Artikel versiebt – und jetzt?

Artikel versiebt – und jetzt?

Weshalb die Risiken anders liegen, als du denkst

Viele Content-Creators am Start machen sich Sorgen, dass sie mit ihrem Content eine schwache Figur machen könnten.

Das kann ich gut verstehen. Ich erinnere mich an meine Anfänge und meine Aufregung, wenn ich den Senden-Button gedrückt hatte. Doch rückblickend muss ich sagen: alles halb so wild. Was kann wirklich passieren?

Sagen wir, du bist Solo-Selbständiger in Training oder Beratung. Du bist nicht gerade aktiv in der Politik oder hast ein anderes Thema, das die Emotionen hochschlagen lässt.

Drei Sorgen und was jeweils zu tun ist

Keiner liest deinen Artikel

Du hast dir Mühe gegeben und Zeit investiert – und die Resonanz liegt bei null. Irgendwie interessiert dein Thema keinen. Das große Schweigen ist nicht schön. Es wird jedoch nichts Dramatisches passieren.

Die Fülle im Netz ist so groß. Wenn dein Artikel an deinen Kunden vorbeigeht, lesen sie ihn eben nicht.

Versuche die Ursachen herauszufinden: Ist das Thema deinen Kunden „nah“? Spricht es ihnen aus dem Herzen?

  • Geht es auf ihre Wünsche, Fragen und Sorgen ein?
  • Hilft dein Content deinen Lesern, ihre Situation einzuordnen oder ein Problem zu lösen?
  • Gibt er ihnen einen Eindruck davon, wie es ist, mit dir zu arbeiten?

Solltest du jedes Mal „Nein“ sagen, prüfe dein Thema.

Menschen lesen eine ganze Menge, wenn sie das Angebot als nützlich einschätzen. Sorge dafür, dass dein Content deine Leser abholt!

Oder liegt es an der Überschrift? Dies ist die Möglichkeit zwei. Die Überschrift ist so etwas wie der eingebaute Anzeigenteil eines jeden Artikels: Sie ist das Erste, was dein Leser sieht. Anhand der Überschrift entscheidet er, ob es sich für ihn lohnt, in deinen Artikel einzusteigen. (Lies weiter unter Headlines für Blog, Social Media und Google: So entwirfst du sie mit leichter Hand.)

Eine schwache Überschrift untergräbt den Erfolg eines ansonsten großartigen Artikels!

Dritte Möglichkeit: Dein Artikel ist noch nicht in deinem Netzwerk angekommen. Dein Artikel findet reichlich Leser, wenn ihn andere in ihren Netzwerken empfehlen. Wichtig ist, dass Menschen aus deinem Netzwerk auf deinen Artikel aufmerksam werden und eine Leseempfehlung bei LinkedIn, Facebook & Co. aussprechen.

Daraus ergeben sich als Handlungsmöglichkeiten für dich:

  • Habe Geduld! Kündige deinen Artikel noch einmal in deinen Netzwerken an. Deine besten Empfehlungsgeber waren vielleicht offline, als du deinen Artikel publiziert hast.
  • Mache dich unabhängig vom Zufall und sprich gute (!) Bekannte mit der Bitte an, deinen Artikel wohlwollend zu lesen und weiterzugeben.
  • Experimentiere mit unterschiedlichen Postings: Schreibe mehrere Posting-Texte als Ankündigung für deinen Artikel und beobachte, welcher die meisten Reaktionen bewirkt.

Du stehst noch am Anfang und dein Netzwerk ist klein? Komfortabel ist das nicht, doch für die geringe Leserzahl gibt es dann eine gute Erklärung. Bleibe am Ball und baue dir dein Netzwerk auf.

Fiese Kommentare

Die Angst vor negativen Kommentaren ist eine der größten Sorgen bei Content-Creators am Start. Man kann es nicht oft genug sagen: Auf deinem Kanal bist du der Chef oder die Chefin. Unsachliche, blöde, beleidigende oder unhöfliche Kommentare brauchst du auf deinem Blog nicht freischalten! In den Social Media kannst du unangenehme Zeitgenossen blockieren. In den vielen Jahren, die ich schon blogge, ist mir übrigens noch niemand wirklich dumm gekommen. Das hat einen Grund: Keiner gerät wegen Tipps für Content-Marketing und Bloggen aus der Fassung.

