Botschaft du transportieren möchtest: Wie lautet dein Fazit? Was sollte dein Leser mitnehmen, wenn er sich auf einen Satz beschränken müsste?

Schau jetzt noch einmal auf deine Mindmap: Welche Teile brauchst du, um dein Fazit aufzubauen und zu erklären? Nimm diese Ideen mit und spare dir die übrigen für eine neue Gelegenheit auf.

  1. Entwurf

Schreibe nun deinen Artikel in einem Rutsch herunter. Du wirst krumme Sätze formulieren, Fehler tippen und Wortwiederholungen einbauen. Alles egal. Versuche einfach, deinen Gedanken einmal aufzuschreiben.

Ein kleines bisschen Zeitdruck schadet übrigens nicht. Er hilft dir, dich besser zu fokussieren.

  1. Korrektur

Nimm dir nun die Korrektur vor: Verschwurbelte Sätze, schiefe Bilder und Passivsätze sortierst du jetzt aus. Du kannst dir übrigens vom Duden helfen lassen: Der Service weist dich auf sprachliche Unebenheiten hin.

Kommst du so zurecht? Ich wünsche dir viel Erfolg!

Vollständige Neubearbeitung eines Artikels vom 6. November 2017


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Pressearbeit: Fünf Dinge, die du wissen solltest

Pressearbeit: Fünf Dinge, die du wissen solltest

Das Geheimnis erfolgreicher Pressearbeit in drei Minuten.

Es gibt diese Posts, die lassen mir die Haare zu Berge stehen.

Dieses Mal ging es um eine Einladung zu einem Webinar über Pressearbeit. Der Gastgeber hat sich einen Experten eingeladen, damit dieser die Fragen der Teilnehmenden beantwortet. So weit, so gut.

In der Einladung entwirft der Gastgeber ein verlockendes Szenario: Wäre es nicht toll, wenn du dich in der Süddeutschen, der FAZ, im Handelsblatt, der Vogue oder der Freundin wiederfinden würdest? Du glaubst, du schaffst das nur mit den richtigen Kontakten? Ha! Unser Experte zeigt dir, wie auch du den Weg in die Redaktion schaffst.

Da wird eine ganze Menge suggeriert und viel Wichtiges ausgelassen.

Der arme Experte! Der freudigen Erwartung seines Publikums wird er einen gehörigen Dämpfer versetzen müssen.

Wenn du dich für Pressearbeit interessierst, bedenke bitte:

Was darfst du von Pressearbeit erwarten?

Ob du Telefon-Akquise betreibst, Content-Marketing oder Pressearbeit: Alles ist mit Aufwand verbunden. Als Solo-Selbstständiger hast du im Allgemeinen begrenzte Ressourcen. Wo setzt du sie am geschicktesten ein? Erreichst du mit Pressearbeit deine bevorzugten Kunden am besten?

Sich selbst in einer großen Publikation wie der Süddeutschen oder der Vogue vertreten zu sehen, schmeichelt der Eitelkeit ungemein. Doch lass dich nicht einwickeln: Selbst wenn es dir gelingt, mit einem Beitrag in ein solches Blatt zu kommen: Einmal ist keinmal.

Echt. Habe ich ausprobiert. Einmal war ich mit einem Beitrag in der Brigitte Woman.

Das Ergebnis: Kein einziger Kunde hat sich bei mir gemeldet. Dafür haben mich Leute angeschrieben, die sonst wenig Notiz von mir nehmen: Wie ich das denn geschafft hätte und ob ich eine Connection herstellen könne.

Meine Mutter war furchtbar stolz auf mich – und das war ehrlich das Beste an allem.

Wenn andere Wege aussichtsreicher sind, nutze diese.

Weshalb Pressearbeit meist ein Teil des Kommunikationsmix ist

Kunden buchen dich nicht deshalb, weil sie einmal irgendwo eine Presseveröffentlichung von dir lesen. Bevor jemand Kunde von dir wird, muss er deinen Namen lernen. Er muss verstehen, was du anbietest und wie du ihm hilfst. Das Vertrauen muss stimmen und überdies der Zeitpunkt. Bis das alles zusammen kommt, geht im Allgemeinen eine Menge Zeit ins Land und es braucht mehrere Sichtkontakte.

Wenn du deinen Fokus allein auf Pressearbeit setzt, musst du dafür sorgen, regelmäßig in einer Publikation zu erscheinen. So etwas gibt es, etwa dann, wenn du eine Kolumne schreibst. Die Plätze sind jedoch rar.

