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Sympathische Kommunikation: Was für deine Fans und Follower zählt

Sympathische Kommunikation: Was für deine Fans und Follower zählt

Was bedeutet „sympathische Kommunikation“ aktuell? Alles ändert sich, auch die Kommunikation. So gewinnst du die Sympathie deiner Fans und Follower heute.

„Menschen kaufen von Menschen“: Das Wort kennst du bestimmt. Sympathie und Vertrauen sind wichtige Größen, wenn es darum geht, eine stabile Kundenbeziehungen herzustellen. Sie legen die Basis dafür, dass sich deine Neu-Kunden gerne und mit Neugier deinem Angebot widmen.

Neu ist dieser Gedanke nicht, doch in letzter Zeit hat er einen gehörigen Schub bekommen. Schon länger erleben wir einen Wertewandel, der sich in der Pandemie zusätzlich beschleunigt hat. Wie also schaffst du es, persönlicher und emotionaler zu kommunizieren, und zwar zeitgemäß?

Was die Kommunikation heute prägt

Unsere Welt ist unsicherer geworden. Veränderlicher. Dynamischer. Strukturen, die uns früher Halt gegeben haben, lösen sich immer mehr auf. Wer kann noch von sich sagen, dass er seinem Verein ein Leben lang treu ist? Vielmehr sind wir auf ganzer Linie Nomaden geworden, die sich privat und beruflich hier, da und dort niederlassen, je nachdem, was die Situation gerade verlangt. Großen Institutionen wie den Kirchen oder den Parteien trauen wir nicht mehr. Und als wäre das nicht genug, sitzen viele von uns mehr oder weniger alleine im Homeoffice. Vereinsamung greift um sich.

In dieser Situation suchen Menschen nach Haltepunkten und Orientierung. Unternehmen können in die Lücke springen. Ich sage bewusst „können“, denn ein Selbstläufer ist das nicht (Quelle: Transforming Brands, zukunftsinstitut).

So bitte nicht!

Willst du auch in Zukunft die Sympathie deiner Kunden gewinnen, vermeide Verhalten wie dieses:

Deine Kunden instrumentalisieren

Kunden mögen es nicht, ausgepresst, schlecht informiert und ausgebeutet zu werden. Wer will schon Objekt kurzfristigen Gewinnstrebens sein? Banken, Versicherungen und Mobilfunk-Anbieter haben sich in dieser Sache einen unrühmlichen Namen gemacht. Doch auch unter Trainern, Beratern und Coaches existiert diese Denkweise. Sie versteckt sich oft hinter einer „geschickten“ Verkaufsstrategie und meint etwa ein Geschäftsmodell, bei dem der Kunde in ewiger Abhängigkeit des Beraters oder Trainers bleibt.

Das eine sagen – das andere tun

Offensichtlich unökologisches und unsoziales Handeln ist immer unsympathisch. Doch auch Feigenblatt-Aktionen kommen schlecht an: Wenn pro Bierkiste ein Euro für den Schutz des Regenwalds abgegeben wird und der Rest bleibt, wie gehabt, leidet die Glaubwürdigkeit. Sieht so wahrhaft ökologische Verantwortung aus?

„Walk your Talk“, kann man da nur sagen: Wer „Nachhaltigkeit“ von sich behauptet, sollte sie glaubwürdig in sein Geschäftsmodell integrieren. Wer „Respekt“, „Augenhöhe“ und „offene Kommunikation“ für sich reklamiert, sollte diese in seiner Kommunikation leben.

Mit reinem Nutzen langweilen

Produkte und Dienstleistungen haben einen Nutzen. Ein Schuh etwa hält die Füße warm und schützt beim Gehen vor Verletzungen. Doch ist das der Grund, weshalb wir uns für einen Schuh entscheiden?

Wir Kunden wollen eine Geschichte hören. Etwas womit wir uns identifizieren können und das uns sagt: „Hier bin ich richtig. Das gefällt mir. In diesem Unternehmen arbeiten Leute von meinem Stamm. Ich möchte dazu gehören.“ Eine glaubwürdige Idee oder ein Versprechen weckt unsere Kauflust mehr als der reine Nutzen. Sprich also darüber, wie du zu deinem Angebot gekommen bist, welche Hürden du selbst überwinden musstest und was für dich heute besser besser geworden ist.

Gut für dich

Vielen Selbständigen war das reine Gewinnstreben schon immer ein Graus. Es dürfte für sie eine gute Nachricht sein, dass sich die Zeiten geändert haben und dass vordergründige Schlauheit nicht mehr schlau ist.

Sympathische Kommunikation: Mach es so

Überdenke die Ausrichtung deiner Kommunikation

Bisher haben wir ein gutes Profil oder eine Positionierung als Antwort auf die Fragen verstanden: „Wer bin ich in dieser Business-Welt? Weshalb sollte sich ein Kunde für mich entscheiden?“ Bei dieser Interpretation gibt es einen deutlichen Ich-Bezug. Die Frage „Was will ich? Was mache ich? Was qualifiziert mich?“ nimmt einen großen Raum ein.

Das hat Folgen für die Kommunikation. Die eigene Expertise zu belegen, wird zum Schwerpunkt. Bei Xing und Linkedin lässt sich das gut beobachten.

Was könnte außerdem der rote Faden deiner Content-Strategie sein? Seit einiger Zeit finde ich diese Alternative: Was kann ich besonders gut? Was braucht diese Welt? Wie kommt beides zusammen? Was ist mein Beitrag zum Ganzen? In diesem Szenario richtet sich die Kommunikation rückhaltlos an der Frage aus, wie du deinen Kunden und Followern helfen kannst.

Ziemlich charmant, finde ich. Denn diese Interpretation lässt Raum für persönliche Entfaltung und Individualität, ohne einen Ego-Trip zu begründen.

