Positionierungsmodelle für 2023

Positionierungsmodelle für 2023

Oder: Hast du deine Nische schon gefunden? Zwei Ideen für zeitgemäße Positionierungsmodelle.

In einem geschätzten Verlag ist ein neues Buch über den Coaching-Markt erschienen. Der Klappentext verspricht „echte Insights“ darüber, wie der Markt funktioniert, jenseits von „Marketingphrasen wie ‚finde deine Nische‘ oder „spezialisiere“ dich“.

In vielen Ohren klingt das nach einer guten Nachricht, da bin ich mir sicher. Hat sich die Positionierung überlebt? Und mit ihr das mühsame Geschäft, auf den Punkt zu sagen, wer man ist?

Du ahnst es, ich sehe das anders. Eine Positionierung ist für Selbstständige eine Selbst-Verortung „in einem mehrdimensionalen Raum.“ In unserem Business gehören zu diesem Raum deine Persönlichkeit, deine beruflichen Kompetenzen, deine Kunden und ihre Erwartungen, dein Angebot sowie Trends am Markt.

Positionierungsmodelle entwickeln sich weiter

Als ich mich vor etwas über 15 Jahren selbstständig machte, war die Positionierungsberatung eine recht handwerkliche Angelegenheit. Kunden wünschten sich Können, Expertenwissen und Sicherheit. Mit Blick darauf waren die Kompetenz und Erfahrung der Positionierungswilligen der entscheidende Startpunkt. Inzwischen stellen Kunden andere Fragen, wie „Was bringst du Gutes in die Welt?“ oder „Ich möchte mich verändern und etwas an mir entdecken. Wie bringst du mich von A nach B?“

Die Kommunikation spiegelt immer den Zeitgeist wider. Muster von vor zehn Jahren sind heute überkommen. Und in zehn Jahren werden wir wieder anders über Positionierungen sprechen. Auch Positionierungsmodelle unterliegen einem Wandel.

Doch die Frage: „Wer bist du auf diesem Markt?“, ist immer aktuell.

Zwei aktuelle Modelle

Erfahrungsgemäß mögen Trainer, Berater und Coachs die Positionierung nicht besonders. Wenn jemand von „Marketingphrasen“ spricht, kann man leicht auf die Idee kommen, dieses ganze Gedöns um die Positionierung sei überkommen. Schließlich liest jeder das, was er hören möchte.

Auch ich halte die Formulierung „finde deine Nische“ für ziemlich platt – gleichwohl sie nicht ganz falsch ist. Kunden wollen wissen, in welchen Fällen du ihnen helfen kannst. Und zu sagen: „Ich bin ein erfahrener Coach. Sag mal, was du brauchst – ich mach’ das schon“, klingt wenig überzeugend.

  • Schon lange haben wir es aufgegeben, uns über unsere Tätigkeiten wie Training, Beratung oder Coaching zu definieren. Stattdessen liegt der Fokus oft auf Problemen, die wir für unsere Kunden lösen, wie „Komplexität im Vertrieb in der Finanz- und Versicherungswirtschaft“.
  • Eine andere Möglichkeit liegt darin, auf ein Thema zurückzugreifen, das uns schon lange umtreibt. „So verschaffen sich stille Menschen Gehör“ könnte ein solches Thema sein oder: „Frauen in MINT-Berufen: stark, klug, souverän“. Dies wären zwei Wege, sich zu positionieren. Es gibt weitere.

Eine gute Positionierung schützt dich vor Phrasen wie „ganzheitliches Denken“ oder „bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“. Sie bleibt aktuell, auch wenn sich die Antworten verändern.

Ist deine Positionierung noch aktuell?

Content-Marketing 2023

Content-Marketing 2023

Content-Marketing 2023 im Zeichen von Menschlichkeit und Nahbarkeit: Der Fokus, der sich für dich als Selbstständige(r) lohnt.

