Mehr Kommentare für dein Blog

Mehr Kommentare für dein Blog

Was du tun kannst, um mehr Kommentare zu erhalten

Neu-Blogger fragen mich oft, wie sie zu mehr Kommentaren kommen. Sie wünschen sich Feedback. Zugleich gehören Kommentare zum Bloggen einfach dazu, finden sie.

Tatsächlich ist die Zahl der Kommentare zurückgegangen. Das hat verschiedene Gründe.

Weshalb Kommentare heute selten sind

Die gute Idee …

Ich muss einen Schritt zurückgehen: In der Wissenschaft erkennst du einen wichtigen Autor daran, dass er zitiert wird. Gleiches gilt für Blogs. Ein Blog von einem inspirierenden Vordenker wird von anderen Bloggern zitiert.

In der Praxis funktioniert das so: Ein Blogger schreibt einen Artikel, in den er ein Zitat des Vordenkers einfügt. Das Zitat hinterlegt er mit einem Link auf den Blog des Vordenkers, so ist es guter Brauch. Der Vordenker hat somit einen Link, der von außen auf seine Webseite zeigt – einen Backlink.

Google wertet solche Backlinks als Indiz für einen wichtigen Blog – bis heute (t3n). Viele Backlinks sorgten für ein gutes Ranking bei Google.

… und was daraus wurde

Kommentare zu einem Blog-Artikel erzeugen ebenfalls Backlinks. Die Formulare für die Kommentare fragen die nötigen Informationen ab: Du schreibst deinen Kommentar, gibst deinen Namen, deine Mail-Adresse und deine Web-Adresse an – und sendest deinen Kommentar ab. Sobald er öffentlich ist, zeigt ein Link von außen auf deine Webseite.

„Das ist ja toll!“, denkst du vielleicht. Backlinks sind gut für das Ranking und zugleich liegt es in deiner Hand, welche zu erzeugen! Genau das dachten sich zahllose SEO-Optimierer. Sie produzierten Massen an Backlinks für ihre Auftraggeber – häufig mit völlig sinnlosen Kommentaren.

Google musste reagieren, um die Qualität seiner Suchergebnisse zu sichern. Seither hat sich die Blogger-Welt hinsichtlich der Kommentare gewandelt: Google und andere „Suchmaschinen reagieren teils ablehnend auf Blog Kommentare, weil diese Art des Linkbuilding von vielen Webmastern und SEO-Agenturen exzessiv verfolgt wurde.“ (Ryte). Und weiter: „Google differenziert jetzt zwischen themenfremden, wertlosen Links und Links, deren Verweis für den User hilfreich sein könnten.“

Google prüft deinen Kommentar auf den Mehrwert

Google will „Die Informationen dieser Welt organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar machen.“ (Google). Die Suchmaschine hat ein Eigeninteresse an der Qualität der Suchergebnisse. Deshalb prüft Google sowohl den Inhalt als auch den Link zu einem Kommentar. Die Kombination aus einem sinnlosen Kommentar in Verbindung mit einem Link zu einer möglicherweise fragwürdigen Webseite kann sich negativ auf das Ranking auswirken. Denn:

Lediglich hilfreiche, relevante und ergänzende Beiträge sind demnach als Mehrwert zu betrachten. Als Mittel zur Kommunikation sind Blog Kommentare nach wie vor relevant, aber als Verbesserung des Linkprofils sind sie wertlos geworden.“ (Ryte).

Mit anderen Worten: Schreibe einen Kommentar, wenn du etwas zu sagen hast.

Die Ansprüche an Kommentatoren sind also hoch. In Verbindung mit der Informationsflut, der Überforderung durch die Überfülle, der Zeitnot und der Neigung vieler Web-Nutzer, gleich in den Social Media zu bleiben, sind Kommentare selten geworden. Die DSVO baut eine zusätzliche Hürde (Datenschutzexperte.de). Kein Wunder also, dass die Kommentarfreude zurückgegangen ist.

Doch was machst du jetzt damit? Ist das schlimm?

Fünf Tipps für den Umgang mit Blog-Kommentaren

Kommentiere, um dein Netzwerk aufzubauen

Ohne Zweifel geben Kommentare ein gutes Gefühl. Sie sind das direkteste Feedback für einen Blogautor, der vielfach allein an seinem Schreibtisch brütet. Ein Kommentar sagt ihm, dass er gelesen wird und für andere von Bedeutung ist.