Mit einzelnen, punktuellen Beiträgen hast du demgegenüber einen eher schwachen Stand: Die verantwortliche Redaktion ist an einem ausgewogenen Mix an Gastautoren interessiert. Andernfalls muss sie sich fragen lassen, wie es um ihre Unabhängigkeit bestellt ist.

In einer ausgewählten Publikation kommst du mit einzelnen Beiträgen nur gelegentlich zum Zug. Aus dem Grund ist die Pressearbeit bei Solo-Selbstständigen im Normalfall ein Teil des Kommunikationsmix. Ein wertvoller Teil. Die Krönung, wenn du so willst, denn sie hebt deine Glaubwürdigkeit und dein Ansehen an. Dennoch bleibt sie ein Teil.

Pressearbeit ist die Krönung in deinem Kommunikationsmix. Nicht jedoch der Körper.

So bitte nicht!

Dennoch willst du in die Presse? Nicole Basel von der Zeitschrift impulse hat in einem Newsletter einmal die Sicht einer Redaktion vorgestellt. Ziemlich erhellend: 5 Wahrheiten über Journalisten .

Wie funktioniert das nun mit der Pressearbeit?

Hier eine Anleitung en miniature für alle, die ihre Werbung selbst machen:

  • Frage dich zuerst: Wer sind deine besten Kunden? Gibt es eine Zeitung oder ein (Fach-) Magazin, das deine Kunden regelmäßig lesen? Möglichst mit hohem Ansehen? Sogar mehrere? Hervorragend! Schreib dir diese Namen auf.
  • Schau dir die ausgewählten Publikationen an: Wer sind die jeweiligen Leser? Welche Beiträge kommen zum Zuge und wie werden sie aufgearbeitet? Welche Stimmung und welcher Tonfall herrscht vor?
  • Wie passt du mit deinem Fach in die ausgewählte Publikation hinein? Hast du eine Idee für einen attraktiven Beitrag?
  • Schau dich auf der Webseite deiner Publikation um und finde deinen Ansprechpartner / deine Ansprechpartnerin. Im Impressum wirst du meist fündig. Bei Fachmagazinen gibt es häufig sogar „Informationen für Autoren“. Gleichwie: Such dir eine Person und gib dich nicht mit einer „info@…“-Adresse zufrieden.

Entwirf eine E-Mail etwa in diesem Sinne:

Guten Tag,

ich möchte Ihnen einen Beitrag über … anbieten.

Den Aufbau und den Inhalt habe ich mir so vorgestellt: ….

Ich glaube, der Beitrag ist für Ihre Leser*innen interessant, weil …

Ich bin, … (Schreibe etwas darüber, was dich für deinen Beitrag qualifiziert).

Wenn Ihnen meine Idee zusagt, freue ich mich über Ihre Antwort.

Herzliche Grüße

Zwei Tipps noch:

  • Wenn deine Idee auf positive Resonanz stößt, meldet sich jemand, und zwar zügig.
  • Achte auf Artikelvorschläge mit hohem Bezug zur Praxis. Weniger attraktiv ist Fachsimpelei oder „Besinnungsromane“. Das Wort hat einmal eine Redakteurin in einem Telefongespräch mit mir angebracht.

Thema Connections

In meiner ersten Zeit als Selbstständige habe ich als PR-Beraterin gearbeitet und Fachartikel lanciert. Mit dem Konzept wie oben beschrieben bin ich gut gefahren. Auch als unbekannte Stimme lässt sich so Aufmerksamkeit wecken.

Wenn du im Lauf der Zeit gute Verbindungen in eine Redaktion knüpfst, ist das natürlich noch viel besser. Im Postfach eines Redakteurs oder einer Redakteurin gehen täglich ungezählte E-Mails ein. Wenn ein bekannter Absender dabei ist, fällt der natürlich positiv auf.

Pressearbeit hat viel Ähnlichkeit mit Content-Marketing: Achte darauf, im Sinne der Redaktion serviceorientiert zu denken und entsprechende Angebote zu machen. Auf lange Sicht wird es leichter: Denn dann kennt und vertraut man sich und die Chancen steigen, dass die Redaktion umgekehrt bei dir anklopft und einen Artikel anfragt.

Gute Pressearbeit ist zu einem großen Teil Beziehungsarbeit. 

Angefangen hat dieser Artikel mit deinem Namen in der FAZ. Was für eine reizvolle Aussicht! Und jetzt? Bei mir hört sich alles viel weniger großartig an. Ich weiß. Ich finde jedoch, es ist wichtig, die Karten auf den Tisch zu legen und nichts zu versprechen, das sich nicht halten lässt. Deine Zeit ist wertvoll.

In dem Sinne wünsche ich dir viel Erfolg!


