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Acht Kniffe für mehr Spannung in deinem Content

Du strengst dich an. Du gibst alles. Und dann liest dein Leser nur die Überschriften deiner Blogartikel oder hört den ersten Abschnitt deines Podcasts. Bestenfalls steigt er dort ein, wo es für ihn spannend wird. Es ist ein Drama! 

Du willst dich nicht damit abfinden? Sehe ich auch so. Doch wie gelingt es, deine Fans und Follower bis zum Schluss zu fesseln?

In der Autoren-Trickkiste habe ich acht Tipps gefunden: 

Tipp 1: Spannend ist, was dein Publikum spannend findet

Beobachte dich einmal selbst: Spannend ist, was für dich und dein Leben wichtig ist. 

Deinem Publikum ergeht es natürlich ebenso. Oft musst du dein Thema einfach so ins Licht drehen, dass dein Publikum einen Bezug zu sich herstellen kann: Welchen Platz hat dein Thema im Leben deiner Fans und Follower? Wo erleben sie es selbst? Der Trick ist einfach, aber wirkungsvoll.

Tipp 2: Spannung kommt manchmal in Verkleidung daher

Als spannend nimmt dein Leser oder Zuhörer solche Themen wahr, an denen er innerlich beteiligt ist. Was ihn fesselt, kann er oft gar nicht sagen. Aus seiner Sicht ist dein Content ganz einfach gut. 

Wenn dein Leser „spannend“ sagt, spricht er von seiner Empfindung. Der Trigger bleibt verborgen. Es gibt viele Trigger oder Motive, darunter Bestätigung, Neugier, Unterhaltung, Zugehörigkeit zu einer Peer Group, der Blick hinter die Kulissen, sich selbst verstehen, Angst vor Fehlern, Antworten auf praktische Fragen und anderes mehr. 

Wenn du über Spannung in deinem Content nachdenkst, mach dir die Motive deines Publikums bewusst. Damit gewinnst du die Möglichkeit, diese Motive gezielt anzusprechen. 

Wenn du dir etwa vorstellst, dass dein Leser oder dein Zuhörer gerne ein erfolgreicher Unternehmer wäre, kannst du deine Überschrift so wählen: „So denken erfolgreiche Unternehmer. Was sie von anderen unterscheidet“. Danach listest du deine Beispiele auf. Das will er mit Sicherheit wissen.

Tipp 3: Vorfreude steigert die Spannung

Spannung arbeitet oft mit den Mitteln der Andeutung. Dies steht scheinbar in Widerspruch zu der Empfehlung, alles Wichtige gleich zu Beginn eines Content-Stücks zu sagen. 

Du rettest dich, indem du mithilfe der Überschrift und der Einleitung das „Geschenk“ ankündigst, ohne es aus der Verpackung zu nehmen. Soll heißen: Zu Beginn versprichst du einen tollen Tipp, eine ungewöhnliche Erkenntnis oder was immer du sagen möchtest an. Erst am Schluss präsentierst du die Details

Tipp 4: Foreshadowing

Lass uns über Schreibtechniken sprechen. Zuerst das Foreshadowing. 

Beim Foreshadowing wirfst du deinem Leser ein Detail zu, ohne die Bedeutung zu erklären. Erst am Schluss löst du das Geheimnis auf. 

Ein Beispiel: Du lässt den Postboten hochleben, der ein Buch ins Haus bringt. Eigentlich geht es dir jedoch um das Buch. Es löst eine Kette von Erkenntnissen aus und bringt schließlich die Lösung. 

Besonders wirkungsvoll ist die Technik, wenn ein kleines, unscheinbares Detail eine große Bedeutung gewinnt. Deinen Content kannst du so aufbauen: 

  • Das Detail präsentieren.
  • Den Leser oder Zuhörer in Szene setzen: Worum geht es hier? Wie ist die Situation?
  • Die Hintergründe erklären.
  • Die Auflösung präsentieren.

Artverwandt ist die schräge Frage nach dem Muster: „Was ein Krimi und ein erfolgreiches Coaching gemeinsam haben“.

Die schräge Frage deutet eine Parallele an, die der Autor nach und nach aufwickelt. Das Muster ist sehr verbreitet und ich finde es etwas überstrapaziert – offen gestanden. 

Tipp 5: Dilemma

Mit einem Dilemma blickst du deinem Publikum tief ins Herz: Wie soll es sich verhalten und was tut es wirklich? Was wünscht es sich und was bekommt es? 

Das Dilemma bezieht seine Kraft aus dem Hin und Her zwischen Wollen und Sollen. Moral und Wunsch. Das Bessere oder das Bequemere. Einerseits schon, aber andererseits …: Das ist die Triebkraft des Dilemmas.

