Martin Grünstäudl hat unter dem Titel „Mein wichtigster Tipp für Existenzgründer“ eine  Blogparade gestartet. Hier ist mein Beitrag

aktualisiert im August 2016

„Wo kommen die Kunden her?“ Unter dem Blick des Gründungsberaters schrumpfe ich zusammen. Er fühlt mir auf den Zahn. „Aber ich will doch wissen, ob ich genug Erfahrung habe“, halte ich dagegen. Er winkt ab. „Wo kommen die Kunden her?“ Inzwischen ist das einige Jahre her.

In den ersten Jahren meiner Selbständigkeit habe ich immer wieder an den Berater gedacht, der mich so nachdrücklich, aber wohlmeinend auf die richtige Spur gelenkt hat.

Angeblich scheitern 70 Prozent der Existenzgründer an einer Unterfinanzierung, das heißt: Die Erstausstattung kostet eine Menge Geld – und die Kunden stellen sich längst nicht so schnell ein wie erhofft. Mein wichtigster Tipp an Existenzgründer lautet deshalb:

Nehmen Sie sich Zeit für Marketing und Akquise!

Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

  • In meinen Gründungsunterlagen gab es einen wichtigen Hinweis: In den ersten drei Jahren gehen 50 Prozent der Zeit in Marketing und Akquise.
    Das ist viel Zeit. In der Praxis erlebe ich demgegenüber eine ausgeprägte Marketing- und Akquise-Unlust. Meine Kunden werden Trainer, Berater oder Coach, weil sie trainieren, beraten oder coachen wollen. Ihre Vorstellung von der Selbständigkeit verbindet sich mit diesen Bildern.
    Die Kundengewinnung hat da wenig Platz. Keiner sollte sich jedoch täuschen: Eine Homepage und ein bisschen Networking sind zu wenig. Kunden wollen tatsächlich gewonnen werden.
    Die Kundengewinnung ist notwendiger Teil des Selbständigendaseins. Aus der Frage kann ich keinen entlassen. Wer keine Neigung hat, aus eigener Kraft los zu marschieren, muss sich externe Hilfe suchen.
  • Ohne klare Ausrichtung ist die Gefahr groß, dass Existenzgründer alles annehmen, was ihnen über den Weg läuft. Auch schlecht bezahlte Aufträge oder Aufgaben außerhalb ihrer Kernkompetenz. Dann aber geraten sie in einen Kreislauf, in dem sie schuften, schuften, schuften – und keine Kraft mehr haben für strategische Überlegungen. Ich habe einmal eine Frau getroffen, die seit 20 Jahren so lebt – na, herzlichen Dank!
    Ein Freund von mir nennt das: Vor lauter Arbeit keine Zeit haben, die Säge zu schärfen. Ein schlimmer Fehler, denn Kunden sind dann bereit, gutes Geld zu zahlen, wenn sie einen Anbieter als kompetenten Problemlöser erkennen.
    Welchen klar formulierten Kundennutzen hat Ihr Angebot? Wie kann der Anbieter seine Vertrauenswürdigkeit deutlich machen? Für welche Situation und für welche Kunden passt er auffallend gut? All das sind Fragen, die zusammen mit einer Positionierung geklärt werden. So viel Zeit muss sein.
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Selbständig als Trainer oder Coach

Schon reif für den Sprung?

Was ich vor zehn Jahren gerne gewusst hätte, was mir aber kein Existenzgründungsberater gesagt hat:

6 Faktoren für einen wirtschaftlich soliden Start

  • Woher Sie Ihre ersten Aufträge bekommen
  • Wie lange es dauert, Kunden zu akquirieren
  • Womit Sie Ihre Kunden überzeugen
  • Wie Ihre Haltung zu Ihren Kunden Ihren Erfolg beeinflusst
  • Wie Sie überkommene Vorurteile über den Verkauf los werden

Mai 2016, 13 Seiten

Zum Download

Nicht nur für Existenzgünder: Zeit, sich zu erneuern

Der Markt ist nicht nett. Was langweilig ist, fällt durch. Und was heute spannend ist, kann morgen passe sein. Das bedeutet: Die Positionierung zu Beginn ist ein wichtiger Schritt, aber nicht der letzte.

Ich persönlich fahre gut damit, Freitag Nachmittag darüber nachzudenken, was in der Woche passiert ist: Was war gut? Was weniger? Ich mache mir ein paar Notizen und wenn ich – vielleicht alle drei Monaten – nochmal durchblättere, kann ich Entwicklungen oder dauerhafte Fragen erkennen, die im alltäglichen Klein-Klein schon mal verdeckt sind.

Nachtrag: Ich habe noch einen schönen Artikel gefunden „Millionaire Efficiency: How to Structure Your Day Like the Rich“.

 

 

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