Psychologische Sicherheit

In der Führungsarbeit und der Teamentwicklung gibt es den Begriff schon eine Weile: psychologische Sicherheit. Er hat etwas mit der Gewissheit zu tun, gut aufgehoben zu sein und sich in einem vertrauenswürdigen und grundsätzlich wohlwollenden Umfeld zu bewegen.

Auch unsere Fans und Kunden freuen sich daran. Psychologische Sicherheit in der Kundenbeziehung zeigt sich darin, deutlich zu sagen, was dein Kunde von dir erwarten darf, was du kannst und wo du Grenzen ziehst.

Inspiration

Kunden wollen etwas erleben, etwas lernen, wachsen und das Sichtfeld erweitern. Dann nämlich fühlen sie sich lebendig. So sind die Menschen eben.

Lass deine Kunden also staunen, hinter den Spiegel blicken und Dinge erfahren, an die sie bisher nie gedacht hatten: Deine Kunden sind gespannt, was du ihnen zu erzählen hast.

Werde dir deiner Vorbild-Rolle bewusst und nimm sie an

Jeder Selbständige besetzt mit seinem Business ein Thema und nimmt dafür eine Vorbild-Funktion ein. Werde dir dessen bewusst und fülle diese Rolle aus, denn dein Kunde entscheidet sich für dich, wenn er sich mit dir identifizieren kann. Kombiniert mit unbedingter Zugewandtheit zu deinen Kunden, Vertrauenswürdigkeit und Inspiration hast du für deine Kommunikation viel erreicht.

Storytelling: Wer ist der Held?

Storytelling: Wer ist der Held?

So setzt du dich geschickt in Szene und lässt zugleich deinen Kunden glänzen.

Bist du der Held oder die Heldin deiner Story oder ist es dein Kunde? Die Frage kommt häufiger auf. Die Antwort heißt: Es kommt darauf an. 

Du stellst dich vor

Du schreibst deine Über-mich-Seite oder erzählst von dir am Beginn eines Vortrags: Wenn es darum geht, dich deinem Publikum vorzustellen, steht deine Story oder die deines Unternehmens im Mittelpunkt („Core Story“ oder „Brand Story“). Die Hauptperson bist du.  

Schon oft habe ich die Geschichte vom Scheitern und Wiederauferstehen gehört oder gelesen. Das ist eine mögliche Variante, doch häufig ist sie fragwürdig: Wer etwa würde sich einem Chirurgen anvertrauen, der von einem schweren OP-Fehler erzählt, der zu einer lebenslangen Behinderung des Patienten führte?

Die Geschichte vom Scheitern ist vermutlich von den Fuckup Nights inspiriert. Es schwingt etwas mit von: „Wir kochen doch alle nur mit Wasser. Du musst keine Angst vor mir haben.“ Für das Storytelling ist sie weniger typisch und oft sogar ungeeignet. Alternative Erzählmuster sind etwa:

  • Das Monster besiegen.
  • Vom Tellerwäscher zum Millionär.
  • Die Suche.
  • Reise und Rückkehr. 

Deine Zuhörer und Zuschauer wollen wissen, wie du zu dem Menschen geworden bist, der du heute bist.

Berichte doch einfach davon. Wie kommst du mit diesen beiden Mustern zurecht:

Hast du eins oder mehrere Monster besiegt?

Interpretiere „Monster“ in einem weiten Sinn: Monster können Ranghöhere sein, die dir Grenzen setzen wollten. Standen dir Glaubenssätze im Weg – also innere Monster? Ungünstige Marktbedingungen? Juristische Fallstricke? Große Distanzen zwischen dir und deinen Verbündeten?

Erzähle, wie es dir gelang, die großen und kleinen Monster aus dem Weg zu räumen, und was du dabei gelernt hast.

Warst du auf der Suche?

Auch dieses Erzählmuster bietet sich in vielen Fällen an: Du hast dich irgendwann auf den Weg gemacht und bist verschiedene Stationen durchlaufen. 

Die erste Station hatte ihre guten Seiten, doch ganz richtig war sie nicht. Du hast einen neuen Anlauf gewagt. Auch hier hast du viel gelernt, bist jedoch nicht glücklich geworden. Auf der dritten und vierten Station hast du wichtige Dinge erlebt und erfahren – doch ganz rund waren auch die nicht. So ging es weiter.

Wo stehst du heute? Was hast du aus alledem gemacht? Wie fließen deine Erfahrungen in deine Arbeit ein? Berichte davon.

Es gibt viele weitere Erzählmuster, wie gesagt. Doch der Kampf gegen das Monster und die Suche lassen sich für viele Trainerinnen und Berater leicht und überzeugend umsetzen.

Kunden-Storys

Bei deinem täglichen Content steht meist dein Kunde im Mittelpunkt: Ob Podcast, Artikel oder Social Post – du erzählst, was deine Kunde erlebt und wie du ihm hilfst. Das jedenfalls ist das Potenzial, wenn du Storytelling in dein Content Marketing übernimmst. 

In diesem Fall ist dein Kunde dein Held oder deine Heldin. Er oder sie muss eine schwierige Aufgabe bewältigen. Es gibt ein wichtiges Ziel, dass unbedingt erreicht werden will.

Du bist der hilfreiche Freund und Begleiter

Ein Held hat immer einen guten Freund oder Begleiter. Diese Rolle fällt dir zu: Was gibst du deinem Kunden? Womit versetzt ihn in die Lage, die diversen Hürden zu nehmen?

Bitte denke darüber nach, was dein Kunde von dir bekommt, weil du der Mensch bist, der du bist. 

