Schneller Schreiben: Tipps aus der Werkstatt der Profi-Texter

  • Probe deinen Artikel im Kopf
  • und gewinne so an Schreibtempo

Andere in ein Thema einzuführen, gehört zu deinem Tagesgeschäft. Wie gehst du vor, wenn du für dich neue Inhalte vorbereitest?

Ich stelle mir das so vor: Im Geiste bist du schon im Trainings- oder Vortragsraum. Du siehst die künftigen Teilnehmer oder Zuhörer bereits vor dir, sammelst Argumente und Fakten, probst den Einstieg und das Ende, etwas weniger intensiv den Mittelteil, experimentierst mit Varianten, arbeitest Schlüsselsätze heraus. Du willst von Anfang an überzeugen. Je nach Typ probst du deine Sätze im Kopf oder laut sprechend.

Ich denke, so macht man das. Ganz automatisch, und zwar besonders dann, wenn der Auftritt sitzen muss – bei einem wichtigen Vortrag, vor einer Honorarverhandlung oder wenn du deinen Lebenspartner für eine extravagante Ausgabe gewinnen willst.

Hast du schon einmal daran gedacht, deine Artikel vorab zu proben?

Schreiben beginnt vor dem Schreiben

Profi-Texter machen das so. Und als Weiterbildungsprofi hast du die besten Voraussetzungen, es ihnen gleichzutun. Mit Sicherheit erlebst du Gespräche und Situationen, die dich beschäftigen.

Sie gehen dir nach. Stellen wir uns vor, du hattest gerade so ein Erlebnis. Jetzt sitzt du im Zug oder im Café und gehst in Gedanken die Begebenheit durch: Wer hat was gesagt? Was hatte das zu bedeuten?

Ohne es zu merken, bist du schon auf halbem Weg zu einem Artikel. Du denkst auf deinem Erlebnis herum und merkst irgendwann, dass du es für dich eingeordnet hast. Dann tritt einen Schritt zurück und stelle dir vor, du würdest einem Kunden davon erzählen:

  • Wie fing die Geschichte an?
  • Was war außergewöhnlich?
  • Wie ordnest du die Geschichte fachlich ein? Was steckt dahinter?
  • Worin liegt die Quintessenz? Was würdest du einem Kunden raten?

Im Zug oder im Café sitzend kannst du deinen Artikel im Kopf proben:

  • Wie steigst du ein: Wie führst du deinen Leser zum Thema?
  • Was sind Schlüsselbegriffe oder Schlüsselsätze?
  • Wie willst du deine Leser zum Thema führen?
  • Wie stehst du selbst zum Thema? Was hat dich beeindruckt?

Jongliere mit Absätzen und Worten. Probe ein bisschen herum und erlaube dir einen spielerischen Zugang. Nichts muss sofort sitzen. Während du deine Gedanken mal so und mal so zusammensetzt, fällt dir vielleicht auf, dass noch eine Information fehlt. Die musst du eben noch recherchieren.

Nutze den guten Moment und steigere dein Schreibtempo

Wenn du anderntags am Schreibtisch sitzt, merkst du, wie leicht die Worte fließen. Das liegt daran, dass du die Einzelteile durchdacht, gegeneinander abgewogen und in eine Reihenfolge gebracht hast.

Du sparst dir Zeit und Frust und steigerst dein Schreibtempo:

  • Du weißt, was du sagen willst, und schreibst deine Gedanken einfach auf.
  • Deine Geschichte ist von Anfang an klar, geordnet und überzeugend.
  • Du bist sicher, dass dein Artikel in der Praxis deiner Kunden angesiedelt und für sie wichtig ist.
  • 1.000 Korrekturschleifen? – Brauchst du nicht mehr.
  • Einsames Brüten vor dem Rechner? – Vergangenheit.
  • Schreibblockade? – Nö.

Schreibe deine Gedanken zeitnah auf, wenn irgend möglich: Deine Emotionen übertragen sich in deinen Artikel und machen ihn lebendig. Drei Monate später hast du Abstand dazu – das spürt auch dein Leser.

Einen Vorrat anlegen

Ein Praxis-Tipp noch zum Schluss: Es kann gute Gründe dafür geben, dass du deine Geschichte nicht sofort publizieren willst. Vielleicht fehlt die Zeit oder du willst die Anonymität eines Kunden wahren.

Halte in dem Fall Einleitung, Schluss und die Argumente des Mittelteils fest – auf Papier, in einem eDokument oder als Sprachaufnahme. Anhand deiner Notizen holst du dir deine Gedanken und Emotionen zurück und kommst in Schreibfluss.

Entlaste dich

Neu-Autoren nehmen sich oft zu viel auf einmal vor. Sie plagen sich und verlieren dann den Spaß. Schreiben funktioniert mitnichten so, dass du dich vor deinen Rechner setzt, ein Dokument öffnest, deine Gedanken ausschüttest – und schon liegt ein brillanter Artikel vor dir: argumentativ überzeugend, emotional mitreißend, eloquent und überdies suchmaschinentauglich.

Gute Artikel überzeugen auf vielen Ebenen. Dein Gedankengang und dein argumentativer Aufbau sind zwei davon. So wie du eine Trainingssequenz oder einen Vortrag probst, kannst du einen Artikel proben. Ein leeres Dokument schreckt dich dann nicht mehr.


Lust auf mehr Schreibtipps?

Blogging light – Webcast

Blogging light (Grafik)

Neue Posts für deine Timeline: Weiß dein Netzwerk wirklich wer du bist? Im Webcast lernst du eine journalistische Kreativitätsmethode kennen, die dir hilft, Postings zu schreiben, die von dir und deiner Arbeit erzählen. Zugleich kannst du die Methode dazu nutzen, Posts für deine Blog-Artikel zu schreiben und Leser für deine Blog-Artikel zu gewinnen. Zu den Infos und zur Anmeldung.