Deshalb lautet mein Tipp für dich: Wenn du dein Netzwerk aufbauen willst, kommentiere.

Da Kommentare so selten und wertvoll bist, fällst du mit einem freundlichen und gut geschriebenen Kommentar zuverlässig auf. Du machst dich auf positive Weise bekannt (Tipps für deine Kommentare).

Wenn der Autor nicht gerade mit einer Holz-Antenne gesegnet ist, bedankt er sich auch mit einem Gegen-Kommentar bei dir.

Unterscheide zwischen deinen Zielen und dem guten Gefühl

Doch wie sieht es mit deinem eigenen Blog aus: Wie bekommst du mehr Kommentare?

Kommentare sind ein gutes Zeichen und eine Art emotionales Gehalt. Doch achte darauf, dass du die guten Gefühle nicht mit den Zielen deines Blog verwechselst. Was willst du wirklich erreichen?

  • Wenn du die Rolle eines Vordenkers anstrebst, eines Thought Leaders, dann sind Kommentare eine sinnvolle Messgröße.
  • Vielleicht ist es für dich jedoch viel wichtiger, Leser für deinen Newsletter zu gewinnen.

Bedenke, was du erreichen willst: Eine große Anzahl von Kommentaren müssen für sich genommen kein Ausweis dafür sein, dass dein Blog seine Ziele erreicht.

Sprich mit guten (!) Bekannten

Nimm Kontakt mit guten Bekannten auf. Nichts spricht dagegen, sich abzusprechen und sich gegenseitig zu unterstützen. Steigert eure Bekanntheit und die Reichweite im Team mit gegenseitigen Kommentaren und Empfehlungen in den Social Media.

Bei der Gelegenheit profitierst du von einem weiteren Effekt: Menschen mögen es nicht, allein in einem Restaurant zu sitzen. Ebenso wenig mögen sie es, den ersten Kommentar zu schreiben. Wo schon Betrieb ist, kommt Betrieb hinzu. (Siehe auch Toushenne und Conterest)

Schreibe deine Artikel so, dass sie zum Kommentieren einladen

Mit der Art und Weise, wie du deine Artikel gestaltest, steigerst du die Wahrscheinlichkeit für Kommentare.

  • Nimm in deinem Artikel eine starke Position ein, wie etwa: „Schau dir die Wachstumsraten bei YouTube an. Artikel sind von gestern, die liest keiner mehr.“ Sicher? Hier würde sich ein Kommentar lohnen.
  • Schreibe emotional: „Ich finde es total traurig, dass heute so wenig kommentiert wird. Alle reden von Wertschätzung. Doch tatsächlich ist es nicht weit her damit.“ Die Chance für einen emotionalen Schulterschluss mit deinen Lesern ist hoch. Und wer weiß? Vielleicht zeigt sich Wertschätzung noch ganz anders. Auch hier winkt eine Chance für einen Kommentar.

Ein sachlich-neutraler Artikel nach dem Muster: „Die Geschichte der Kommentare in den letzten fünf Jahren“ lässt dem Leser kaum eine Chance zu kommentieren. Was soll er schreiben? Er kann nur schlucken und „Amen“ sagen.

Beteilige dich an der Diskussion in den Social Media

Generell sind Austausch und Diskussion in die Social Media gewandert. Die Kommunikation dort fällt leichtfüßiger und einfacher aus.

Einen dauerhaften Bestand haben deine Beiträge dort nicht, anders als bei einem Kommentar auf einem Blog. Nichtsdestotrotz verschaffen dir die Social Media die Möglichkeit, mit Bekannten, Interessenten und Kunden in Kontakt zu bleiben und eine Beziehung zu entwickeln. Das ist nicht wenig!

In den Social Media ist es oft einfacher, ein Gespräch herzustellen, was sich auf Dauer positiv auf deine Geschäfte auswirkt.

Blogs verändern sich und mit ihnen die Kommentar-Kultur. Viele Kommentare sind ein positives Zeichen. Wenige Kommentare müssen jedoch kein schlechtes Zeichen sein. Wenn du andere Wege für Austausch und Gespräch findest, ist das aus meiner Sicht in Ordnung. Wie siehst du das?