Die Frage hat es in sich. Inspiration bekommst du von den zwölf Archetypen im Storytelling. Ich benutze sie zum Gesprächseinstieg in der Profilberatung. Dabei frage ich die Kunden, zu welchem Archetyp sie sich hingezogen fühlen und wie sich der Archetyp in ihrem Coaching oder ihrer Beratung zeigt. 

Archetypen im Storytelling: Wem fühlst du dich nah?

Die Archetypen wurden zuerst von C.G. Jung beschrieben. Im Storytelling werden meist diese herangezogen:

Der Held
Du bist tatkräftig, mutig und diszipliniert. Für welchen guten Zweck setzt du dich ein?

Der Rebell
Es liegt in deinem Naturell, gegen Konventionen zu kämpfen, die sich überlebt haben. Inwiefern versuchst du zu ändern, was nicht mehr funktioniert?

Der Magier
Du willst die Welt zum Besseren wandeln und hilfst du deinen Kunden, deren Visionen zu leben.

Der Schöpfer
Du bist innovativ und kreativ. Dich reizt das Neue. Hast du außergewöhnliche Ideen und hilfst anderen, ihr kreatives Potenzial zu entfalten?

Der Beschützer
Du bist hilfsbereit und großzügig. Du bist für andere da und hilfst in Fällen, um die andere einen großen Bogen machen. 

Der Herrscher
Du nimmst die Dinge in die Hand und übernimmst die Führung. Du denkst in großen Dimensionen und hilfst deinen Kunden, einengende Glaubenssätze zu überwinden.

Der Unschuldige
Du bist unkompliziert, strebst nach Ausgeglichenheit und hilfst deinen Kunden, Dinge zu vereinfachen.

Der Entdecker
Du bist neugierig und immer motiviert, etwas Neues auszuprobieren. Inwiefern hilfst du anderen, Grenzen zu überschreiten, unabhängig zu leben und sich auf Abenteuer einzulassen?

Der Weise
Deine Welt ist die Analyse und die Logik. Du möchtest die Welt verstehen und hilfst deinem Kunden, hinter die Kulissen zu sehen und die Wahrheit aufzudecken. 

Der Liebende
Du bist gut darin, eine emotionale Verbindung herzustellen. Inwiefern hilfst du deinen Kunden, ihre Beziehungen zu verbessern und zu vertiefen?

Der Joker
Du bringst Menschen zum Lachen und lässt sie den Moment genießen. Kleinkariertes Denken ist dir fremd. Du hilfst deinen Kunden zu erkennen, dass sie gut so sind, wie sie sind, und dass sie dazu gehören. 

Der Freund
Du bist ein bodenständiger Typ, strebst nach Gleichwertigkeit und Zugehörigkeit. Du hilfst deinen Kunden, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Ging das zu schnell, um dich selbst einzuschätzen? Versuchs einmal mit dem Online-Test: „Wie die Welt dich sieht“. Ich habe den Test mitgemacht und mehrmals empfohlen. Er hat immer gut funktioniert. Zum Test: Wie die Welt dich sieht.

Lassen sich Erzählmuster und Archetyp verbinden?

Am Ende des Artikels denkst du vielleicht: „Weshalb die Trennung zwischen Archetyp und Erzählmuster?“ Wenn du auf der Über-mich-Seite von deinem Kampf gegen Monster erzählst, kannst du zugleich einen Archetyp heranziehen. Deinen Kunden wiederum kannst du als Archetyp auf die Reise schicken.

Das stimmt. Wenn du alle Aspekte in den Griff bekommst – mach es so. 

Meine Vorstellung von deiner Welt ist, dass du eine reale Geschichte erzählen und ihr einen fesselnden Dreh geben willst. An allzu kunstvollen Versuchen kann man sich verheben. Ich hab’s probiert.

Bevor dir die Erzählfreude erlahmt, weil du zu viele Dinge gleichzeitig bedenken willst, und das Ergebnis hölzern wirkt – mach’s dir lieber leichter.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Sind Blog-Artikel heute überholt?

Sind Blog-Artikel heute überholt?

Weshalb du Blog-Artikel im B2B-Umfeld nicht zu schnell abhaken solltest.

„Das Blog — ein Medium von gestern?“, fragt Meike Leopold in ihrer aktuellen Blog-Parade. Vielen Dank für die Einladung! Eine gute Frage: Ich mache es noch ein bisschen sportlicher und spitze die Frage zu: Sind Blog-Artikel überholt?

Um in einem Satz zu antworten: Ja. Nein. Wir müssen reden.

Bild, Ton, Text: Wo stehen wir?

Zum Einstieg habe ich verlässliche Zahlen über Nutzungsgewohnheiten von Usern gesucht: Wie schlägt sich Text im Vergleich zu Video- und Audio-Angeboten? Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2020 sagt: Die Nutzung von Artikeln sinkt. Langsam zwar, aber sie sinkt.

ARD/ZDF Onlinestudie: Tägliche Nutzungsdauer 2020. Aus: Sind Blog-Artikel überholt?

Das haben wir uns schon gedacht: Video ist Trumpf, gefolgt von Podcast. Dann lassen wir doch einfach die Blog-Artikel einfach! Oder nicht?

Ich habe mich gefragt, wie Videos genutzt werden. Dienen Sie nicht überwiegend der Unterhaltung? Darauf hatte ich getippt und lag daneben. Nach einer Auswertung des YouTube Official Blog zwischen dem 1.1.2020 und 15.11.2020 waren die beliebtesten Videos diese:

  • Corona geht gerade erst los  | maiLab
  • Männerwelten – Belästigung von Frauen | Joko & Klaas 15 Minuten live
  • Wir zeigen euch unser Haus 😍 HAUS-TOUR | Bibi
  • Die Zerstörung der Presse  | Rezo
  • Coronavirus – unnötiger Alarm bei COVID-19? | Harald Lesch
  • Der Pennymarkt auf der Reeperbahn (1) – SPIEGEL TV Classics (2007)
  • Was ist ein Bratan? Kinder fragen Rapper mit Capital Bra & Bozza | Late Night Berlin | ProSieben
  • 10 MIN BEGINNER AB WORKOUT // No Equipment | Pamela Reif
  • 10 Minuten Maske | einfache Behelfsmaske nähen | schnelle Gesichtsmaske für Anfänger mit Nasenbügel 
  • Bayern-Tornado fegt über Barca hinweg: FC Barcelona – FC Bayern 2:8 | UEFA CUP

Die User schauen sich demnach durchaus informative Videos an. 