Die Gefahr für unangemessen negative Reaktionen steigt in dem Maße, wie du dich weltanschaulich-polarisierenden Themen zuwendest und die Leserzahl deines Blogs steigt. Du hast es in der Hand: Die Themen wählst du!

Falls jemand jedoch berechtigte Kritik äußert, solltest du das aushalten. Das gehört zum guten Ton. Auch wenn es dich wurmt: Bedanke dich für den Impuls und gehe zur Tagesordnung über. Während du dich noch beschämt fühlst oder dich ärgerst, sind die anderen mit dem Kopf schon beim nächsten Thema. Mache also möglichst wenig Wind. Dann fällst du am wenigsten auf.

Übrigens: Das Faktenkontor und na news aktuell haben PR-Profis nach den wichtigsten Ursachen für Kommunikationskrisen gefragt: Das Vertuschen eigener Fehler ist mit deutlichem Abstand der wichtigste Auslöser!

Dein Artikel wirkt sich negativ auf dein Image aus

Stellen wir uns vor, ein Personalentscheider liest deinen Artikel und mag ihn nicht. Er findet ihn schlecht.

  • Ist der Artikel wirklich schlecht oder vertritt der Entscheider eine andere Weltanschauung? Wenn letzteres gilt, hast du womöglich sogar Glück gehabt und bist um eine kräftezehrende, unangenehme Verhandlung mit ungewissem Ausgang herumgekommen.
  • Ist dein Artikel tatsächlich inhaltlich fragwürdig? Das wäre allerdings übel! Halte dich an Themen, bei denen du fachlich fest im Sattel sitzt.
  • Ein Leser hätte sehr wohl als Kunde zu dir gepasst, doch er erkennt dich nicht als den Richtigen oder die Richtige. Auch das ist ein echtes Übel! Tritt einen Schritt zurück und beschäftige dich mit den Fragen, Themen und Wünschen deiner Kunden.

Auch das gibt es: Content, den du einmal richtig fandest, passt jetzt nicht mehr zu dir: Du hast deine Meinung geändert. Die Welt dreht sich nun einmal und du mit ihr. Ob seit der Veröffentlichung zwei Wochen oder drei Jahre vergangen sind: Content auf deiner Webseite, zu dem du nicht mehr stehst, darfst du löschen. Das solltest du sogar. Prüfe regelmäßig deine Publikationen, die du freigeschaltet hast.

Das größte Risiko …

Du merkst: Fast alles lässt sich heilen. Auf Dauer schlimm wäre es, von Dingen zu schreiben, von denen du keine Ahnung hast. Dass das keine gute Idee ist, versteht sich allerdings von selbst.

Eine viel größere Gefahr sehe ich darin, dauerhaft an deinen Kunden vorbeizuschreiben. Von der Hand zu weisen, ist dies nicht: Selbst etablierte Unternehmen wissen oft nicht genau, was ihre Kunden beschäftigt.

Ich vermute, dass in dem Nicht-Genau-Wissen ein großer Teil der Verunsicherung liegt, die viele beim Schreiben spüren. Doch aus dieses Risiko kannst du steuern, indem du deine Kunden fragst und herausfindest, wo bei ihnen der Schuh drückt.


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Mehr Kommentare für dein Blog

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Was du tun kannst, um mehr Kommentare zu erhalten

Neu-Blogger fragen mich oft, wie sie zu mehr Kommentaren kommen. Sie wünschen sich Feedback. Zugleich gehören Kommentare zum Bloggen einfach dazu, finden sie.

Tatsächlich ist die Zahl der Kommentare zurückgegangen. Das hat verschiedene Gründe.

Weshalb Kommentare heute selten sind

Die gute Idee …

Ich muss einen Schritt zurückgehen: In der Wissenschaft erkennst du einen wichtigen Autor daran, dass er zitiert wird. Gleiches gilt für Blogs. Ein Blog von einem inspirierenden Vordenker wird von anderen Bloggern zitiert.