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Soll ich bloggen?

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Entscheidungstipps für Weiterbildungsprofis

  • Acht Gründe, sofort anzufangen
  • und neun Gründe, es zu lassen.

„Bloggen macht Freude“, sage ich gerne und mit Überzeugung. Das Setting sollte allerdings stimmen, weil andernfalls der Erfolg ausbleibt – und damit die Freude. Solltest du also anfangen zu bloggen?

(mehr …)
Darum können sehr kluge Köpfe sehr schlechte Blogger sein

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Weshalb du dich als Experte nicht um Expertentum bemühen solltest, sondern um das Zugewandtheit.


Gerade heute hat mich jemand gefragt, wie ich Bloggen verstehe. „Gibt es beim Bloggen einen „Rückkanal“ aus dem etwas entsteht? Oder ist die Hauptfunktion die Aussendung der eigenen Ansicht?“

So war die Frage. Ich war vor allem verblüfft: Austausch und Hilfe sind doch die DNA des Bloggens und ganz allgemein des Content-Marketings!

Augenhöhe und Empathie gehören unbedingt dazu. Das zeigt sich in vielen Details, zum Beispiel in deiner Haltung zum Leser.

Sich als Experte beweisen – so bitte nicht!

Wir kommen aus einer Tradition, in der der Autor der Experte ist und die Leser folgen brav. Der Experte ist der Schlaue, die Leser sollen etwas lernen. Der Autor steht oben, die Leser unten.

Der Experte hat ein Interesse daran, seine Kompetenz und seine Autorität zu beweisen. Er durchdenkt seine Thesen bis ins Detail und macht sich möglichst unangreifbar. Eine Diskussion ist für ihn riskant: Er könnte geschwächt daraus hervorgehen. Wenn er überall zitiert wird, hat er es geschafft. Manchmal flüchten sich Experten in ihren Artikeln in die Abstraktion. Das versteht zwar kaum noch einer, aber um Wissen-Teilen geht es ja auch nicht. Sondern um Status.

Das ist schwarz-weiß gemalt, zugegeben. Aber ich hoffe, es wird deutlich, was gemeint ist. Bei Xing kann man solche Artikel häufig sehen. Und bei manchen Content-Creators am Start spürt man, dass ihnen diese Tradition noch in den Knochen steckt.

Im Content-Marketing liegt das Interesse anders

Content-Marketing will etwas anderes, nämlich Hilfe und den Aufbau von Vertrauen. Stell dir vor, du sitzt mit einem Neu-Kunden am Tisch. Anlässe für einen Einsatz in Training, Beratung oder Coaching sind ja meist Schwierigkeiten, Probleme und Hürden. Ihr beide sprecht also über die Sorgen und Herausforderungen des möglichen Neu-Kunden und darüber, wie du ihn unterstützen kannst.

Würdest du anfangen, zu dozieren?

Mag sein, dass es solche Trainer und Berater gibt. Ich habe noch keinen erlebt. Vielmehr zeichnen sich Trainer und Berater durch Empathie und gutes Zuhören aus. Und das ist auch die passende Haltung für deinen Content, denn:

Auch wenn du das Gefühl hast, in die Welt zu publizieren: Die Sicht deines Lesers ist eine andere. Er ist ganz allein mit dir und deinem Artikel. Er sitzt vielleicht in der S-Bahn, auf dem heimischen Sofa oder am Schreibtisch. Jedenfalls befindet er sich in einem Moment, in dem er mit sich und mit dir beschäftigt ist.

Er ist gedanklich mit seinen Herausforderungen beschäftigt und setzt sich damit auseinander, was du ihm dazu zu sagen hast. Ein Experten-Gehabe nach alter Väter Sitte wäre unpassend und abschreckend.

Was dich im Gespräch stark macht, stärkt auch deinen Content

Du darfst also den Gedanken loslassen, du müsstest in deinem Content anders sein als sonst. Toller. Großartiger. Intellektueller. Unfassbar schlau und gebildet. Artikel zu schreiben oder Podcasts aufzunehmen, ist eine andere Form, Gedanken zu bleiben. Bleibe also bei dir – an der Tastatur ebenso wie im persönlichen Gespräch. Was im persönlichen Gespräch überzeugend, hilfreich und sinnvoll ist, ist auch im Content-Marketing richtig.


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