Weshalb du die Frage anders stellen solltest

Du denkst an dein Business, deine Kunden und fragst dich, wohin uns diese Überlegung führen soll.

Zu nichts. 

Genau das ist mein Punkt:

Wenn du wie die meisten meiner Kunden im B2B-Geschäft beheimatet bist, dann kann es dir egal sein, was „die Leute“ lesen oder hören. Die entscheidende Frage ist: Wie informieren sich deine Kunden, wenn sie eine Kauf-Entscheidung treffen? 

Die folgende Statistik von Statista ist für uns B2B-Leute deshalb viel spannender: Diese Informationsquellen nutzen Entscheider.

Die beliebtesten Informationsquellen von Business-Entscheidern.  Aus: Sind Blog-Artikel überholt?

Du siehst, dass Fachmedien ganz oben auf der Liste stehen. Das hat einen guten Grund: Business-Entscheider tragen große Verantwortung. Wenn sie den Zuschlag zu einem Angebot geben, geht es oft um einen ordentlichen Investitionsbetrag. Schließlich soll die Zukunft des Unternehmens gestärkt werden, und: Was den oder die Entscheiderin überzeugt, müssen die Kollegen noch lange nicht gut finden. B2B-Entscheidungen sind anspruchsvoll. 

Deshalb sind Business-Entscheider in erster Linie an unabhängiger und vertrauenswürdiger Information interessiert.

Fachmedien sind deshalb die erste Wahl für sie und die Qualität der Information ist wichtiger als das Medium. 

Hierin liegt die Rolle deines Blogs

Aber was ist nun mit deinem Blog? Stellen wir uns eine konkrete Entscheidungssituation vor: Eine Führungskraft liest in einem Fachmedium ihres Vertrauens einen Artikel, den sie gut findet.

So ein Zufall: Er ist von dir! Die Führungskraft ist ganz angetan und besucht deine Webseite in der Hoffnung, mehr zu finden. 

Gibt es dort etwas zu sehen? Jetzt kommt dein Blog ins Spiel.

Ein Blog gibt dir den Raum, die Fragen deiner Kunden ausführlich zu beantworten, und zwar gebündelt an einem Ort.

In den sozialen Medien hingegen sind deine Botschaften kürzer und verschwinden auf Nimmerwiedersehen im Stream. 

Die Grafik weiter oben bestätigt dies: 73 Prozent der Entscheider nutzen digitale Angebote von Unternehmen zumindest gelegentlich.

Da haben wir’s: Der Blog lebt!

Lesetipp: So könnte dein B2B-Blog aussehen

Um das noch einmal zu verstärken: Das B2B-Geschäft funktioniert anders als B2C. Die Entscheidungen sind weniger spontan und informationsgetriebener. Oft hast du es mit mehreren Entscheidern und unterschiedlichen Info-Bedürfnissen zu tun. Ein Blog liefert dir die Möglichkeit, diese Informationen zu liefern. 

Das Upload-Magazin stellt dazu übrigens einen sehr schönen und überzeugenden Artikel zur Verfügung: Wie Corporate Blogs auch für B2B-Unternehmen funktionieren können.

Hättest du das gedacht? Text hat seine Anhänger

Doch müssen es unbedingt Blog-Artikel sein? Wenn du beratungsintensive oder erklärungsbedürftige Güter und Dienstleistungen anbietest, sind Formate, die ein paar Sätze mehr erlauben, auf jeden Fall sinnvoll. Videos und Podcasts zählen dazu. Doch auch klassische Artikel haben ihre Fans, wie folgender Tweet zeigt: 

Der Absender spricht etwas an, das ich aus vielen Unterhaltungen kenne: Texte lassen mehr Freiheiten zu als andere Formate. Es ist leicht, sich einen Überblick zu verschaffen und dort einzusteigen, wo es aus der eigenen Sicht interessant wird. Jeder kann in seinem eigenen Tempo lesen. 

Text oder Ton? Am liebsten beides!

Manche lieben ganz einfach das Lesen. Dennoch glaube ich, dass der Fokus allein auf Artikel auf Dauer nicht klug ist und die Lösung in der Vielfalt liegt. Versuche es doch einmal so: 

  • Was sind die wichtigen Fragen deiner Kunden, bevor sie deine Leistung buchen? Schreibe zu diesen Themen passende Blog-Artikel und werte sie über einen längeren Zeitraum multimedial auf: Du kannst eine Grafik ergänzen, ein Podcast-Interview mit einem Bekannten einfügen oder in einem Video eine Story erzählen, die du zwischenzeitlich erlebt hast. So erwischst du alle Bedarfe. Ein so breites Angebot kannst du kurzfristig kaum bewältigen. Mittel- und langfristig allerdings schon.
  • Mach dir außerdem Gedanken, wie Kunden auf dich aufmerksam werden: Schreibst du Gastbeiträge für Zeitschriften, hältst du Vorträge oder was liegt dir sonst? Sorge dafür, dass dir regelmäßig neue Kontakte über den Weg laufen können. 
  • Überlege dir drittens, wie du die Beziehung zu deinen Kontakten stabilisierst. Social Media und Newsletter sind Klassiker in dieser Sache, jedoch nicht die einzig möglichen Lösungen.

