Entscheidungstipps für Weiterbildungsprofis

  • Acht Gründe, sofort anzufangen
  • und neun Gründe, es zu lassen.

„Bloggen macht Freude“, sage ich gerne und mit Überzeugung. Das Setting sollte allerdings schon, weil andernfalls der Erfolg ausbleibt – und damit die Freude. Solltest du also anfangen zu bloggen?

Acht Gründe für das Bloggen

Fang mit dem Bloggen an, wenn du zu diesen Punkten „Ja“ sagst:

Dir juckt es in den Fingern

Dich reizt das Schreiben. Du hast ganz einfach Lust dazu. Dann tu es! Falls du bisher noch wenig geschrieben hast, wirst zu Beginn deine Routinen finden müssen. Aber: He! Das ist doch mit allem so. Hab Mut und steig ein!

Du willst am positiven Teil der Netzkultur teilhaben

Im Netz geschehen viele üble Dinge. Doch ebenso wahr ist die positive Seite. Darüber spricht nur kaum einer. Im Netz triffst du auf wohlwollende, kompetente, zukunftsorientierte, inspirierende, großzügige, bereichernde … auf tolle Menschen. Das macht Spaß! Wirklich.

Du willst deine Kunden auf eine Weise gewinnen, die zu dir als Trainer und Coach passt. Teil I

Bei deinen Kunden setzt du dich täglich für Offenheit, Kreativität, Austausch, gute Kommunikation und ein agiles Mindset ein. Bloggen ist mit diesem Denken eng verwandt, denn es bedeutet mehr, als Texte zu schreiben. Bloggen ist eingebunden in eine Kultur und geht mit einem bestimmten Selbstverständnis einher: Beim Bloggen (und generell im Content Marketing) bist du im ständigen Austausch mit Kunden, Interessenten und Partnern. Du unterstützt andere, nimmst Signale auf und entwickelst dich weiter. So bleibt dein Angebot immer zeitgemäß. Zugleich schärfst du im Abgleich mit Berufskollegen laufend dein Profil: Du erkennst deine Stärken und wofür du stehst.

Du willst deine Kunden auf eine Weise gewinnen, die zu dir als Trainer und Coach passt. Teil II

Du hast keine Lust, deinen Kunden hinterherzulaufen. Den Anteil an Telefonakquise willst du zumindest reduzieren. Sehr gut. Dann beginne mit dem Bloggen: Vor einem Kauf informieren sich Kunden heute im Netz. Man sagt, zu 80 Prozent haben sie ihre Entscheidung bereits getroffen, wenn sie den Kontakt zu dir als Anbieter aufnehmen. Welche Informationen bietest du ihnen an? Wie beantwortest du ihre Fragen? Wie stellst du dich als Trainer- oder Coach-Persönlichkeit vor? Mit deinen Blog-Artikeln gibst du ihnen Antworten und hilfst ihnen, sich für dich zu entscheiden.

Als moderner Kommunikationsprofi willst du modern kommunizieren

Digitale Kommunikation ist in den Unternehmen längst Standard – und die Digitalisierung wird weiter zunehmen. Du hast dir auf die Fahnen geschrieben, deine Kunden für diese Zukunft fit zu machen? Mit deinem Blog zeigst du Offenheit für die digitale Welt und dass du dich mit ihr auseinandersetzt. Zugleich präsentierst du dich als jemand, der selbstverständlich digital kommuniziert und sich in der digitalen Welt sicher bewegt.

Du willst auffindbar sein

Unternehmen suchen nach Weiterbildungsprofis. Zu dumm, wenn dir eine Webpräsenz fehlt oder deine Website unter den Suchergebnissen von Google auf Seite 253 dümpelt. Blogging steigert deine Sichtbarkeit.

Du willst dich ausdrücken

Das Schreiben ist eine persönliche Ausdrucksform wie das Malen oder Fotografieren. Jeder entwickelt seine eigene Handschrift, seinen individuellen Stil. Auch ein guter Texter kann nicht einfach in deine Haut schlüpfen: Du bist das Original! Schreibe selbst und mache deutlich, wie du dir die beste aller Welten vorstellst.

Du willst dich selbst klären

„Schreiben ist wie sprechen, nur krasser“, habe ich irgendwo gelesen. Und tatsächlich: Das Schreiben fordert dich, deine Thesen und Ideen zu durchdenken, zu klären und in dein Weltbild einzuordnen. Viele Coachs empfehlen, ein Tagebuch zu schreiben. Ein Business-Blog wirkt ähnlich: Mit dem Schreiben festigt sich dein berufliches Weltbild. Du gewinnst an Sicherheit und damit an Souveränität.