Was gibt es Neues im Content-Marketing 2023? Jahr für Jahr erscheinen im Herbst Prognosen darüber, wie sich das Content-Marketing im Folgejahr entwickeln wird. Nicht alles scheint mir für uns Selbstständige wichtig oder realisierbar. Einen Trend möchte ich jedoch mit dir teilen. Kurz zusammengefasst geht es darum:

Dokumentiere deine Expertise, anstatt Content zu produzieren: Lass dir also beim Arbeiten zusehen. Sei dabei menschlich und gestatte dir, nicht perfekt zu sein.

Es ist ein roter Faden, der sich durch alle Veranstaltungen zieht, die ich in letzter Zeit besucht habe. A. Lee Judge von Content Monsta etwa findet dazu die Formulierung „Be Content“. Ich habe ihn in einem Webinar des CMI gesehen – sehr beeindruckend.

Was ist gemeint?

Perfektion trennt

Wir kommen aus einer Tradition, in der professionelles Marketing gleichgesetzt war mit einem perfekten Auftritt: Design, Sprache, Botschaft – alles ist ausgefeilt und schick und das auf jedem Kanal.

Große Unternehmen treiben einen hohen Aufwand und leisten sich einen großen Mitarbeiterstab, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Uns Selbstständige hat das immer eingeschüchtert und gebremst, auf die kommunikative Bühne zu steigen. Das Gefühl „das reicht nicht“, hemmt.

Doch auch die Großen müssen sich inzwischen von der Perfektion und vollständigen Kontrolle verabschieden. Im sozialen Netz haben sich Käufer und Konsumenten selbstständig gemacht: Sie sprechen aus eigenem Antrieb über Marken und entwickeln Inhalte. Fachexperten in den Unternehmen melden sich mit Videos zu Wort. Lässt sich das alles noch kontrollieren und dem Corporate Design unterwerfen? – Nein, keine Chance.

Das Bild davon, wie professionelle Kommunikation sein sollte, verschiebt sich. Ein gut gestalteter, nutzerfreundlicher Auftritt hat nach wie vor seine Bedeutung. Doch zunehmend kommt eine andere Sehnsucht ins Spiel: Die Menschen wünschen sich echte Begegnungen. Gesprächsräume. Austausch. Dialog.

Sich hinter der Perfektion zu verstecken, schafft hingegen Distanz.

Content-Marketing 2023 steht für echte Begegnung, Gesprächsräume

Was bedeutet „Be Content“ in der Praxis? Ein Bäcker etwa könnte sich in der Backstube filmen und darüber zu sprechen, was ein gutes Brot ausmacht.

Für uns in den beratenden Berufen finde ich die Umsetzung nicht ganz so einfach. Wer mich beim Arbeiten zuschauen wollte, sähe mich tippend und klickend. Für ein Video gibt das wenig her.

Wir können jedoch sehr wohl über Aufgaben sprechen, die wir mit und für unsere Kunden lösen. Oder wie wir selbst mit Problemen und Hürden umgehen.

Zeig dich. Du bist O.K.

„People engage with People – not Logos“, sagt der bereits weiter oben erwähnte A. Lee Judge. Die Herausforderung liegt darin, sich menschlich und fehlerbehaftet zu zeigen, und das in der Öffentlichkeit. Das kostet Mut.

Wer sich bewegt, macht Fehler. Es kann nicht anders sein. Zudem dreht sich die Welt und wir uns mit ihr. Es wird zwangsläufig dazu kommen, dass wir in Zukunft einmal auf ältere Videos und Artikel von uns zurückblicken und den Kopf schütteln. Doch das gehört dazu.

Kommunikationsprofis im Vorteil

Der Trend hin zu Begegnungen und Gesprächsräumen sollte für Coaching-nahe Berufe eine gute Nachricht sein. Kommunikation wird zu etwas, das in den Seminar- und Coaching-Räumen ohnehin passiert – und nichts, was man sich auch noch „draufschaffen“ muss. Was sagst du: Bist du dabei?

Storytelling ist kein Seelenstriptease

Storytelling ist kein Seelenstriptease

Was ist Storytelling und was nicht? Vier Tipps zu deiner Orientierung.

