Ein Messeauftritt mit allem Drumherum ist ziemlich kostspielig. Lohnt die Investition? Ein Erfahrungsbericht.

„Wie war es auf dem Trainerkongress?“ – „Nun, ja. Wieder was gelernt.“

Die Leute fragen mich. Klar, im Vorfeld hatte ich Wind gemacht. Einfach war das nicht, ehrlich gesagt. Aber lehrreich. Bei einem zweiten Anlauf würde ich es so machen.

Der erste Messeauftritt: Erwartungen prüfen

Wer als neuer Aussteller mit einem kleinen, eher unauffälligen Stand an den Start geht, muss wissen, dass beim ersten Mal keine Menschenmengen zu erwarten sind. Ich war darauf gefasst.

Corona hat uns zusätzlich schwer in die Suppe gespuckt. In den Pausen zwischen den Workshops sah ich, wie die Teilnehmer in die Ausstellerhalle herunterkamen, sich einen Snack griffen und ins Freie stürmten. Das war verlockend: Das Wetter war großartig und die Ansteckungsgefahr draußen gering.

Nur rund ein Drittel der üblichen Teilnehmer hatten sich überhaupt angemeldet. Dazu Sonnenschein und die Angst vor Ansteckung: Das waren die Bedingungen, unter denen ich beobachten konnte, wie Kommunikation und Kontakt funktionieren. Eigentlich wie das echte Leben, nur unter dem Brennglas.

Ich hatte zwei Tage und 16 Stunden Ausstellerzeit. In den ersten 13 Stunden kam niemand. Kein Gespräch, Null. Niente. Dann doch noch.

Für Besuch am Messeauftritt: einen persönlichen Bezug herstellen

Deshalb bin ich zwischendurch auf die anderen Aussteller zugegangen und habe sie nach ihrer Einschätzung gefragt. Während der Workshop-Zeiten war ohnehin niemand in der Halle.

„Du brauchst einen Workshop“, war das einhellige Feedback. „Die Leute lernen dich im Workshop kennen. Dann haben sie einen Bezug zu dir und kommen an den Stand.“

Aha.

Spiel und Spaß bieten

Zudem war auffällig, dass Stände mit einem Spiel- oder Selber-Macher-Angebot den größten Zulauf hatten. Im Anschluss an die Workshops wirkten die Teilnehmer erschöpft und waren kaum in der Lage, sich mit einem Aussteller auseinanderzusetzen. So schien es jedenfalls. Ein Spiel, ein bisschen Bewegung war da genau das Richtige.

Ein Messeauftritt kann erfolgreich sein, wenn …

Das Fazit? Ich bin mir noch nicht sicher. Ein Messeauftritt kann erfolgreich sein, wenn ein paar Dinge zusammen kommen:

👉 Den inhaltlichen Anspruch herunterschrauben. Die Reizüberflutung ist enorm und die Aufmerksamkeitsspanne gering.

👉 Eine attraktive, zugkräftige Botschaft, die die Teilnehmer abholt.

👉 Ein Workshop zum Kennenlernen.

👉 Ein aktivierendes Angebot am Stand, das es leicht macht, auf den Aussteller zuzugehen.

👉 Geduld. Im zweiten, dritten, vierten Jahr kennen dich die Leute besser und finden leichter zu dir.

Vielleicht wird aus den wenigen Gesprächen doch noch etwas. Auf jeden Fall habe ich großartige Stand-Kollegen kennengelernt. War das schön, mit netten, kollegialen und aufgeschlossenen Leuten zu sprechen! Nach zwei Corona-Jahren eine echte Freude.

Welche Erfahrungen hast du gemacht?