Eigentlich ist so eine Website ein williger Arbeitsknecht: Tagaus, tagein steht sie im Netz, bereit für ihren Betreiber neue Kunden einzufangen. Sie ist erste Anlaufstelle, Kontaktpunkt, Sprachrohr und virtueller Vertreter.

Leider wird sie von ihren Betreibern allzu oft bei der Arbeit behindert, um nicht zu sagen: schwer misshandelt. Ehrlich, wenn eine Führungskraft so mit ihren Mitarbeitern umspringen würde, hieße das schlichtweg Mobbing!
Sehen Sie selbst:

Das Eine sagen, das Andere tun

Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt„: Wie oft habe ich das schon gehört! Schaut man sich die Websites an, sucht man die Menschen jedoch vergeblich. Dafür gibt es jede Menge Skylines, Gebirgslandschaften und Grafiken.

Mensch im Mittelpunkt

In einem People’s Business wie das Trainer- und Berater-Geschäft eines ist, sind Fotos von Menschen erste Wahl – und natürlich sollte der Betreiber der Website als Träger seines Geschäfts deutlich erkennbar sein und nicht irgendwo auf einer Unterseite im Profil. Das ist widersprüchlich.

Fehlendes Priorisieren

Wenn es um neue Texte für die Website geht, kämpfe ich oft mit einem enormen Mitteilungsbedürfnis meiner Kunden. Irgendwie finde ich es sogar verständlich: Oft sind die Kunden schon lange im Geschäft. Sie können viel und wollen ihre Expertise präsentieren.

Unübersichtlicher Seitenbaum

Alles zu erzählen bedeutet aber in der Umsetzung, dass die Website überladen und die Benutzerführung unübersichtlich wird. Welche Botschaft soll Ihre Website für Sie in die Welt tragen? Im übertragenen Sinne weiß sie nicht, wo sie anfangen soll zu erzählen, und verheddert sich.

Ähnlich wie bei einem guten Vortrag ist es am besten, wenn Sie sich auf eine zentrale Botschaft konzentrieren. Was soll hängen bleiben? Dies wirkungsvoll in Szene zu setzen, ist die Kunst.

Schwache Aussagen

Ich stelle mir einen Autoverkäufer vor, der seinem Kunden erzählt: „Unsere Neuwagen sind im Top-Zustand. Steigen Sie ein und fahren los. Wenn Sie Fragen haben, kommen Sie gerne zu uns. Während der Garantie sind Reparaturen kostenlos.“

Ja, das ist doch selbstverständlich! Was denn sonst?

Schwache Aussagen

Auf den Websites von Trainern und Beratern finden sich jede Menge Aussagen, die für einen Entscheider entweder nicht so wichtig oder selbstverständlich sind. „Ich bin Trainer aus Leidenschaft“ (Das ist schön für Sie). „Meine Kunden schätzen meine zielorientierte Arbeitsweise“ (Ach ja, wenn’s denn möglich ist. Dafür zahle ich). „Meine Maßnahmen sind nachhaltig wirksam“ (Das sagen alle. Gibt’s dazu einen Beleg?) Die tatsächliche Existenz von klapprigen Autos und schlecht qualifizierten Weiterbildnern macht Selbstverständlichkeiten auf Websites nicht besser.

Manche Website tut mir leid! Sie steht im Netz und will Besucher im Auftrag ihres Betreibers überzeugen. Mit einem schwachen Briefing kann ihr das aber nicht gelingen.

Isolation

Google honoriert es ganz besonders, wenn es regelmäßig etwas Neues auf einer Website gibt und wenn andere sich darauf beziehen. Es ist in etwa so wie in der Wissenschaft: Ein Professor, der oft zitiert wird, steht im Ansehen ganz oben. Und auch für eine Website gilt: Eine häufig zitierte Seite muss wichtig sein.

Allein im Netz

Viele Website sind jedoch in der Hinsicht Brachland. Es gibt nichts Neues. Von Vernetzung weit und breit keine Spur. Eine solche Seite steht im organischen Ranking bei Google weit hinten – was in Ordnung ist, wenn sich der Betreiber darüber klar ist und andere Maßnahmen getroffen hat, Kunden für sich zu gewinnen. Nur darf er sich dann nicht beschweren, dass seine Seite keine neuen Anfragen einspielt.

Alte Technik

Die Erwartungen an Websites ändern sich im Jahreswechsel. Meine ist in der aktuellen Fassung etwa zwölf Monate alt – und sie hat sich schon wieder kritische Blicke von mir eingefangen. Ihre Tage sind gezählt.

Nun gehören Websites und die Frage, was aktuelle Trends sind, zu meinem Geschäft. Einen so strengen Maßstab lege ich bei Kunden nicht an. Aber es verblüfft mich doch, wenn ich auf eine Website in Frame-Technologie treffe, die demnach etwa zehn Jahre alt sein muss.

Veraltete Technik

Die Websites meiner Wettbewerber sehen genauso aus„, hallte es mir entgegen als ich das Thema ansprach. Das sehe ich anders und im Zweifel ist es auch egal. Die Besucher sind das Ziel und die Entscheidung über gut oder schlecht, angemessen oder unpassend fällt an ganz anderer Stelle.

Eine alte Technologie bedeutet ein ganz schlechtes Ranking in der Suchmaschine – und außerdem eine verstaubte Anmutung. Letzteres ist vielleicht sogar das Schlimmere von beiden: Es gibt Untersuchungen, die prognostizieren, dass ab 2015 die Mehrheit der Online-Besuche von einem mobilen Gerät ausgehen.

Sie denken, das betrifft Sie nicht? Irgendwo jemanden kennenzulernen und auf dem Nach-Hause-Weg schon mal zu gucken, ob der persönliche Eindruck mit der Online-Präsenz übereinstimmt, ist ein völlig alltägliches Verhalten geworden. Websites müssen deshalb von allen Ausgabegeräten aus richtig gut aussehen – Besucher erwarten das einfach.

Lassen Sie Ihre Website deshalb nicht mit steinalter Ausstattung an den Start gehen. Den Wettbewerb kann sie nicht gewinnen.

So zwingt man jede Website in die Knie. Doch Sie bleibt an der Seite Ihres Betreibers, die treue Seele, selbst wenn er zischt: „Reine Kostenstelle, hat mir noch nie was gebracht.“ Das hat sie nicht verdient. Ich würde ihr gerne das Laufen beibringen.