Blogartikel schreiben – ist doch gar nicht so schwer

Blogartikel schreiben – ist doch gar nicht so schwer

Drei einfache Wahrheiten über die Kunst des Schreibens

  • Schreiben kannst du lernen.
  • Mit einem bisschen Offenheit und Technik klappt das schon.

Wie du weißt, biete ich seit einiger Zeit Workshops zum Blogartikel-Schreiben an. Bei der Gelegenheit treffe ich auf das Ich-kann-nicht-schreiben-Syndrom.

So war es auch am letzten Freitag. Eine Teilnehmerin hat mich besonders berührt: Aus meiner Sicht hat sie alles, was sie braucht. Doch das „Ich kann das nicht“ sitzt tief in ihrem Herzen.

Das kann ich gar nicht mitansehen. Ich erzähle dir jetzt drei einfache Dinge über das Blogartikel schreiben und das Schreiben allgemein.

Blogartikel sind Gebrauchslektüre. Keine Kunst

Von diesem kurzen Text war ich tief beeindruckt: In einem Reisebericht erzählt John Steinbeck von einer hässlichen Szene im Süden der USA zur Zeit der Rassenunruhen: Eine aufgebrachte weiße Menschenmenge brüllt ein kleines schwarzes Mädchen an seinem ersten Schultag nieder. Die Politik hatte entschieden, dass weiße Schulen für Schwarze geöffnet werden sollten.

Der erste Schultag war also gekommen. Kein Weißer hatte seine Kinder zur Schule geschickt. Nur das kleine schwarze Mädchen war gekommen, umringt von vier riesigen, schwarz gekleideten Bodyguards. Die Kleine steht da: Die Menge brüllt. Die Gesichter sind hassverzerrt. Fäuste drohen.

Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.

John Steinbeck hat mit wenige Worten die Absurdität der Szene einzufangen: ein eingeschüchtertes kleines, schwarzes Kind wird zum Spielball von Politik und Rassenhass.

Erzählerisch ist das großes Kino!

Aber kein Blogartikel.

Blogartikel wirken viel direkter. In meinen Kursen frage ich die Teilnehmer jedes Mal, was das für sie bedeutet: ein guter Blogartikel. Die Antwort kommt stets wie aus der Pistole geschossen: Die Artikel müssen praktisch sein und nutzwertig.

Leser von Blogartikeln wünschen sich Inhalte, die für sie wichtig und nützlich sind.

So einfach ist das.

Willst du erfolgreiche Blogartikel schreiben, mache dich mit den Fragen deiner Kunden vertraut. Schriftstellerisches Genie ist nicht vonnöten.

Vergiss deinen Deutschlehrer

Hat dir mal einer eingeredet, du könntest nicht schreiben? Eine andere Teilnehmerin erzählte davon. Es ist schrecklich! Es gibt diese Typen, die immerzu Dinge fordern, ohne sie zu erklären, und andere niedermachen.

Bei praktisch allen Dingen im Leben gibt es etwas zu wissen. Mit Schrecken erinnere ich mich an einen Vortrag, den ich zu Beginn meiner Selbständigkeit gehalten habe. In die Nummer war ich einfach hineingerutscht, ohne zu wissen, worauf ich mich einlasse.

Plötzlich fand ich mich in einer Reihe mit Profi-Speakern wieder und sollte eine sehr anspruchsvolle Zuhörerschaft begeistern.

Es wurde schlimm.

Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was von mir verlangt war und wie ich das hätte bewerkstelligen können.

Ähnliches gilt auch für das Schreiben: Wenn dir das nötige Wissen fehlt, dauert das Schreiben ewig lange und du läufst in jede Falle. Dieses handwerkliche Knowhow existiert, wobei speziell Blogartikel auf verschiedenen Ebenen funktionieren, darunter Aufbau, Überschrift, Intro, Optik und Fokus. Auf jeder Ebene gibt es etwas zu sagen: Sobald man es weiß, ist das Geheimnis entzaubert.

Schreiben lässt sich lernen!

Du hattest gute Noten in Deutsch? Das ist fast noch schlimmer. 

Denn was kundenorientierte Kommunikation ausmacht, hat dir in Deutsch garantiert keiner gezeigt.

Solche Artikel laufen mir häufiger über den Weg: Weiterbildungsprofis erzählen Geschichten aus ihrem Berufsleben. Storytelling – so haben sie gelernt – ist super. Ihre Artikel präsentieren demnach eine locker geschriebene Alltagsszene. Die Worte perlen dahin. Und dabei bleibt es.

Das Fazit? Eine Aufforderung? Eine persönliche Meinung? Ein Learning? Fehlt leider. Die Erzählung franst aus. Sie führt ins Leere.

Eine lockere Schreibe ist noch keine Kommunikation.

Kundenorientierte Kommunikation verfolgt stets einen Auftrag. Ob sie gelungen ist oder nicht, bemisst sich daran, wie gut sie auf ihr Ziel einzahlt.

Erlaube dir, zu lernen

Der Mann an meiner Seite und ich haben einige Jahre getanzt. Mit dem Üben waren wir nicht allzu fleißig, sodass wir eher mittelgut waren. Mäßig, um ehrlich zu sein. Das hat uns jedoch nie davon abgehalten, in jeder Stunde das Beste zu geben, das wir zu bieten hatten.

Einige Paar hatten eine andere Philosophie. Tänze, die sie schwierig fanden, ließen sie einfach aus. Im Einzelfall standen Paar in einer Tanzstunde beim Salsa, Samba und Jive am Rand. Angesichts von zwölf Tänzen insgesamt ist das immerhin ein Viertel.

Ich habe mich immer gefragt, was sie dazu motiviert: Hatten sie Angst, sich zu blamieren? Weshalb haben sie sich das gute Gefühl versagt, etwas zu schaffen? Als Kinder haben wir uns mit Nichts davon abhalten lassen, auf die Nase zu fallen und wieder aufzustehen.

Es ist völlig egal, was du anfängst: Ob Schreiben, Singen, Klavier spielen oder Skifahren – der Anfang kostet immer ein bisschen Energie. Doch dafür eroberst du dir etwas Neues. Wenn du wirklich schreiben möchtest, bleibe am Ball.

Du wirst am Anfang schnell und viel lernen und einen deutlichen Sprung nach vorne machen. Mit der Zeit wird die Lernkurve flacher. Dafür aber gewinnst du Sicherheit und so etwas wie Gelenkigkeit. Das ist eine andere Freude. Die jedoch ist auch ziemlich klasse.

Wenn dich irgendetwas am Schreiben lockt: Erlaube dir, zu lernen, und bewahre dir die Freude an jedem Schritt, den du vorankommst.

Ich hoffe, ich kann dich ermutigen. Darüber wäre ich jedenfalls sehr froh. Wenn du bereits Schreiberfahrung gesammelt hast, was würdest du Einsteigern raten?


„Worüber soll ich schreiben?“ Whitepaper

Worüber soll ich schreiben?“ lautet der Titel eines Whitepapers, das ich dir gerne zur Verfügung stelle. Wenn es dich interessiert: Hier geht es zum Download.