Oder: Hast du deine Nische schon gefunden? Zwei Ideen für zeitgemäße Positionierungsmodelle.

In einem geschätzten Verlag ist ein neues Buch über den Coaching-Markt erschienen. Der Klappentext verspricht „echte Insights“ darüber, wie der Markt funktioniert, jenseits von „Marketingphrasen wie ‚finde deine Nische‘ oder „spezialisiere“ dich“.

In vielen Ohren klingt das nach einer guten Nachricht, da bin ich mir sicher. Hat sich die Positionierung überlebt? Und mit ihr das mühsame Geschäft, auf den Punkt zu sagen, wer man ist?

Du ahnst es, ich sehe das anders. Eine Positionierung ist für Selbstständige eine Selbst-Verortung „in einem mehrdimensionalen Raum.“ In unserem Business gehören zu diesem Raum deine Persönlichkeit, deine beruflichen Kompetenzen, deine Kunden und ihre Erwartungen, dein Angebot sowie Trends am Markt.

Positionierungsmodelle entwickeln sich weiter

Als ich mich vor etwas über 15 Jahren selbstständig machte, war die Positionierungsberatung eine recht handwerkliche Angelegenheit. Kunden wünschten sich Können, Expertenwissen und Sicherheit. Mit Blick darauf waren die Kompetenz und Erfahrung der Positionierungswilligen der entscheidende Startpunkt. Inzwischen stellen Kunden andere Fragen, wie „Was bringst du Gutes in die Welt?“ oder „Ich möchte mich verändern und etwas an mir entdecken. Wie bringst du mich von A nach B?“

Die Kommunikation spiegelt immer den Zeitgeist wider. Muster von vor zehn Jahren sind heute überkommen. Und in zehn Jahren werden wir wieder anders über Positionierungen sprechen. Auch Positionierungsmodelle unterliegen einem Wandel.

Doch die Frage: „Wer bist du auf diesem Markt?“, ist immer aktuell.

Zwei aktuelle Modelle

Erfahrungsgemäß mögen Trainer, Berater und Coachs die Positionierung nicht besonders. Wenn jemand von „Marketingphrasen“ spricht, kann man leicht auf die Idee kommen, dieses ganze Gedöns um die Positionierung sei überkommen. Schließlich liest jeder das, was er hören möchte.

Auch ich halte die Formulierung „finde deine Nische“ für ziemlich platt – gleichwohl sie nicht ganz falsch ist. Kunden wollen wissen, in welchen Fällen du ihnen helfen kannst. Und zu sagen: „Ich bin ein erfahrener Coach. Sag mal, was du brauchst – ich mach’ das schon“, klingt wenig überzeugend.

  • Schon lange haben wir es aufgegeben, uns über unsere Tätigkeiten wie Training, Beratung oder Coaching zu definieren. Stattdessen liegt der Fokus oft auf Problemen, die wir für unsere Kunden lösen, wie „Komplexität im Vertrieb in der Finanz- und Versicherungswirtschaft“.
  • Eine andere Möglichkeit liegt darin, auf ein Thema zurückzugreifen, das uns schon lange umtreibt. „So verschaffen sich stille Menschen Gehör“ könnte ein solches Thema sein oder: „Frauen in MINT-Berufen: stark, klug, souverän“. Dies wären zwei Wege, sich zu positionieren. Es gibt weitere.

Eine gute Positionierung schützt dich vor Phrasen wie „ganzheitliches Denken“ oder „bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“. Sie bleibt aktuell, auch wenn sich die Antworten verändern.

Ist deine Positionierung noch aktuell?


Übrigens: Am 24. Februar 2023 beginnt das nächste Praxis-Camp: Die Bühne betreten: klar, sicher und anziehend, mit Social-Media-Posts, Blog, Newsletter und Freebie. Wenn’s dich interessiert: Hier findest du mehr zum Programm: KLASSE CONTENT.