Gegen das Bloggen spricht

Das Schreiben kannst du wirklich nicht leiden

Unterscheide Unsicherheit und echte Unlust: Gegen Unsicherheit helfen Knowhow, Ermutigung und Übung. Falls dir allerdings das Schreiben wirklich quer sitzt, lass es lieber. Dir wird auf Dauer die Kraft fehlen, mit Engagement, zugewandt und interessant zu schreiben.

Die Technik bereitet dir große Probleme

Als Blogger solltest du in der Lage sein, deinen Blog zu bedienen. Deinen Blog einrichten und aktualisieren – das kann ein Dienstleister. Was dem einen ein müdes Achselzucken entlockt, bereitet anderen wirkliche Probleme. Prüfe dich: Bloggen ist nicht nur Technik, doch ein bisschen Technik gehört dazu.

Du weißt nicht recht und willst einen Testballon starten

Das Bloggen ist wie die meisten anderen Marketingformen kein Rennpferd, sprich: Ähnlich wie bei der Pressearbeit musst du dem Bloggen mindestens ein Jahr Zeit geben. Konsequenz und ein langer Atem sind Trumpf. Wenn du dir nicht gleich ein Blog ans Bein binden willst, schau dich nach Möglichkeiten für einen Gastartikel um oder nutze für gelegentliche Artikel die Möglichkeiten der Social Media-Plattformen. Bei LinkedIn etwa kannst du vollständige Artikel einstellen.

Du willst dich eigentlich nicht zeigen

Mit dem Schreiben machst du dich erkennbar, ebenso wie mit dem Sprechen. Wenn du die Öffentlichkeit scheust, wird dies zwischen den Zeilen deiner Artikel zu lesen sein. Deinen inneren Widerstand spüren auch deine Leser.

Dir fehlt die Botschaft

Du hast (noch) kein Thema, das dich bewegt. Vielleicht bist du neu im Beruf. So oder so gibt es keinen Bereich, bei dem du aus dem Vollen schöpfst und von dem du mit Lust erzählst. Eine Botschaft? – Fehlt dir ganz. Warte lieber noch, denn deine Leser merken, ob du aus eigener Erfahrung und mit Verve berichtest oder ob du dir deine Inhalte mühsam zusammen recherchierst.

Dir fehlt der Verkaufsweg

Auf einem Business-Blog sollen Blog-Artikel den Verkauf unterstützen. Sie tun es, indem sie Fragen des Kunden auf seinem Entscheidungsweg beantworten. Zugleich transportieren sie deine Kompetenz und bauen Vertrauen auf. Wenn du dir noch keine Gedanken zum Verkaufsprozess gemacht hast und die Rolle deiner Artikel darin, rate ich zur Vorsicht: Es besteht die Gefahr, dass du mit deinen Themen diffus bleibst. Wofür willst du stehen? Was willst du erreichen? Blogger-Neulinge mag ich ungern mit allzu zu viel Konzeption belasten und den Spaß verderben. Doch mittel- und langfristig sollten dir deine Ziele klar sein.

Du weißt zu wenig von deinen Kunden

Ein guter Blog beantwortet die Fragen deiner Kunden, wie gesagt. Wenn dir die Fragen deiner Kunden unbekannt sind, wird es dir schwerfallen, gute Artikelthemen zu wählen, und zu zeigen, dass du ihnen nah bist.

Du hast keine Lust auf Austausch

Mithilfe einer gut gemachten SEO-Optimierung und Anzeigen kannst du sicher Leser auf deinen Blog lotsen. Doch sei dir bewusst, dass deine innere Haltung in deinen Artikeln mitschwingt. Desinteresse und Unlust dringen nach außen: Kluge Köpfe können schlechter Blogger sein. Vorsicht also: Deine Kunden wollen wissen, dass du dich für sie interessierst und dass sie willkommen sind.

Du bist einem älteren Marketingbild verhaftet

Diese Blogger-Community ist dir suspekt. Teilen und helfen: Was soll das – es geht doch um’s Geschäft! Du bist es gewohnt, eine Summe x in den Marketingtrichter hineinzustecken und eine Summe y wieder herauszubekommen. Ja. Im Content Marketing kommst du später wieder dahin. Doch zuvor ist es an dir, viel zu geben: Knowhow, Nähe, Aufmerksamkeit. Die Phase lässt sich nicht überspringen.

Ich hoffe, du konntest dir ein Bild machen und eine Entscheidung treffen. Wenn du Fragen hast, schreib doch mal!

„Worüber soll ich schreiben?“ Whitepaper

Worüber soll ich schreiben?“ lautet der Titel eines Whitepapers, das ich dir gerne zur Verfügung stelle. Wenn es dich interessiert: Hier geht es zum Download.