Magst du Storys? Aktuell reden sich hier bei LinkedIn Netzwerker die Köpfe heiß. Einige machen ihrem Unmut über das allgegenwärtige und scheinbar unvermeidliche Storytelling Luft. „Ich bin kein Freund von langen, persönlichen Geschichten“, schreibt eine. Oder: „Storytelling geht mir tierisch auf den Keks.“

Storytelling und persönliche Geschichten sind in der Wahrnehmung vieler mehr oder weniger eins. Das wird in den Kommentaren spürbar. Doch das ist ein fundamentaler Irrtum – der dich davon abhalten könnte, das Potenzial von Storytelling für dich zu nutzen. Denn eigentlich sind Storys eine super Sache.

Doch worum geht es beim Storytelling?

Tipp 1: Storytelling ist eine Erzählform

Wenn ich mich über wirkungsvolle Überschriften verbreiten wollte, könnte ich:

👉 Eine Tippliste schreiben: „Fünf Tipps für wirkungsvolle Überschriften“.
👉 Einen Erklär-Artikel verfassen: „Wirkungsvolle Überschriften: So ziehst du deine Leser*innen magisch an“.
👉 Oder eine Story erzählen: „Wirkungsvolle Überschriften: Diesen Fehler hast du bestimmt auch schon gemacht“.

Im letzten Fall würde ich von Zeitnot berichten, einem hingehuschten Artikel, schwindender Kraft beim letzten Schliff, einer faden Überschrift. Und fatalem Misserfolg.

Das bedeutet: Du kannst deine Themen in unterschiedlicher Weise aufbereiten. Storytelling ist eine Variante.

Storytelling ist eine Erzählform, um deine Botschaft zu transportieren.

Tipp 2: Persönlich heißt nicht unbedingt „privat“

Keineswegs musst du dich beim Storytelling über die Details deines Privatlebens auslassen. Vielmehr geht es darum, deine Botschaft mit einer Geschichte anschaulich zu machen. Storys sind stark darin, Emotionen zu transportieren. Mit ihrer Hilfe kannst du deine Leser direkt in eine Szene versetzen.

Um beim Beispiel weiter oben zu bleiben: Ich könnte von meinem Ärger über mich selbst berichten, nachdem ich Stunden an meinem Artikel geschrieben habe, ohne etwas zu erreichen. Das könnte jeder nachvollziehen und würde den Sinn meines Textes erklären. Geschichten findest du überall: bei der Arbeit mit deinen Kunden, in deinem persönlichen Umfeld, im Business und im Privaten.

Gute Storys machen den emotionalen Gehalt deiner Botschaft spürbar. Sie können privat sein. Doch das müssen sie nicht.

Tipp 3: Algorithmen belohnen das Extreme. Doch das hilft dir nicht

Die Algorithmen der Plattformen verleiten uns dazu, immer noch eine Schippe aufzulegen, um Reaktionen zu erzielen. Bei Instagram ziehen sich junge Frauen aus. Hier bei LinkedIn erzählen Leute von zutiefst persönlichen Erfahrungen. Wer traut sich mehr? Der Algorithmus belohnt den (Seelen-) Striptease.

Persönliche Geschichten sind natürlich Storys. Doch die Frage ist, wie sehr sie auf dein Business einzahlen.

Manche erzählen viel von sich, andere weniger. Die Meinungen gehen weit auseinander. Ich halte mich zurück, weil mir die Selbstinszenierung mit fancy Locations und tollem Lebensstil auf die Nerven geht. Da geht’s doch auch wieder um Klischees, oder? Jedenfalls:

Unterscheide den Hunger des Algorithmus von zielgerichtetem Storytelling.

Tipp 4: Storytelling ist gut. Andere Formen ebenso.

Und schließlich:

Storytelling ist in den letzten Jahren zu einem breiten Trend geworden, mit allen Übertreibungen, die dazu gehören. Man hat fast schon das Gefühl, Storytelling ist Pflicht. Doch mitnichten:

Storys sind wirkungsvoll. Andere Erzähl-Typen ebenso.

Manchen gehen Storys fürchterlich auf die Nerven, wie du weiter oben in der Diskussion gesehen hast. Wenn du eine Story an der Hand hast – super. Wenn nicht, auch gut. Du hast die Wahl 😁!


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