In der Praxis funktioniert das so: Ein Blogger schreibt einen Artikel, in den er ein Zitat des Vordenkers einfügt. Das Zitat hinterlegt er mit einem Link auf den Blog des Vordenkers, so ist es guter Brauch. Der Vordenker hat somit einen Link, der von außen auf seine Webseite zeigt – einen Backlink.

Google wertet solche Backlinks als Indiz für einen wichtigen Blog – bis heute (t3n). Viele Backlinks sorgten für ein gutes Ranking bei Google.

… und was daraus wurde

Kommentare zu einem Blog-Artikel erzeugen ebenfalls Backlinks. Die Formulare für die Kommentare fragen die nötigen Informationen ab: Du schreibst deinen Kommentar, gibst deinen Namen, deine Mail-Adresse und deine Web-Adresse an – und sendest deinen Kommentar ab. Sobald er öffentlich ist, zeigt ein Link von außen auf deine Webseite.

„Das ist ja toll!“, denkst du vielleicht. Backlinks sind gut für das Ranking und zugleich liegt es in deiner Hand, welche zu erzeugen! Genau das dachten sich zahllose SEO-Optimierer. Sie produzierten Massen an Backlinks für ihre Auftraggeber – häufig mit völlig sinnlosen Kommentaren.

Google musste reagieren, um die Qualität seiner Suchergebnisse zu sichern. Seither hat sich die Blogger-Welt hinsichtlich der Kommentare gewandelt: Google und andere „Suchmaschinen reagieren teils ablehnend auf Blog Kommentare, weil diese Art des Linkbuilding von vielen Webmastern und SEO-Agenturen exzessiv verfolgt wurde.“ (Ryte). Und weiter: „Google differenziert jetzt zwischen themenfremden, wertlosen Links und Links, deren Verweis für den User hilfreich sein könnten.“

Google prüft deinen Kommentar auf den Mehrwert

Google will „Die Informationen dieser Welt organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar machen.“ (Google). Die Suchmaschine hat ein Eigeninteresse an der Qualität der Suchergebnisse. Deshalb prüft Google sowohl den Inhalt als auch den Link zu einem Kommentar. Die Kombination aus einem sinnlosen Kommentar in Verbindung mit einem Link zu einer möglicherweise fragwürdigen Webseite kann sich negativ auf das Ranking auswirken. Denn:

Lediglich hilfreiche, relevante und ergänzende Beiträge sind demnach als Mehrwert zu betrachten. Als Mittel zur Kommunikation sind Blog Kommentare nach wie vor relevant, aber als Verbesserung des Linkprofils sind sie wertlos geworden.“ (Ryte).

Mit anderen Worten: Schreibe einen Kommentar, wenn du etwas zu sagen hast.

Die Ansprüche an Kommentatoren sind also hoch. In Verbindung mit der Informationsflut, der Überforderung durch die Überfülle, der Zeitnot und der Neigung vieler Web-Nutzer, gleich in den Social Media zu bleiben, sind Kommentare selten geworden. Die DSVO baut eine zusätzliche Hürde (Datenschutzexperte.de). Kein Wunder also, dass die Kommentarfreude zurückgegangen ist.

Doch was machst du jetzt damit? Ist das schlimm?

Fünf Tipps für den Umgang mit Blog-Kommentaren

Kommentiere, um dein Netzwerk aufzubauen

Ohne Zweifel geben Kommentare ein gutes Gefühl. Sie sind das direkteste Feedback für einen Blogautor, der vielfach allein an seinem Schreibtisch brütet. Ein Kommentar sagt ihm, dass er gelesen wird und für andere von Bedeutung ist.

Deshalb lautet mein Tipp für dich: Wenn du dein Netzwerk aufbauen willst, kommentiere.

Da Kommentare so selten und wertvoll bist, fällst du mit einem freundlichen und gut geschriebenen Kommentar zuverlässig auf. Du machst dich auf positive Weise bekannt (Tipps für deine Kommentare).