Zum Schluss ein persönliches Wort

Ich finde die Reduktion, die ein Text anbietet, angenehm. Es ist eine Form von Minimalismus, wenn du so willst: Es gibt nichts, was die überlasteten Sinne zusätzlich anstrengt. Du darfst dich einfach auf das Wort konzentrieren.

Weil sich noch mehr Menschen mehr vom Weniger wünschen, bin ich zuversichtlich, dass der Text als solcher bleibt.

Unklar ist nur, welche Rolle er spielen wird. Vielleicht sind Videos gut darin, für ein Thema zu öffnen und zu emotionalisieren – während Texte Logik und Argumentation ansprechen? Es gibt Studien, die zeigen, dass beim Lesen mehr hängen bleibt als beim Konsum eines Videos. Doch davon erzähle ich ein anderes Mal.

Vielen Dank, dass du bis zum Schluss bei mir geblieben bist und damit Blogs sowie Blog-Artikel würdigst! Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Blog und deinen Veröffentlichungen!

Marketing für Solo-Selbständige ist anders. Und zwar so.

Marketing für Solo-Selbständige ist anders. Und zwar so.

Das Netz ist voll von Informationen und Tipps zum Marketing: Weshalb du als Solo-Selbständiger dennoch oft nichts Richtiges findest und was im Marketing für Solo-Selbständige anders ist.

Jeden Tag gibt es neue Marketing-Posts und -Artikel. Ich schaue hin, denn Marketing ist mein Fach. Trotz der Fülle bleibt oft ein schaler Geschmack zurück, denn das, was ich bei Kollegen finde, geht an der Welt der Solo-Selbstständigen vorbei.

Ich schätze, dies ist ein Grund, weshalb es für Solo-Selbständige so schwer ist, sich im Marketing zu orientieren: Der größte Teil der Publikationen richtet sich an Leser mit anderen Voraussetzungen – an Organisationen mit Marketing-Abteilung und spezialisierten Fachleuten.

was macht das Marketing für Solo-Selbständige so anders?

Voraussetzungen

Professionelles Marketing – so heißt es in der Literatur – verfolgt eine Strategie sowie SMARTE Ziele. Zudem ist es testgetrieben.

Selbst in Unternehmen und anderen Organisationen ist dies oft mehr Wunsch als Wirklichkeit. Einem großen Teil der Solo-Selbständigen ist ein derart formaler Ansatz endgültig wesensfremd.

Wer nicht gerade einen Marketing-Background hat, fühlt sich zudem fachlich überfordert. Und auch die Tests lassen sich so ohne weiteres kaum umsetzen: Auf Webseiten von Solo-Selbständigen im B2B-Geschäft ist oft so wenig Traffic, dass die Zahlen keine verwertbaren Ergebnisse erbringen.

Kein Wunder also, dass viele Solo-Selbständige mit ihrem Marketing unzufrieden sind und immer das Gefühl haben, etwas falsch zu machen. Das, was in der Literatur beschrieben wird, lässt sich für Solo-Selbständige nur selten umsetzen.

Knowhow

Wenn ich irgendwo „ganz einfach“ oder „schnell und unkompliziert“ lese, sträuben sich mir die Haare. Denn meine Erfahrung ist eine andere: Ganz gleich, ob du eine Über-mich-Seite schreibst, deinen Blog-Artikel vermarktest oder eine Landing Page installierst, stets gibt es eine ganze Menge zu bedenken und zu wissen. Du musst dir darüber klar werden:

  • Was es gibt,
  • was du willst
  • und wie du es umsetzt.

Selbst wenn du einen Dienstleister ins Boot holst, musst du genug wissen, um ihn briefen zu können.

Im Fall einer Landing Page brauchst du zum Beispiel

  • einen Text
  • ein Design für deine Landing Page
  • Bildmaterial
  • eventuell eine eigene URL
  • eine Idee für interessierte Besucher: Was passiert, wenn jemand wunschgemäß auf den Button klickt?
  • ein Marketing für deine Landing Page. Sonst besucht dich keiner.

Das ist eine ganze Menge. Egal, was du dir im Marketing vornimmst: Als Solo-Selbständiger hast du hohe Lern- und Anlaufkosten. Vielleicht kommen externe Kosten hinzu. Wenn du diesen Aufwand treibst, um nur ein einziges Projekt wie etwa eine Landing Page umzusetzen, ist das wenig effizient.

Unternehmen greifen auf Fachleute zurück, auf eigene oder auf Agentur-Mitarbeiter. Diese tun sich leichter, weil sie diese Dinge regelmäßig tun und kommen schneller zum Ziel. Das ist doch klar.

Ganz gleich, welche Schlüsse du aus diesem Zusammenhang ziehst: Lass dir nicht einreden, dass du für deine Landing Page oder deine Über-mich-Seite zu ungeschickt bist. Alles will gelernt sein und auf neuen Wegen stolpert jeder. Mit der Zeit wird es tatsächlich einfacher.

Motivation

Wer im Marketing arbeitet, weil dies der Wunschberuf ist, hat gute Chancen auf Motivation und Spaß.

Trainer oder Coachs hingegen machen sich selbstständig, weil sie zum Beispiel Menschen bei kommunikativen Hürden begleiten wollen. Wenn sie dann in der Praxis feststellen, dass sie die Hälfte der Arbeitszeit mit Marketing verbringen, werden sie unzufrieden.

Die Ablehnung gegen das Marketing reicht von diffusem Unbehagen bis hin zu offenem Widerstand. Mehr als einmal haben mir Solo-Selbständige ihr Marketing als Behinderung bei der eigentlichen Arbeit beschrieben, und das mit großem Nachdruck.

