Was ist die Erwartung an Blog-Artikel im Business? Wirkt eine Provokation unterstützend oder torpediert sie den Zweck?

  • Weshalb eine Provokation in Blog-Artikeln fragwürdig ist
  • und was du stattdessen tun kannst, um eine selbstbewusste Position zu demonstrieren.

Blogger sind ein buntes Volk. Wenn du suchst, findest du alle möglichen Vertreter: Reise-Blogger, Food-Blogger, Strickerinnen, Bratpfannen-Tester und viele andere mehr.

Deine Aufgaben als Business-Blogger

Wenn im BlogKraftwerk von Bloggern und Blogs die Rede ist, geht es darum, Kunden zu gewinnen. Dieses einfache Wort „Kunden gewinnen“ schließt viele Bedingungen ein: Ehe ein Kunde bei dir bucht, muss er zum Beispiel

  • einen Bedarf bei sich sehen,
  • dich kennen,
  • verstehen was du tust,
  • glauben, dass du ihm helfen kannst,
  • darauf vertrauen, dass ihr beide gemeinsam ans Ziel kommt,
  • mit deinem Honorar zurechtkommen,
  • deine Arbeitsweise akzeptieren
  • und dich mögen oder zumindest vertrauen.

Dein Kunde auf dem Weg zu dir hat eine Entscheidung zu treffen und fühlt sich alles andere als sicher: Was passiert, wenn das Training oder das Coaching mit dir misslingt? Zurückgeben kann er deine Leistung nicht. Mit einer Buchung bei dir schenkt er dir nichts Geringeres als einen Vertrauensvorschuss.

Beim Business-Bloggen geht es – kurz gefasst – also darum

  • dich vorzustellen,
  • deine Arbeit zu erklären
  • und Vertrauen zu gewinnen.

Voraussetzungen für eine Provokation

In diesem Setting stellt sich die Frage nach der Provokation in Blog-Artikeln.

Provokation als Mittel im Coaching

Provokation im Coaching setzt eine stabile Beziehung zwischen Coach und Coachee voraus, habe ich gelesen. Die Intervention bietet sich an, wenn sich der Coachee in einen Gedanken verrannt hat und partout nicht von seiner Leitung heruntersteigen will. Eine provozierende Zuspitzung ist ein Mittel, mit dem der Coach das Absurde des Gedankens entlarvt. Im besten Fall endet das Ganze im gemeinsamen Lachen. Es ist wichtig, dass sich der Coachee während der ganzen Zeit akzeptiert und gut aufgehoben fühlt.

Bedeutung für Blog-Artikel

Provokation im Coaching setzt also eine gefestigte Beziehung und einen Coaching-Auftrag voraus. Beim Bloggen befindest du dich in der ersten Phase des Sich-Annäherns. Von einer gefestigten Beziehung kann keine Rede sein, von einem Coaching-Auftrag schon gar nicht.

Deshalb bin ich skeptisch: Auf welcher Basis nimmt sich der Blog-Autor eine Provokation heraus? Wenn schon ungebetene Ratschläge Schläge sind, was ist dann ein ungebetenes Coaching? Ist das nicht übergriffig?

Dennoch möchte ich nicht so weit gehen zu behaupten, dass eine Provokation niemals gelingen kann. Wohlwollen, Humor, eine feine Feder und Klarheit sind unbedingte Voraussetzungen. Zudem sollte der Leser selbst entscheiden, ob er sich auf die Provokation einlässt oder nicht. Ein hilfreicher Kunstgriff liegt darin, die Provokation im Artikel anzukündigen: „Ich spitze jetzt einmal zu ….“

Mach es doch einfach so

Die Frage nach der Provokation in Blog-Artikeln taucht immer mal wieder auf. Ich frage mich immer, in welcher Situation die Autoren provozieren wollen? Was bezwecken sie?

  • Wollen sie einer ignoranten Klientel einmal die Meinung sagen?
    Bitte nicht! Geringschätzung kommt als Botschaft an. Weshalb sollte ein Kunde einen Auftragnehmer buchen, von dem er nicht respektiert wird?
  • Wollen Autoren zeigen, dass sie keine Häschen sind, sondern als Profis echtes Kampfgewicht auf die Waage bringen?
    Die Aufgabe lässt sich leicht lösen: In deinen Artikeln kannst du mit einfachen, klaren und direkten Worten darüber sprechen, welche Bedingungen du einforderst, damit eine Aufgabe gelingt.
  • Haben die Autoren keine Lust, dem Kunden Honig um den Bart zu schmieren?
    Das hört sich in meinen Ohren nach einem schrägen Bild von verkäuferischer Kommunikation an: Welcher Sinn läge darin, dem Kunden zu erklären, dass er sowieso großartig ist und alles richtig macht? Dann braucht er ja keine Unterstützung mehr.

Die Frage nach der Provokation in Blog-Artikeln bleibt für mich rätselhaft. Vielleicht kannst du das Geheimnis lüften?