Wenn der Autor nicht gerade mit einer Holz-Antenne gesegnet ist, bedankt er sich auch mit einem Gegen-Kommentar bei dir.

Unterscheide zwischen deinen Zielen und dem guten Gefühl

Doch wie sieht es mit deinem eigenen Blog aus: Wie bekommst du mehr Kommentare?

Kommentare sind ein gutes Zeichen und eine Art emotionales Gehalt. Doch achte darauf, dass du die guten Gefühle nicht mit den Zielen deines Blog verwechselst. Was willst du wirklich erreichen?

  • Wenn du die Rolle eines Vordenkers anstrebst, eines Thought Leaders, dann sind Kommentare eine sinnvolle Messgröße.
  • Vielleicht ist es für dich jedoch viel wichtiger, Leser für deinen Newsletter zu gewinnen.

Bedenke, was du erreichen willst: Eine große Anzahl von Kommentaren müssen für sich genommen kein Ausweis dafür sein, dass dein Blog seine Ziele erreicht.

Sprich mit guten (!) Bekannten

Nimm Kontakt mit guten Bekannten auf. Nichts spricht dagegen, sich abzusprechen und sich gegenseitig zu unterstützen. Steigert eure Bekanntheit und die Reichweite im Team mit gegenseitigen Kommentaren und Empfehlungen in den Social Media.

Bei der Gelegenheit profitierst du von einem weiteren Effekt: Menschen mögen es nicht, allein in einem Restaurant zu sitzen. Ebenso wenig mögen sie es, den ersten Kommentar zu schreiben. Wo schon Betrieb ist, kommt Betrieb hinzu. (Siehe auch Toushenne und Conterest)

Schreibe deine Artikel so, dass sie zum Kommentieren einladen

Mit der Art und Weise, wie du deine Artikel gestaltest, steigerst du die Wahrscheinlichkeit für Kommentare.

  • Nimm in deinem Artikel eine starke Position ein, wie etwa: „Schau dir die Wachstumsraten bei YouTube an. Artikel sind von gestern, die liest keiner mehr.“ Sicher? Hier würde sich ein Kommentar lohnen.
  • Schreibe emotional: „Ich finde es total traurig, dass heute so wenig kommentiert wird. Alle reden von Wertschätzung. Doch tatsächlich ist es nicht weit her damit.“ Die Chance für einen emotionalen Schulterschluss mit deinen Lesern ist hoch. Und wer weiß? Vielleicht zeigt sich Wertschätzung noch ganz anders. Auch hier winkt eine Chance für einen Kommentar.

Ein sachlich-neutraler Artikel nach dem Muster: „Die Geschichte der Kommentare in den letzten fünf Jahren“ lässt dem Leser kaum eine Chance zu kommentieren. Was soll er schreiben? Er kann nur schlucken und „Amen“ sagen.

Beteilige dich an der Diskussion in den Social Media

Generell sind Austausch und Diskussion in die Social Media gewandert. Die Kommunikation dort fällt leichtfüßiger und einfacher aus.

Einen dauerhaften Bestand haben deine Beiträge dort nicht, anders als bei einem Kommentar auf einem Blog. Nichtsdestotrotz verschaffen dir die Social Media die Möglichkeit, mit Bekannten, Interessenten und Kunden in Kontakt zu bleiben und eine Beziehung zu entwickeln. Das ist nicht wenig!

In den Social Media ist es oft einfacher, ein Gespräch herzustellen, was sich auf Dauer positiv auf deine Geschäfte auswirkt.

Blogs verändern sich und mit ihnen die Kommentar-Kultur. Viele Kommentare sind ein positives Zeichen. Wenige Kommentare müssen jedoch kein schlechtes Zeichen sein. Wenn du andere Wege für Austausch und Gespräch findest, ist das aus meiner Sicht in Ordnung. Wie siehst du das?


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Soll ich bloggen?

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„Bloggen macht Freude“, sage ich gerne und mit Überzeugung. Das Setting sollte allerdings stimmen, weil andernfalls der Erfolg ausbleibt – und damit die Freude. Solltest du also anfangen zu bloggen?

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