Marketing rundheraus abzulehnen, ist für den Erfolg als Selbstständiger sicher nicht förderlich. Vielfach stehen schiefe Bilder und überkommene Vorstellungen im Weg. Erfolg in der Selbständigkeit bedeutet für viele Solo-Selbstständige, ihre Haltung zu Marketing zu prüfen und hinderliche Bilder über Bord zu werfen.

Nähe, Glaubwürdigkeit

Menschen reden gerne mit Menschen. Für Solo-Selbstständige ist das einfach: Sie stehen mit ihren Kunden in direktem Kontakt und kennen deren Wünsche, Bedürfnisse und mehr oder weniger offen ausgesprochene Ängste. So gesehen haben sie alles, was sie brauchen, um kundenorientiert aufzutreten – vorausgesetzt sie trauen sich, wie echte Menschen zu sprechen. Doch das ist ein anderes Thema.

Für Unternehmen ist das viel schwieriger. Dort entwickeln Verantwortliche Produkte und versuchen, diesen Persönlichkeit und Leben einzuhauchen. Mit den Käufern stehen sie nur in indirektem Kontakt, wenn überhaupt. Zudem haben viele traditionelle Unternehmen mit überhöhten Werbeversprechen Vertrauen verspielt. Nähe und Glaubwürdigkeit haben es dort schwer.

Mit der Diskussion brauchst du dich nicht herumzuschlagen. Nicht immer sind Solo-Selbstständige im Nachteil!

Mut

Erfolg, Leistung, Anerkennung: Für Solo-Selbständige fließt das alles ineinander. Ihre Arbeit und ihr Bild von sich lassen sich kaum voneinander trennen. Deshalb bedeutet es gerade zu Beginn einer Selbstständigkeit eine so große Hürde, in die Öffentlichkeit zu treten und für sich zu werben. „Fang einfach an“ oder „mach mal“: Die Aufforderung geht an Solo-Selbständigen gründlich vorbei. Das Marketing für Solo-Selbständige hat eigene Bedingungen.

Mitarbeiter in Unternehmen oder Agenturen tragen oft große Verantwortung. Doch als Person können sie sich hinter ihrer Organisation oder ihrem Produkt verstecken. Sie müssen sich nicht selbst ins Licht stellen. Das macht vieles einfacher.

Stabilität

Menschen leben in Phasen und Zyklen. Die Tage unterscheiden sich und gelegentlich steht man eben mit dem linken Fuß auf. Viele Selbständige berichten darüber hinaus von Zyklen in der Selbständigkeit. Alle sechs oder sieben Jahre ist es so weit.

Selbstständige etwas gründen ihre Existenz und bringen ihr Geschäft in Schwung. Eine ganze Weile leben sie gerne und gut mit ihrem Business. Irgendwann schleicht sich leise Unzufriedenheit ein, bis der Tag kommt, an dem feststeht: So geht es nicht weiter! Der Selbstständige hat sich verändert, die Welt um ihn herum ebenso. Etwas Neues muss her.

Damit beginnt eine Phase der Neu-Orientierung, die alles andere als einfach ist. Im Gegensatz zu Unternehmen ist das Angebot von Solo-Selbständigen kaum von der Person zu trennen. Vielmehr spielen eigene Wünsche und Ziele eine große Rolle.

Die Neu-Ausrichtung des Business und die Persönlichkeitsentwicklung greift ineinander. So etwas fordert Aufmerksamkeit und dann passiert es ganz schnell, dass das Marketing leidet: Die Publikationen dünnen aus. Der Schwung und die Begeisterung der ersten Tage ist kaum noch spürbar. Die Zugriffzahlen auf der Webseite sinken, auf den sozialen Kanälen wird es öde. In der Folge gehen die Aufträge zurück. Das macht Angst – natürlich.

Die klassische Fehlersuche, wie sie in der Literatur beschrieben wird, hilft nicht weiter. „Schreibe besseren Content“, heißt es zum Beispiel. Doch wie soll das gelingen, wenn der Absender noch nicht weiß, wie es in seinem Business weiter geht?

Auch Unternehmen und Organisationen leben in Zyklen. Sie haben bessere Chancen, Schwankungen auszugleichen – was nicht immer gelingt, zugegeben. Dennoch können sie sich besser wappnen.

Solo-Selbständige sind zu jedem Zeitpunkt auf sich gestellt. Man kann ihnen nur raten, darauf gefasst zu sein und Vorsorge zu treffen – indem sie Rücklagen bilden oder Business-Partnerschaften eingehen, mit deren Hilfe sie Auftragslücken schließen.

Fokus

Kunden entscheiden, wo sie mit Unternehmen in Kontakt treten wollen. Schon seit Jahren versuchen Unternehmen deshalb, auf vielen Kanälen gleichzeitig präsent zu sein und jeweils eigenen Content anzubieten.

Für Solo-Selbständige ist der Versuch, auf vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, geradezu tödlich. Ich spreche aus eigener Erfahrung: Erfolg im Content Marketing lässt sich machen. Doch dies erfordert fachlichen und persönlichen Einsatz, Herz und Verstand. Die Ressourcen sind für Solo-Selbstständige eng begrenzt. Deshalb kommt es im Marketing für Solo-Selbständige darauf an, den Hebel mit der größten Wirkung auszumachen und zu ziehen.

Geschwindigkeit

Wer darf was sagen? In Unternehmen ist das ein großes Thema: Intern muss abgestimmt werden, wer öffentlich im Namen des Unternehmens sprechen darf.

Bei Solo-Selbständigen ist das einfach: Hier sprechen der Chef oder die Chefin selbst. Das ist einfach und braucht keine weitere Diskussion: Dieser Punkt geht an die Solisten.

Wie gelingt Marketing für Solo-Selbstständige?