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Spannung bis zum Schluss

Spannung bis zum Schluss

Acht Kniffe für mehr Spannung in deinem Content

Du strengst dich an. Du gibst alles. Und dann liest dein Leser nur die Überschriften deiner Blogartikel oder hört den ersten Abschnitt deines Podcasts. Bestenfalls steigt er dort ein, wo es für ihn spannend wird. Es ist ein Drama! 

Du willst dich nicht damit abfinden? Sehe ich auch so. Doch wie gelingt es, deine Fans und Follower bis zum Schluss zu fesseln?

In der Autoren-Trickkiste habe ich acht Tipps gefunden: 

Tipp 1: Spannend ist, was dein Publikum spannend findet

Beobachte dich einmal selbst: Spannend ist, was für dich und dein Leben wichtig ist. 

Deinem Publikum ergeht es natürlich ebenso. Oft musst du dein Thema einfach so ins Licht drehen, dass dein Publikum einen Bezug zu sich herstellen kann: Welchen Platz hat dein Thema im Leben deiner Fans und Follower? Wo erleben sie es selbst? Der Trick ist einfach, aber wirkungsvoll.

Tipp 2: Spannung kommt manchmal in Verkleidung daher

Als spannend nimmt dein Leser oder Zuhörer solche Themen wahr, an denen er innerlich beteiligt ist. Was ihn fesselt, kann er oft gar nicht sagen. Aus seiner Sicht ist dein Content ganz einfach gut. 

Wenn dein Leser „spannend“ sagt, spricht er von seiner Empfindung. Der Trigger bleibt verborgen. Es gibt viele Trigger oder Motive, darunter Bestätigung, Neugier, Unterhaltung, Zugehörigkeit zu einer Peer Group, der Blick hinter die Kulissen, sich selbst verstehen, Angst vor Fehlern, Antworten auf praktische Fragen und anderes mehr. 

Wenn du über Spannung in deinem Content nachdenkst, mach dir die Motive deines Publikums bewusst. Damit gewinnst du die Möglichkeit, diese Motive gezielt anzusprechen. 

Wenn du dir etwa vorstellst, dass dein Leser oder dein Zuhörer gerne ein erfolgreicher Unternehmer wäre, kannst du deine Überschrift so wählen: „So denken erfolgreiche Unternehmer. Was sie von anderen unterscheidet“. Danach listest du deine Beispiele auf. Das will er mit Sicherheit wissen.

Tipp 3: Vorfreude steigert die Spannung

Spannung arbeitet oft mit den Mitteln der Andeutung. Dies steht scheinbar in Widerspruch zu der Empfehlung, alles Wichtige gleich zu Beginn eines Content-Stücks zu sagen. 

Du rettest dich, indem du mithilfe der Überschrift und der Einleitung das „Geschenk“ ankündigst, ohne es aus der Verpackung zu nehmen. Soll heißen: Zu Beginn versprichst du einen tollen Tipp, eine ungewöhnliche Erkenntnis oder was immer du sagen möchtest an. Erst am Schluss präsentierst du die Details

Tipp 4: Foreshadowing

Lass uns über Schreibtechniken sprechen. Zuerst das Foreshadowing. 

Beim Foreshadowing wirfst du deinem Leser ein Detail zu, ohne die Bedeutung zu erklären. Erst am Schluss löst du das Geheimnis auf. 

Ein Beispiel: Du lässt den Postboten hochleben, der ein Buch ins Haus bringt. Eigentlich geht es dir jedoch um das Buch. Es löst eine Kette von Erkenntnissen aus und bringt schließlich die Lösung. 

Besonders wirkungsvoll ist die Technik, wenn ein kleines, unscheinbares Detail eine große Bedeutung gewinnt. Deinen Content kannst du so aufbauen: 

  • Das Detail präsentieren.
  • Den Leser oder Zuhörer in Szene setzen: Worum geht es hier? Wie ist die Situation?
  • Die Hintergründe erklären.
  • Die Auflösung präsentieren.

Artverwandt ist die schräge Frage nach dem Muster: „Was ein Krimi und ein erfolgreiches Coaching gemeinsam haben“.

Die schräge Frage deutet eine Parallele an, die der Autor nach und nach aufwickelt. Das Muster ist sehr verbreitet und ich finde es etwas überstrapaziert – offen gestanden. 

Tipp 5: Dilemma

Mit einem Dilemma blickst du deinem Publikum tief ins Herz: Wie soll es sich verhalten und was tut es wirklich? Was wünscht es sich und was bekommt es? 

Das Dilemma bezieht seine Kraft aus dem Hin und Her zwischen Wollen und Sollen. Moral und Wunsch. Das Bessere oder das Bequemere. Einerseits schon, aber andererseits …: Das ist die Triebkraft des Dilemmas.