Texterprofis sprechen von einem Konflikt. Ich habe das Wort bewusst vermieden, weil Trainer, Berater und Coaches nach meiner Beobachtung reflexhaft an Auseinandersetzungen zwischen Menschen denken. 

Auch das ist ein Konflikt, natürlich. Doch ebenso gut kann der innere Konflikt des Protagonisten gemeint sein. Ein Dilemma oder ein Konflikt fordert eine Handlung heraus oder eine Entscheidung. 

Spannend wird dein Content dadurch, dass du zu Beginn einen Konflikt aufwirfst, in dem sich dein Leser sich wiedererkennt. Wie sich der Konflikt auflösen lässt, erklärst du zum Schluss. 

Die Technik lässt sich am einfachsten in einer Story verpacken: 

  • Im ersten Teil erzählst du deine Story.
  • Im zweiten Teil begibst du die auf die Meta-Ebene und erklärst die Hintergründe.
  • Im dritten Teil bringst du die Lösung.

Tipp 6: Überraschung

Vor ein paar Tagen saß ich mit zwei Gästen beim Abendessen: beide 50 plus, beide seit Jahren in Konzernen beschäftigt. Du hättest große Ohren kriegen können, wie die beiden die super-duper-agil-und-erfolgreich Parolen ihrer Unternehmen kommentierten.

Was sie denn interessant finden, habe ich sie schließlich gefragt: Echte Geschichten und wie die Leute es geschafft haben, war die Antwort.

Aha. Geschichten von Teams, die von Beginn an total engagiert sind, ohne Unterlass an einem Strang ziehen und mit einem Lächeln ins Ziel einmarschieren, sind also nicht spannend. 

Das kann ich gut verstehen. Das Gegenteil von Spannung ist das Idyll. Denk mal an TV-Produktionen wie „Die Geheimnisse der Tiefsee“ oder „Die Schweiz von oben“. Die Bilder sind wunderschön, kein Konflikt weit und breit. Es ist der reine Frieden.

Auch das Idyll hat sein Publikum. Es will Ent-Spannung und schläft vermutlich gelegentlich ein. 

Spannend ist die Störung. Die Panne. Das Drama. Gerade war das Team so gut auf dem Weg – dann passiert es. Und jetzt? Wie haben die Beteiligten die Lage gerettet? So ist das echte Leben. Das ist bedeutsam. Und spannend. 

Tipp 7: Cliffhanger

Cliffhanger kennst du von deiner Lieblingsserie: Die Folge geht auf das Ende zu, da stellt sich kurz vor Schluss ein neues Drama ein. Für die Auflösung ist natürlich keine Zeit mehr. Du musst wohl oder übel bis zur nächsten Folge warten. Oder sie bei Netflix aufrufen.

Die Aufgabe eines Cliffhangers ist damit erklärt: Er will den Leser oder die Zuschauerin bei der Stange halten.

Cliffhanger haben etwas von allem: Foreshadowing, Drama, Überraschung. Entscheidend ist, dass die Neugier des Publikums geweckt ist, die Auflösung jedoch fürs Erste ausbleibt. 

Gerade, wenn du längere Content-Stücke oder vielleicht sogar ein Buch entwirfst, sind Cliffhanger ein starkes Mittel. Baue sie zwischen die Abschnitte oder Kapitel deines Contents ein, damit dein Publikum bei dir bleibt. 

Tipp 8: Sprache

Auch mit deiner Sprache kannst du gezielt arbeiten. Mithilfe deiner Wortwahl und dem Satzbau kannst du zwischen Ruhe und Spannung hin- und zurückschalten

  • Die ruhige Sprache pflegt etwas längere Sätze und Beschreibungen
  • Die spannende Sprache erkennst du an kurzen Sätzen, Action und starken Worten.

Zum Beispiel so:

Das Leitungsteam diskutiert über die Weiterbildungsmaßnahmen der nächsten Periode. Man ist sich einig, agile Methoden zu schulen und die Mitarbeiter Schritt für Schritt auf eine andere Arbeitsweise vorzubereiten.

Plötzlich reißt die Tür auf: Der Assistent tritt ein. Alle starren ihn an: weshalb die Störung – entgegen der Absprache? Der junge Mann wirkt verstört: Der wichtigste Kunde der Firma hat soeben seinen Vertrag gekündigt. 

Oh weh! Jetzt ist aber was los. Und worum es genau geht, beschreibst du mithilfe deines spannenden Contents.

Hilft das? Kannst du so arbeiten? Ich wünsche dir viel Erfolg!

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