Aus meiner Sicht kommt es auf die Haltung und die Konzentration an:

  • Wer Marketing mit „Betrug“ und anderen unschönen Dingen gleichsetzt, stellt sich selbst ein Bein. Ein so unfreundliches Bild ist überdies völlig unnötig: Kunden buchen dich und mich, weil sie eine Sorge, einen Wunsch oder ein Problem haben. Wir helfen ihnen und erhalten dafür ein Honorar. Das ist doch eine wunderbar ausgeglichene Sache.
  • Ein weiterer Stellhebel für mehr Frieden mit dem Marketing ist deine Entscheidung für Content Marketing. Diese Variante des Marketings erlaubt dir eine von Beginn an unterstützende und kundenfreundliche Kommunikation. Dein Selbstbild als beratender, helfender und vertrauenswürdiger Begleiter wird zu keinem Zeitpunkt angegriffen.
  • Haltung ist noch einmal beim Design deines Angebots gefragt. In den letzten Jahren war viel davon die Rede, dass man nie wieder arbeiten muss, wenn man seine Träume verfolgt. Ich halte das für fragwürdig, denn Träume können flüchtig sein. Wenn du mit deinen Träumen nicht ganz sicher bist oder deine Kunden andere Träume haben als du, dann winken auf diesem Weg Frust und schlechte Umsätze. Lieber halte ich es mit dem „Personal Branding“ im ursprünglichen Wortsinn: Was kannst du? Was kannst du glaubwürdig vertreten, als die Person, die du bist? Und was braucht die Welt? In der Schnittmenge liegt meist eine stabile und zufriedenstellende Lösung.
  • Fehlt die Konzentration. Versuche, dir darüber klarzuwerden, was du gut kannst: schreiben, vor Publikum sprechen oder netzwerken? Oder was ist es sonst? Die Konzentration auf deine Stärken erlaubt dir, Erfahrungen zu sammeln, zu lernen und besser zu werden. Deine Einstiegs- und Anlaufkosten verteilen sich günstiger. Am Ende bist du weniger gestresst.

Fünf Fehler im Content Marketing von Solo-Selbständigen

Fünf Fehler im Content Marketing von Solo-Selbständigen

Dein Content Marketing läuft noch nicht rund? Finde das Stöckchen im Getriebe und zieh es heraus!

Viel Arbeit – kein Ergebnis? Das kann keiner von uns gebrauchen! Wenn dein Content Marketing noch nicht auf der Höhe ist, dann schau dir meinen Artikel an. Ich habe fünf verbreitete Fehler im Content Marketing von Solo-Selbständigen und fünf Lösungen für dich.

Deine Botschaft geht an deinen Kunden vorbei

Du rufst in den Wald und nichts kommt zurück. So sehr du dich mühst: Dein Content erzeugt keinerlei Echo. Du verstummst, denn so macht das keinen Spaß.  

Was läuft hier falsch? Mithilfe von Content Marketing kannst du auf dich aufmerksam machen, Dinge erklären, Kunden zu deinem Angebot führen und vieles mehr. Es wird dir allerdings nicht gelingen, aus einem schwachen Leistungsversprechen ein starkes zu machen. 

Was also ist dein Versprechen an deine Kunden? Wie lautet deine Botschaft? 

Diese Botschaft ist wichtig, denn sie ist der Ausgangspunkt für deine Kommunikation. Sie ergibt sich aus deinen Kompetenzen, deiner Persönlichkeit und dem Bedarf deiner Kunden, oder: Was kannst du? Was glaubt man dir? Was brauchen deine Kunden aus ihrer Sicht?

Oft ist das Angebot fachlich vollkommen in Ordnung, doch die Vorteile sind schwammig oder abstrakt formuliert. 

Ein Beispiel: Viele Coaches versprechen Persönlichkeitsentwicklung. Nun stell dir einen Entscheider vor. Nachts um vier schreckt er aus dem Schlaf hoch: Er hat schlecht geträumt, denn er hat ein Problem, das dringend gelöst werden muss. Wie lautet das Problem zu der die Antwort heißt „Persönlichkeitsentwicklung“?

Ich sage nicht, dass es dieses Problem nicht gibt. Doch die Frage braucht eine Antwort: Welches Problem löst du für deine Kunden? Wie lautet dein Versprechen?

Tipp 1: Finde eine Botschaft, die für deine Kunden reizvoll ist.

Du baust Hürden auf dem letzten Meter

Zu den Internet-Giganten wie Amazon & Co. kann man stehen, wie man will. In einem Punkt sind sie unbestritten Meister: Ihre Verkaufsprozesse haben sie perfekt im Griff. Kunden fühlen zu jedem Zeitpunkt gut informiert und sicher.

Dieses hohe Niveau ist zum Standard geworden. Selbst bei kleinen Abweichungen reagieren Kunden irritiert – wie ich gerade in einem eigenen Projekt lernen durfte. Auf dem letzten Meter kann man sich die Arbeit vieler Wochen zunichtemachen.

Doch was brauchen und schätzen Kunden auf dem letzten Stück bis zur Buchung oder zum Kauf? Die Technik sollte einwandfrei funktionieren, das ist klar. Was außerdem zählt, hat Google in einer Studie über den deutschen Markt untersucht: „Decoding Decisions: was Kaufentscheidungen beeinflusst„.  

Google hat sechs Bias identifiziert, von denen sich Kunden beeinflussen lassen, und zwar in dieser Reihenfolge: 

  • Soziale Bestätigung (25,9 Prozent)
    Gemeint sind zum Beispiel „Sternchen“.
  • Produktmerkmale (16,9 Prozent)
    Es zählen die Produktmerkmale, die Kunden als wichtig annehmen und bevorzugen.
  • Bonuszugabe (12,9 Prozent)
    Gratisbeigaben wirken sich positiv aus, selbst dann, wenn sie mit dem eigentlichen Produkt nichts zu tun haben.
  • Expertenurteil (12,2 Prozent)
    Dazu zählen Siegel, Prädikate und prominente Empfehlungen.
  • Sofortige Verfügbarkeit (7,2 Prozent)
    Kunden schätzen es, wenn sie sofort auf das Produkt zugreifen können. 
  • Verknappung (4,7 Prozent)
    Konkrete Verknappungen („nur noch drei Artikel“) sind besser als allgemeine („nur noch wenige Artikel“).  

