Sechs Teilnehmer an einem virtuellen Tisch: Erfahrungen mit einem Online-Workshop aus dem echten Leben

  • Ein Sechs-Personen-Workshop per Video-Konferenz:
  • Wie eine gute Arbeitsatmosphäre entsteht.

Die Corona-Epidemie beschert vielen Freiberuflern Auftragsstornos und Umsatzeinbrüche. Es gilt zu retten, was zu retten ist, schreibt mein Kollege Sascha Theobald in seinem jüngsten Blog-Artikel: Sein Tipp ist, die eigenen Aufträge zu prüfen, inwieweit sie online-tauglich sind und Kunden entsprechende Angebote zu machen.

Für manchen ist das ein neues Feld. Deshalb möchte ich dir von meinen Erfahrungen mit Online-Workshops berichten, und zwar mit der einfachsten aller technischen Lösungen: Meine Workshops habe ich mit einer schlichten Zoom-Konferenz und höchstens sechs Teilnehmern durchgeführt.

Mit sechs Teilnehmern am virtuellen Tisch

Das Gute an einer Zoom-Konferenz ist: Sie läuft stabil und sie bietet nur wenige Funktionen an. Das scheint mir wichtig zu sein, denn wo es viele unbekannte Knöpfe gibt, fangen Teilnehmer an zu spielen – oder sie fühlen sich eingeschüchtert. Bei Zoom bist du mit der Einweisung schnell fertig, denn es gibt nur wenig zu erklären.

Zugleich kannst du deine Ansicht so einstellen, dass du während des ganzen Online-Workshops die Gesichter deiner Teilnehmer siehst und weißt, wie sie sich fühlen – ganz wie in einem Seminarraum. Zugleich kannst du deinen Teilnehmer natürlich erklären, was zu tun ist, damit sie die gleiche Ansicht haben. Das stärkt das Gefühl, in einem „echten“ Workshop zu sitzen.

Die Entscheidung für eine schlichte technische Lösung haben meine Teilnehmer durchweg positiv kommentiert.

Die Spannung halten in einem Online-Workshop

Drei oder vier Stunden in einen Bildschirm zu schauen – das hält keiner durch. Allerdings würdest du deine Teilnehmer auch in einem Präsenz-Seminar nicht drei Stunden an ihren Stuhl binden.

Ich bin gut damit gefahren, meine Inhalte nach dem Muster: Impuls – Diskussion – Übung aufzubauen. In der Diskussionsphase war es wichtig, die Teilnehmer direkt anzusprechen und einzubeziehen. Im Verlauf des Online-Workshops überwanden sie die anfängliche Hemmung und bewegten sich schließlich unbefangen.

Auf der Hälfte der Veranstaltung hatte ich eine etwas umfangreichere Übung eingebaut und mit einer Pause kombiniert. Wir hatten eine Uhrzeit vereinbart, zu der wir uns wieder treffen wollten und auch das funktionierte.

Wenn du die erste Pause nach 90 Minuten planst, die nächste nach 60 Minuten und dann wieder nach 45 Minuten, kommst du gut hin. Mit dem Muster sind zugleich drei bis vier Stunden Workshop fast um.

Grenzen

Das Zoom-Angebot gibt es in verschiedenen Ausführungen. Ich hatte mich für eine einfache Web-Konferenz entschieden.

  • Die Lösung lässt es zu, den Bildschirm mit den Teilnehmern zu teilen, das heißt: Die Teilnehmer können meinen Bildschirm sehen und Dateien, die ich dort zuvor hinterlege.
  • Der Versuch, eine klassische PowerPoint-Präsentation auf meinem Rechner abzuspielen und über den geteilten Bildschirm zu senden, ging schief. Die Online-Verbindung erwies sich als zu schwach. Ich hatte den Teilnehmer ersatzweise ein Skript zur Verfügung gestellt, das sie sich wahlweise ausdruckten oder an einem zweiten Bildschirm nutzten.

Tipp

Obwohl Zoom sehr einfach ist, lohnt es sich, vor dem Seminar einen Technik-Test einzuplanen: Manche Teilnehmer haben auf ihren Rechnern verschiedene Mikrofone und Kameras installiert. Dann gilt es, in den Zoom-Einstellungen die gewünschten Geräte auszuwählen, damit alles funktioniert.

Während der Konferenz können die Teilnehmer Kamera und Mikro ein- und ausschalten. Das ist sehr praktisch, kann aber zu Beginn einer Veranstaltung zu Verwirrung führen, wenn nämlich Kamera und Mikro in der Grund-Einstellung abgeschaltet sind. Der Teilnehmer klickt sich dann in die Veranstaltung ein – und sieht einen schwarzen Bildschirm und hört nichts. Du als Gastgeber kannst ihm dann nicht helfen, denn er sieht und hört dich ja nicht.

In dem Fall hilft nur noch das Telefon. Zu Beginn einer Veranstaltung ist eine solche Prozedur allerdings sehr störend, weshalb ich den Technik-Test zusammen mit dem Telefon-Support einen oder zwei Tage vor Start des Online-Workshops angeboten hatte.

Inzwischen nutze ich Google Meet anstelle von Zoom, weil die Gäste für den Zugang zur Konferenz nur noch einen Link anklicken. Weder müssen sie bei Google ein Konto einrichten noch Plug-ins installieren. Einen Online-Workshop habe ich mit Google Meet allerdings noch nicht durchgeführt.

Wenn du noch mehr zu Online-Veranstaltungen erfahren willst: Anna Momber-Heers und Peter Claus Lamprecht bieten aktuell eine Video-Reihe unter dem Titel „Remote Exzellenz“ an. Dort geht es in je zehn Minuten um Tools und praktische Erfahrungen. Sehr empfehlenswert!

Fazit

Mit dieser einfachsten technischen Lösung ist es möglich, eine Situation wie an einem großen Arbeits-Tisch abzubilden: Die Teilnehmer sehen sich gegenseitig und kommen ins Gespräch. Du als Gastgeber siehst genau, wie es deinen Teilnehmer geht, und kannst auf sie eingehen. Auch via Leitung entsteht eine Verbindung zwischen den Teilnehmern und der Austausch funktioniert. Ich finde: So kann man das machen.