Texterprofis sprechen von einem Konflikt. Ich habe das Wort bewusst vermieden, weil Trainer, Berater und Coaches nach meiner Beobachtung reflexhaft an Auseinandersetzungen zwischen Menschen denken. 

Auch das ist ein Konflikt, natürlich. Doch ebenso gut kann der innere Konflikt des Protagonisten gemeint sein. Ein Dilemma oder ein Konflikt fordert eine Handlung heraus oder eine Entscheidung. 

Spannend wird dein Content dadurch, dass du zu Beginn einen Konflikt aufwirfst, in dem sich dein Leser sich wiedererkennt. Wie sich der Konflikt auflösen lässt, erklärst du zum Schluss. 

Die Technik lässt sich am einfachsten in einer Story verpacken: 

  • Im ersten Teil erzählst du deine Story.
  • Im zweiten Teil begibst du die auf die Meta-Ebene und erklärst die Hintergründe.
  • Im dritten Teil bringst du die Lösung.

Tipp 6: Überraschung

Vor ein paar Tagen saß ich mit zwei Gästen beim Abendessen: beide 50 plus, beide seit Jahren in Konzernen beschäftigt. Du hättest große Ohren kriegen können, wie die beiden die super-duper-agil-und-erfolgreich Parolen ihrer Unternehmen kommentierten.

Was sie denn interessant finden, habe ich sie schließlich gefragt: Echte Geschichten und wie die Leute es geschafft haben, war die Antwort.

Aha. Geschichten von Teams, die von Beginn an total engagiert sind, ohne Unterlass an einem Strang ziehen und mit einem Lächeln ins Ziel einmarschieren, sind also nicht spannend. 

Das kann ich gut verstehen. Das Gegenteil von Spannung ist das Idyll. Denk mal an TV-Produktionen wie „Die Geheimnisse der Tiefsee“ oder „Die Schweiz von oben“. Die Bilder sind wunderschön, kein Konflikt weit und breit. Es ist der reine Frieden.

Auch das Idyll hat sein Publikum. Es will Ent-Spannung und schläft vermutlich gelegentlich ein. 

Spannend ist die Störung. Die Panne. Das Drama. Gerade war das Team so gut auf dem Weg – dann passiert es. Und jetzt? Wie haben die Beteiligten die Lage gerettet? So ist das echte Leben. Das ist bedeutsam. Und spannend. 

Tipp 7: Cliffhanger

Cliffhanger kennst du von deiner Lieblingsserie: Die Folge geht auf das Ende zu, da stellt sich kurz vor Schluss ein neues Drama ein. Für die Auflösung ist natürlich keine Zeit mehr. Du musst wohl oder übel bis zur nächsten Folge warten. Oder sie bei Netflix aufrufen.

Die Aufgabe eines Cliffhangers ist damit erklärt: Er will den Leser oder die Zuschauerin bei der Stange halten.

Cliffhanger haben etwas von allem: Foreshadowing, Drama, Überraschung. Entscheidend ist, dass die Neugier des Publikums geweckt ist, die Auflösung jedoch fürs Erste ausbleibt. 

Gerade, wenn du längere Content-Stücke oder vielleicht sogar ein Buch entwirfst, sind Cliffhanger ein starkes Mittel. Baue sie zwischen die Abschnitte oder Kapitel deines Contents ein, damit dein Publikum bei dir bleibt. 

Tipp 8: Sprache

Auch mit deiner Sprache kannst du gezielt arbeiten. Mithilfe deiner Wortwahl und dem Satzbau kannst du zwischen Ruhe und Spannung hin- und zurückschalten

  • Die ruhige Sprache pflegt etwas längere Sätze und Beschreibungen
  • Die spannende Sprache erkennst du an kurzen Sätzen, Action und starken Worten.

Zum Beispiel so:

Das Leitungsteam diskutiert über die Weiterbildungsmaßnahmen der nächsten Periode. Man ist sich einig, agile Methoden zu schulen und die Mitarbeiter Schritt für Schritt auf eine andere Arbeitsweise vorzubereiten.

Plötzlich reißt die Tür auf: Der Assistent tritt ein. Alle starren ihn an: weshalb die Störung – entgegen der Absprache? Der junge Mann wirkt verstört: Der wichtigste Kunde der Firma hat soeben seinen Vertrag gekündigt. 

Oh weh! Jetzt ist aber was los. Und worum es genau geht, beschreibst du mithilfe deines spannenden Contents.

Hilft das? Kannst du so arbeiten? Ich wünsche dir viel Erfolg!


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