In der Studie waren 56 Prozent der Befragten bereit, sich für eine unbekannte Marke zu entscheiden, wenn dieser unbekannte Anbieter die Bias optimiert hatte. Die soziale Bestätigung und die bevorzugten Produktmerkmale spielen dabei eine überragende Rolle!

Tipp 2: Sorge also für glatte Prozesse bei der Bestellung oder Kontaktaufnahme und überlege, wie du die Bias in dein Angebot übersetzt. 

Mit der positiven Resonanz bist du zufrieden

Alle Welt liebt Videos. Selbst Landschaftsaufnahmen erzeugen eine starke Resonanz, wie mir jemand neulich versicherte. 

Das glaube ich. Doch ich frage mich, was der Absender erreichen will: Ist die eher spielerische Interaktion und Bestätigung mit den Friends und Followern genug? Geht es um Spaß? Dann ist alles in Ordnung. Liegt das Ziel jedoch darin, Kunden zu gewinnen, dann sollten die Videos einen Beitrag dazu leisten. 

Sie können eine sympathische Dreingabe sein, wenn sie zum ausgewählten Social-Media-Kanal passen und wenn jenseits der Videos klar wird, wofür du stehst. Das allerdings ist der springende Punkt und geht oft unter: Deinen Friends und Followern sollte bewusst sein, in welcher Situation sie dich buchen sollten. 

Oft bleiben Social-Media-Präsenzen im Wohlfühl-Bereich und präsentieren Sonnenuntergänge und weise Sprüche. Der Bezug zum Angebot geht unter. 

Tipp 3: Mach dir bitte bewusst, welche Zielgröße wirklich für dich zählt und richte deine Kommunikation daran aus.

Du suchst nach Vorbildern. Doch die kennen deinen Weg auch nicht

Vorbilder inspirieren. Sie sind wichtig, um zwischen Zustimmung und Abgrenzung die eigene Form zu finden. 

Achte dabei jedoch auf zweierlei: 

  • Vermeide es, Äpfel mit Birnen zu vergleichen: Sind deine Vorbilder auf dem gleichen Markt, mit den gleichen Kunden und dem gleichen Angebot unterwegs wie du? Dazu habe ich neulich geschrieben: Was heißt hier eigentlich Erfolg?
  • Konzentriere dich auf deine Stärken und lass dich zudem nicht von der Vielzahl der Möglichkeiten treiben. Die Marketing-Welt ist bunt: Zur Wahl stehen Instagram, Pinterest, ChatBots, Bücher, Auftritte, Messen, Webinare und und. 

Manche Werbetreibende fassen alles einmal an und lassen es ebenso schnell wieder liegen. So lässt sich viel Zeit und Energie verschwenden, ohne etwas zu erreichen. Erfolgreiches Marketing lebt wesentlich von der Konsequenz.

Mach dir als Erstes bewusst, was dir liegt: Manche sprechen gerne, andere schreiben, dritte stehen gerne auf der Bühne, vierte sind begnadete Netzwerker. Worin bist du gut? Besonders spannend sind Vorbilder, die deine Stärken teilen: Wie präsentieren sie sich? Wie bauen sie ihr Geschäft auf? 

Tipp 4: Werden dir deiner Stärken bewusst und suche dir deine Vorbilder daran entlang.

Content Marketing ist nicht die ganze Antwort

Content ist immer ein Plus-Punkt im Kommunikations-Mix. Doch nicht immer ist Content Marketing die ganze Antwort. 

  • Konzerne haben häufig feste Ausschreibungsroutinen. Wenn du den Auftrag haben willst, musst du mit. Da hilft dir auch dein Content nicht.
  • Ich habe mir von einer Coach-Frau erzählen lassen, die sich auf professionelle Blechblas-Musiker konzentriert. Sie besucht verstärkt Branchen-Events.
  • Oder stell dir einen Seminaranbieter vor, der eher preisgünstige Online-Seminare anbietet. Wer mit 80-Euro-Umsätzen seinen Lebensunterhalt erstreitet, braucht eine hohe Reichweite. An Anzeigen-Schaltungen führt dann kein Weg vorbei. 

Marketing und Dogmen sind schlechte Partner. Vielmehr gilt: Gut ist, was gut funktioniert. Mach dir deshalb bewusst, was in deinem Geschäft zählt: 

  • Wo kannst du den ersten Kontakt zu deinen Zielkunden herstellen? Das können die Social Media sein oder ebenso gut Empfehlungen, Anzeigen, Messen, Vorträge, Netzwerkveranstaltungen, klassische Pressearbeit und anderes mehr.
  • Wenn jemand erstmals auf dich aufmerksam geworden ist: Was findet er anschließend von dir? Ist das, was du von dir zeigst, schlüssig und klar? 

Die beiden Fragen sind sehr verdichtet das, was ein Kommunikationsplan hergibt. Viele fahren mit reinem Content Marketing gut. Doch ebenso oft ist der Mix aus klassischen Maßnahmen und Content Marketing die bessere Wahl. 

Löse dich von der Idee, dann „man das so macht“. Wichtiger ist, dass du einen schlüssigen Weg zu deinen Kunden entwirfst, ihn testest und dann für eine Weile dabei bleibst.

Tipp 5: Erlaube dir Freiheit und finde deinen Marketing-Mix.