Weshalb du dich als Experte nicht um Expertentum bemühen solltest, sondern um das Gespräch.

  • Deine Haltung zu deinem Leser prägt deinen Stil:
  • Suchst du Bewunderung oder willst du Vertrauen gewinnen?

Gerade heute hat mich jemand gefragt, wie ich Bloggen verstehe. „Gibt es beim Bloggen einen „Rückkanal“ aus dem etwas entsteht? Oder ist die Hauptfunktion die Aussendung der eigenen Ansicht?“

So war die Frage. Ich war vor allem verblüfft: Austausch ist doch die DNA des Bloggens!

Augenhöhe und Empathie gehören unbedingt zum Bloggen. Das zeigt sich in vielen Details, zum Beispiel in deiner Haltung zum Leser.

Sich als Experte beweisen? – So bitte nicht!

Wir kommen aus einer Tradition, in der der Autor der Experte ist und die Leser folgen brav. Der Experte ist der Schlaue, die Leser sollen etwas lernen. Der Autor steht oben, die Leser unten.

Der Experte hat ein Interesse daran, seine Kompetenz und seine Autorität zu beweisen. Er durchdenkt seine Thesen bis ins Detail und macht sich möglichst unangreifbar. Eine Diskussion ist für ihn riskant: Er könnte geschwächt daraus hervor gehen. Wenn er überall zitiert wird, hat er es geschafft. Manchmal flüchten sich Experten in ihren Artikeln in die Abstraktion. Das versteht zwar kaum noch einer, aber um Wissen-Teilen geht es ja auch nicht. Sondern um Status.

Das ist schwarz-weiß gemalt, zugegeben. Aber ich hoffe, es wird deutlich, was gemeint ist. Bei Xing kann man solche Artikel häufig sehen. Und bei manchen Neu-Bloggern spürt man, dass ihnen diese Tradition noch in den Knochen steckt.

Als Trainer, Berater oder Coach liegt dein Interesse anders

Bloggen will etwas anderes, nämlich das Gespräch. Stell dir vor, du sitzt als Trainer, Berater oder Coach mit einem Neu-Kunden am Tisch. Anlässe für ein Training, eine Beratung oder ein Coaching sind ja meist Schwierigkeiten, Probleme und Hürden. Ihr beide sprecht also über die Sorgen und Herausforderungen des möglichen Neu-Kunden und darüber, wie du ihn unterstützen kannst.

Würdest du anfangen, zu dozieren?

Mag sein, dass es solche Trainer und Coaches gibt. Ich habe noch keinen erlebt. Vielmehr zeichnen sich Trainer und Coaches durch Empathie und gutes Zuhören aus. Und das ist auch die passende Haltung für Blog-Artikel, denn:

Auch wenn du das Gefühl hast, in die Welt zu publizieren: Die Sicht deines Lesers ist eine andere. Er ist ganz allein mit dir und deinem Artikel. Er sitzt vielleicht in der S-Bahn, auf dem heimischen Sofa oder am Schreibtisch. Jedenfalls befindet er sich in einem Moment, in dem er mit sich und mit dir beschäftigt ist.

Er ist gedanklich mit seinen Herausforderungen beschäftigt und setzt sich damit auseinander, was du ihm dazu zu sagen hast. Ein Experten-Gehabe nach alter Väter Sitte wäre unpassend.

Was dich im persönlichen Gespräch stark macht, stärkt dich auch beim Bloggen

Du darfst also den Gedanken loslassen, du müsstest in deinen Artikeln anders sein als sonst. Toller. Großartiger. Intellektueller. Unfassbar schlau und gebildet. Blog-Artikel zu schreiben, ist eine andere Form, miteinander zu sprechen. Bleibe also bei dir – an der Tastatur ebenso wie im persönlichen Gespräch. Was im persönlichen Gespräch überzeugend, hilfreich und sinnvoll ist, ist auch im Blog-Artikel richtig.

Perfektion und die Angst, nicht zu genügen, auf der einen Seite und die Bedeutung der Beziehung und der Empathie im Trainermarketing: Darüber habe ich schon früher geschrieben. Lies weiter bei „Aussichten im Trainermarketing: Was zählt, ist die Beziehung“ und „Es ist nicht die Perfektion, die deine Website erfolgreich macht„.

 

 

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